Trögerit


Trögerit

Trögerit
Trögerite, Zeunerite - Weißer Hirsch Mine, Schneeberg, Erzgebirge, Saxony.jpg
Trögerit (gelb) und Zeunerit (grün) aus der Grube „Weißer Hirsch“, Schneeberg, Erzgebirge
Chemische Formel

(UO2)3(AsO4)2•12H2O

Mineralklasse Phosphate, Arsenate und Vanadate
8.EB.15 (8. Auflage: VII/E.01) nach Strunz
40.02.20.01 nach Dana
Kristallsystem tetragonal
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin ditetragonal-dipyramidal $ 4/m\ m\ m $
Farbe Zitronengelb
Strichfarbe Blassgelb
Mohshärte 2 bis 3
Dichte (g/cm3) 3,55
Glanz Perlglanz
Transparenz durchsichtig
Bruch glimmerig
Spaltbarkeit vollkommen nach {001}, gut nach {100}
Habitus spröde
Häufige Kristallflächen tafelig entlang {001}[1]
Kristalloptik
Brechungsindex α = 1,584–1,600 ; β = 1,620 bis 1,630 ; γ = 1,623 bis 1,630[1]
Optischer Achsenwinkel 2V = 0° bis 40°
Weitere Eigenschaften
Radioaktivität sehr stark
Besondere Kennzeichen giftig

Trögerit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Phosphate, Arsenate und Vanadate. Es kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung (UO2)3(AsO4)2•12H2O und bildet zitronengelbe, dünne, tafelige Kristalle von bis zu einem Millimeter Größe.

Besondere Eigenschaften

Da Trögerit Arsen und Uran enthält, ist es hochgiftig und krebserregend und reichert sich aufgrund einer langen Verweildauer im Körper nach oraler Aufnahme stark an. Durch den Urangehalt ist das Mineral als sehr stark radioaktiv eingestuft mit einer berechneten Aktivität von 88,4 kBq pro Gramm[2] (zum Vergleich: natürliches Kalium 31,2 Bq/g).

Unter UV-Licht fluoresziert das Mineral zitronengelb. Der Gehalt an Kristallwasser ist variabel und es kann reversibel abgegeben werden.[1]

Etymologie und Geschichte

Erstmals entdeckt wurde das Mineral in der Grube Weißer Hirsch in Schneeberg im Erzgebirge (Sachsen) 1871 vom Bergbaubeamten R. Tröger. Anschließend wurde es von Albin Weisbach beschrieben, der es nach Tröger benannte. Zusammen mit dem Trögerit entdeckte er auch das Mineral Walpurgin, benannt nach dem Walpurgis-Gang, in dem die Entdeckung innerhalb des Bergwerks gemacht wurde.[3]

Klassifikation

In der Systematik nach Strunz wird Trögerit zu den Uranylphosphaten und -arsenaten gezählt. Nach der 8. Auflage bildet dabei zusammen mit Autunit, Fritzscheit, Heinrichit, Kahlerit, Metanatroautunit, Novácekit, Saléeit, Torbernit, Sabugalit, Uranocircit, Uranospinit und Zeunerit die Autunitgruppe. In der 9. Auflage werden die Uranylphosphate und -arsenate nach dem Verhältnis von Uranyl- zu Phosphat/Arsenat-Ionen unterteilt, hier bildet es mit Abernathyit, Chernikovit, Meta-ankoleit, Natrouranospinit und Uramphit eine Untergruppe der Uranylphosphate mit einem Verhältnis von UO2 zu P/AsO4 von 1:1.

In der Systematik nach Dana bildet es eine eigene Untergruppe der wasserhaltigen Phosphate, etc. mit der allgemeinen Struktur A2+(B2+)2(XO4) · x(H2O), die (UO2)2+ enthalten.[4]

Bildung und Fundorte

Trögerit bildet sich als Sekundärmineral in der Oxidationszone einiger Uranlagerstätten. Es ist je nach Fundort vergesellschaftet mit Walpurgit, Uranospinit, Uranospathit, Asselbornit, Zeunerit, Uranosphaerit und Erythrit in der Typlokalität oder Realgar, Auripigment, Scorodit, Mansfieldit, Natrium-Uranospinit, Arseniosiderit, Metatorbernit, Metazeunerit, Uranophan, Arsenopyrit, Pyrit und Galenit am Alakol-See in Kasachstan.

Es ist nur eine geringe Anzahl Fundorte des Trögerits bekannt (20, Stand Mai 2010). Neben der Typlokalität zählen dazu Sandon in British Columbia (Kanada), Příbram, Jáchymov, Harrachov und Javorník in Tschechien, Lodève in Frankreich, Johanngeorgenstadt und Ronneburg (Thüringen) in Deutschland, der Alakol-See in Kasachstan, Prakovce in der Slowakei sowie die US-Bundesstaaten Oregon, South Dakota und Wyoming.[5]

Kristallstruktur

Trögerit kristallisiert entweder im tetragonalen Kristallsystem mit den Gitterparametern a = 6,99 Å und c = 8,48 Å sowie acht Formeleinheiten pro Elementarzelle oder im monoklinen Kristallsystem mit den Gitterparametern a = 7,15 Å; b = 6,98 Å; c = 11,2 Å und β = 95° sowie einer Formeleinheit pro Elementarzelle. Eine genaue Raumgruppe ist nicht bekannt.[1]

Vorsichtsmaßnahmen

Aufgrund der Toxizität und der Radioaktivität (Alphastrahlung) des Minerals, sollten nach dem Umgang mit diesem sofort die Hände gewaschen werden, um es nicht über die Nahrung in den Körper aufzunehmen.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Trögerite in: Anthony et al.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101.
  2. Trögerit bei webmineral.com
  3. A. Weisbach: Vorläufige Mittheilung [Über Trögerit und Walpurgin]. In: Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie. 1871, S. 869-870 (pdf).
  4. New Dana Classification of Phosphate Minerals
  5. Trögerite bei mindat.org (engl.)

Literatur

Trögerite in: Anthony et al.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101 (pdf).

Weblinks