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Protocatechusäure kommt in essbaren Gemüse, Obst und Nüssen vor, beispielsweise in Oliven, Naturreis und Pekannüssen.[6] Es wurde auch im Tee und Wein gefunden, bei letzteren in Mengen bis zu 12 mg·kg−1 nachgewiesen.[7]
Darstellung
Chemische Synthese
Synthetisch stellt man Protocatechusäure aus p-Hydroxybenzoesäure dar; man führt diese in m-Chlor-p-hydroxybenzoesäure über und erhitzt letztere mit Ätzkali unter Druck.
Protocatechusäure und schmilzt bei etwa 202–204 °C[1] und zersetzt sich dabei durch Decarboxylierung zu Brenzcatechin und Kohlenstoffdioxid. Ihre wässrige Lösung wird auf Zusatz von Eisenchlorid blaugrün. Diese Farbe schlägt nach Zugabe von wenig Soda oder Ammoniak erst nach violett, dann in rot um. Protocatechusäure wirkt stark reduzierend.
Die Wirkung von Protocatechusäure auf lebende Zellen ist momentan Gegenstand der Forschung und wird noch kontrovers diskutiert. So wurde gezeigt, dass es ein potentes Antioxidationsmittel mit einer etwa 10-mal stärkeren Wirkung als α-Tocopherol ist.[15] In hohen Dosen jedoch, bei beispielsweise 10 mM, kann es aber auch oxidativen Stress in Zellkulturen induzieren.[16]
Gegenüber Krebszellen zeigt Protocatechusäure verschiedene Effekte. In menschlichen Magenkrebszellen (Zellen eines Magenadenokarzinoms) und andere Tumorzellen des Verdauungstraktes induziert es die Apoptose und wirkt daher im Sinne eines Krebsmittels.[6] Es liegen aber auch Studiendaten vor, die auf einen gegenteiligen Effekt von Protocatechusäure hinweisen. So induziert es die Zellteilung in neuralen Stammzellen und blockiert dort die Apoptose.[17] Auch in Hautkrebszellen der Maus wurde dies beobachtet. Wenn dort chemisch durch 12-O-Tetradecanoylphorbol-13-acetat Krebsezellen induziert wurden, konnte Protocatechusäure die Tumorbildung sogar noch verstärken.[15] Wenn man in vitromaligne Zelllinien der menschlichen Unterkieferspeicheldrüse erzeugt, konnte Protocatechusäure diese Krebszellen nicht abtöten.[16]
Literatur
Paul Karrer: Lehrbuch der organischen Chemie. 10. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1948, S. 569.
↑D'Ans-Lax: Taschenbuch für Chemiker und Physiker, 3. Auflage, Band 1, Springer-Verlag, Berlin-Göttingen-Heidelberg 1967 (ChemieOnline – pKb- und pKs-Werte).
↑ Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Zubereitungen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
↑S. v. Kostanecki: "Zur Einführung der Carboxylgruppe in die Phenole", in: Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1885, 18, S. 3202–3206. Volltext
↑A. H. Parijs: "The opening of the dihydroxymethylene ring" in Recueil des Travaux Chimiques des Pays-Bas1930, 49(1). S. 33 - 44. doi:DOI: 10.1002/recl.19300490104
↑ R. Fittig, I. Remsen: "Untersuchungen über die Constitution des Piperins und seiner Spaltungsproducte Piperinsäure und Piperidin" in Justus Liebigs Annalen der Chemie1873, 168(1), S. 93 - 98. doi:10.1002/jlac.18731680110
↑Georgios I. Panoutsopoulos, Christine Beedham: „Enzymatic Oxidation of Vanillin, Isovanillin and Protocatechuic Aldehyde with Freshly Prepared Guinea Pig Liver Slices“, in: Cell. Physiol. Biochem., 2005, 15 (1–4), S. 89–98; PMID 15665519; PDF.
↑ 13,013,1J. Stenhouse: „Action of Bromine on Protocatechuic Acid, Gallic Acid and Tannion“, in: The chemical news, 1874, 29, S. 95 (eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche).
↑ 16,016,1Babich, H., Sedletcaia, A. und Kenigsberg, B.: In vitro cytotoxicity of protocatechuic acid to cultured human cells from oral tissue: involvement in oxidative stress. In: Pharmacol. Toxicol.. 91, Nr. 5, November 2002, S. 245–253. doi:10.1034/j.1600-0773.2002.910505.x. PMID 12570031.
↑Guan, S. et al.: Protocatechuic acid promotes cell proliferation and reduces basal apoptosis in cultured neural stem cells. In: Toxicology in vitro : an international journal published in association with BIBRA. 23, Nr. 2, März 2009, S. 201–208. doi:10.1016/j.tiv.2008.11.008. PMID 19095056.