Freie Energie
Die Freie Energie F (auch Helmholtz-Potential, helmholtzsche freie Energie oder Helmholtz-Energie nach dem Physiker Hermann von Helmholtz) ist die Energie, die man benötigt, um ein System zu generieren, das bei definierter Temperatur
Die für Chemie zuständige IUPAC sieht die Bezeichnung Helmholtz-Energie vor mit dem Formelzeichen A. In der Physik hingegen bleiben nach Empfehlung der IUPAP der Begriff Freie Energie und das Formelzeichen F weiterhin gültig.
Der physikalisch definierte Begriff Freie Energie (Helmholtz-Energie) ist nicht mit dem pseudowissenschaftlichen Begriff der Freien Energie zu verwechseln.
Thermodynamische Beziehungen
Die freie Energie erhält man aus der inneren Energie
hierbei ist
ist die differentielle Form (charakteristische Funktion) für die Helmholtz-Energie, das heißt, dass in einem Versuch Temperatur, Volumen und Teilchenzahl die zu kontrollierenden natürlichen Variablen sind, um F zu ändern (dagegen besitzt die Innere Energie die natürlichen Variablen
Die freie Energie ist das zum kanonischen Ensemble gehörende thermodynamische Potential und ist über folgende Beziehung mit der kanonischen Zustandssumme
Bei kanonischer Präparierung eines Systems (abgeschlossenes System
Thermodynamik mit elektromagnetischen Feldern
Unter Einbeziehung elektrischer und magnetischer Felder ist die innere Energie gegeben durch:
Dabei ist
mit den natürlichen Variablen Temperatur
Für konstantes Volumen, Teilchenzahl und elektrisches Feld wird daraus die einfache Form:
Siehe auch
Literatur
- Callen: Thermodynamics and an Introduction to Thermostatistics. Wiley & Sons. ISBN 978-0-471-86256-7
- Ulrich Nickel, Lehrbuch der Thermodynamik. Eine verständliche Einführung. 2. Auflage. PhysChem, 2011, ISBN 978-3-937744-06-3
- Schwabl: Statistische Mechanik. Springer. ISBN 978-3-540-31095-2
- C. Chipot, A. Pohorille: Free energy calculations - theory and applications in chemistry and biology. Springer, Berlin 2007, ISBN 978-3-540-73617-2
- Huang, Kerson: Statistical Mechanics. Wiley. ISBN 978-81-265-1849-4