Froodit


Froodit

Froodit
Chemische Formel

PdBi2

Mineralklasse Sulfide und Sulfosalze
2.AC.45 (8. Auflage: II/D.21) nach Strunz
02.12.15.01 nach Dana
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin 2/m
Farbe grau
Strichfarbe schwarz
Mohshärte 2,5
Dichte (g/cm3) 12,5-12,6
Glanz metallisch
Transparenz opak
Bruch irregulär
Spaltbarkeit vollständig
Habitus

Froodit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Sulfide und Sulfosalze. Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung PdBi2 und bildet flache, bis zu 4 mm große, aufgeblätterte Fragmente und runde Körner von grauer Farbe.

Etymologie und Geschichte

Das Mineral wurde 1958 von J.E. Hawley und L.G. Berry in der Typlokalität, der Frood-Mine im Sudbury-Becken in der kanadischen Provinz Ontario, entdeckt. Es ist nach dieser auch benannt.

Klassifikation

In der Systematik nach Strunz wird Froodit zu den Sulfide und Sulfosalze gezählt. Nach der 8. Auflage bildet dabei zusammen mit Borishanskiit und Urvantsevit eine Gruppe der Sulfide mit einem Verhältnis von Metall zu Schwefel, Selen oder Tellur von < 1:1. In der 9. Auflage bildet es eine eigene Untergruppe der Verbindungen von Halbmetallen mit Platin-Gruppen-Elementen (PGE).

In der Systematik nach Dana bildet es mit Urvantsevit und Verbeekit eine Untergruppe der Sulfide, Selenide und Telluride mit der Zusammensetzung Am Bn Xp, mit (m+n):p=1:2.[1]

Bildung und Fundorte

Froodit bildet sich in arsen- blei- und kupferreichen Erzen sowie in palladium- und platinhaltigen ultramafischen Intrusionen. Es ist vergesellschaftet mit Chalkopyrit, Cubanit, Pyrit, Pentlandit, Altait, Hessit, Galenit, Bismut, Pyrrhotin, Tsumoit, Parkerit, Sudburyit, Michenerit, Sperrylit, Insizwait, Niggliit, Cabriit und Mooihoekit.

Vom sehr seltenen Mineral sind nur wenige Fundorte bekannt. Neben der Typlokalität fand man Froodit in Whitehorse in Kanada, Jinchuan in der chinesischen Provinz Gansu, Havlíčkův Brod in Tschechien, Nivala in Finnland, Norilsk und weiteren Fundorten in Russland, Insizwa und Rustenburg in Südafrika, Kaisten in der Schweiz, Newton Stewart in Schottland und Goodnews Bay im US-Bundesstaat Alaska.

Kristallstruktur

Froodit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem in der Raumgruppe C2/m mit den Gitterparametern a = 12,74 Å; b = 4,29 Å, c = 5,71 Å und β = 102°,27' sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. New Dana Classification of Sulfide Minerals

Literatur

  • Froodit in: Anthony et al.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101 (pdf; 64 kB).

Weblinks