Lithiumacetat

Lithiumacetat

Strukturformel
Lithiumion Acetanion
Allgemeines
Name Lithiumacetat
Andere Namen

Lithiumethanoat (nach IUPAC)

Summenformel C2H3LiO2
CAS-Nummer
  • 546-89-4
  • 6108-17-4 (Dihydrat)
PubChem 23666338
Kurzbeschreibung

weißer, geruchloser Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse
  • 65,99 g·mol−1
  • 102,02 g·mol−1 (Dihydrat)
Aggregatzustand

fest

Dichte
  • 1,23 g·cm−3[2]
  • 1,3 g·cm−3 (Dihydrat)[3]
Schmelzpunkt
Löslichkeit

gut in Wasser (408 g·l−1[4] bzw. 290 g·l−1 (Dihydrat)[1], jeweils bei 20 °C)

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 302
P: 264-​270-​301+312-​330-​501 [3]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5][1]
Reizend
Reizend
(Xi)
R- und S-Sätze R: 36
S: 26-39
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Lithiumacetat ist das Lithiumsalz der Essigsäure mit der Summenformel CH3COOLi.

Gewinnung und Darstellung

Lithiumacetat kann durch Salzbildungsreaktion aus Lithiumhydroxid und Essigsäure hergestellt werden.[6]

LiOH+CH3COOH⟶CH3COOLi+H2O

Ebenso ist die Synthese aus Lithiumcarbonat und Essigsäure unter Entwicklung von Kohlendioxid möglich.[6]

Li2CO3+2 CH3COOH⟶2 CH3COOLi+CO2+H2O

Eigenschaften

Lithiumacetat ist im Handel üblicherweise als weißes Dihydrat mit der Formel CH3COOLi · 2 H2O erhältlich.[7] Das Dihydrat kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem in der Raumgruppe Cmm2 mit den Gitterkonstanten a = 686 pm, b = 1149 pm und c = 659 pm.[8] Das Anhydrat kristallisiert im triklinen Kristallsystem in der Raumgruppe P1¯ mit den Gitterkonstanten a = 929 pm, b = 1213 pm und c = 676 pm sowie α = 101°, β = 100° und γ = 105°.[2]

Verwendung

Lithiumacetat wird als Puffersubstanz bei der Gelelektrophorese von DNA und RNA, bei der Transformation von Hefezellen durch die Lithiumacetat-Methode[9] und in der Lithiumtherapie verwendet. Weiterhin dient es als Katalysator in der Polyesterproduktion, als Korrosionsschutzmittel in Polyphenylsulfidharzen und als Katalysator in der Produktion von Alkydharzen und Acrylpolymeren.[10]

Einzelnachweise

  1. ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 Datenblatt Lithiumacetat bei Acros, abgerufen am 21. Mai 2010. (Dihydrat)
  2. ↑ 2,0 2,1 C. Saunderson, R. B. Ferguson: Crystal data for anhydrous lithium acetate. In: Acta Cryst. (1961). 14, 321, doi:10.1107/S0365110X61001017.
  3. ↑ 3,0 3,1 3,2 Datenblatt Lithiumacetat bei AlfaAesar, abgerufen am 21. Mai 2010 (JavaScript erforderlich).
  4. ↑ 4,0 4,1 Datenblatt Lithiumacetat bei Acros, abgerufen am 21. Mai 2010. (Reinsubstanz)
  5. ↑ Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Zubereitungen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  6. ↑ 6,0 6,1 Ulrich Wietelmann, Richard J. Bauer: Lithium and Lithium compounds. In: Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH, Weinheim 2005, doi:10.1002/14356007.a15 393.
  7. ↑ Datenblatt Lithiumacetat bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 20. Mai 2010.
  8. ↑ V. Amirthalingam, V. M. Padmanabhan: The crystal structure of lithium acetate dihydrate CH3COOLi.2H2O. In: Acta Cryst. 1958. 11, S. 896, doi:10.1107/S0365110X58002541.
  9. ↑ Hefe Grundlagen und Theorie (Uni-Graz)
  10. ↑ lithium acetate dihydrate (FMC Lithium)