Ruthenium(III)-chlorid


Ruthenium(III)-chlorid

Kristallstruktur
Strukturformel von Ruthenium(III)-chlorid
__ Ru3+     __ Cl
Allgemeines
Name Ruthenium(III)-chlorid
Andere Namen
  • Rutheniumtrichlorid
  • Rutheniumchlorid (mehrdeutig)
Verhältnisformel RuCl3
CAS-Nummer
  • 10049-08-8
  • 13815-94-6 (Trihydrat)
  • 14898-67-0 (x-Hydrat)
PubChem 61850
Kurzbeschreibung

dunkelbrauner oder schwarzer Feststoff mit stechendem Geruch[1]

Eigenschaften
Molare Masse 207,43 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

3,11 g·cm−3 (20 °C)[2]

Schmelzpunkt

> 500 °C [2]

Löslichkeit

unlöslich in Wasser[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
05 – Ätzend

Gefahr

H- und P-Sätze H: 314
P: 280-​305+351+338-​310 [3]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][2]
Ätzend
Ätzend
(C)
R- und S-Sätze R: 22-34-52/53
S: 26-36/37/39-45
LD50

360 mg·kg−1 (Ratte i.p.)[5] (Anhydrat)

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Ruthenium(III)-chlorid ist eine chemische Verbindung des Rutheniums aus der Gruppe der Chloride, die normalerweise als Hydrat vorliegt.

Gewinnung und Darstellung

Ruthenium(III)-chlorid kann durch Reaktion von Ruthenium mit Chlor und Kohlendioxid gewonnen werden.[6]

Eigenschaften

Ruthenium(III)-chlorid kommt in zwei verschiedenen Kristallstrukturen vor. Die schwarze α-Form liegt in einer Chrom(III)-chlorid-Struktur mit Ru–Ru-Bindungen der Länge 346 pm vor. Die dunkelbraune und metastabile β-Form kristallisiert in einer hexagonalen Kettenstruktur, die der Zirconium(III)-iodid-Struktur entspricht. Sie wandelt sich bei 450–600 °C irreversibel zur α-Form um.

Ruthenium(III)-chlorid wirkt als Katalysator für die ringöffnende Metathese bei stark gespannten Cycloalkenen wie Norbornen. Bei nicht-cyclischen Systemen wirkt es dagegen nicht als Metathese-Katalysator, hier müssen kompliziertere Systeme wie die Grubbs-Katalysatoren eingesetzt werden.[7]

Verwendung

Als die am häufigsten verwendete Rutheniumverbindung wird Ruthenium(III)-chlorid zur Herstellung von anderen Rutheniumverbindungen eingesetzt.

Einzelnachweise

  1. Datenblatt Ruthenium(III)-chlorid bei AlfaAesar, abgerufen am 2. Juni 2010 (JavaScript erforderlich).
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Datenblatt Ruthenium(III)-chlorid bei Carl Roth, abgerufen am 2. Juni 2010.
  3. 3,0 3,1 Datenblatt Ruthenium(III) chloride bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 22. April 2011.
  4. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Zubereitungen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. Vorlage:Strem
  6. H. Remy, M. Kühn: Beiträge zur Chemie der Platinmetalle. V. Thermischer Abbau des Ruthentrichlorids und des Ruthendioxyds. In: Z. Anorg. Chem. 1924, 127, 1, S. 365–388, doi:10.1002/zaac.19241370127.
  7. P. O. Nubel, C. L. Hunt: A convenient catalyst system employing RuCl3 or RuBr3 for metathesis of acyclic olefins. In: Journal of Molecular Catalysis A: Chemical. 1999, 1455, S. 323–327, doi:10.1016/S1381-1169(99)00150-8.