Libethenit

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Libethenit
Libethenite-tuc1033b.jpg
Libethenitkristalle aus Kambove (Provinz Katanga), Kongo
Chemische Formel

Cu2[OH|PO4]

Mineralklasse Phosphate, Arsenate, Vanadate
8.BB.30 (8. Auflage: VII/B.06) nach Strunz
41.06.06.02 nach Dana
Kristallsystem orthorhombisch
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin orthorhombisch-dipyramidal $ 2/m\ 2/m\ 2/m $ [1]
Farbe hellgrün bis grünlichschwarz
Strichfarbe grün bis grünlichweiß
Mohshärte 4
Dichte (g/cm3) 3,6 bis 4
Glanz Fettglanz
Transparenz durchscheinend
Bruch muschelig bis uneben
Spaltbarkeit undeutlich nach {100} and {010}.
Habitus kurzprismatische, nadelige, dipyramidale Kristalle; traubige, nierige, körnige bis massige Aggregate
Häufige Kristallflächen {110}, {011}, {111}
Kristalloptik
Brechungsindex nα = 1,701 bis 1,704 ; nβ = 1,743 bis 1,747 ; nγ = 1,787 bis 1,790 [2]
Doppelbrechung
(optischer Charakter)
δ = 0,086 [2] ; zweiachsig negativ
Optischer Achsenwinkel 2V = 80° bis 90° [2]

Libethenit (blätteriges Olivenerz) ist ein eher selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“. Es kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Cu2[OH|PO4][3] und entwickelt meist kurzprismatische, nadelige oder dipyramidale Kristalle, aber auch traubige, nierige oder körnige bis massige Mineral-Aggregate von hellgrüner bis grünlichschwarzer Farbe und grüner bis grünlichweißer Strichfarbe.

Libethenit bildet mit Adamin und Olivenit eine nach ihm benannte isomorphe Mischreihe, die zusätzlich isotyp zu Andalusit ist, das heißt in derselben Kristallstruktur kristallisiert. [4]

Etymologie und Geschichte

Erstmals gefunden wurde Libethenit 1823 in Ľubietová (deutsch Libethen, Slowakei) und beschrieben von Johann Friedrich August Breithaupt, der das Mineral nach ebendieser Typlokalität benannte.

Klassifikation

In der mittlerweile veralteten Systematik der Minerale nach Strunz (8. Auflage) gehört der Libethenit zur Abteilung der „Wasserfreien Phosphate mit fremden Anionen“ und bildet dort zusammen mit Adamin, Eveit, Olivenit, Paradamin, Tarbuttit und Zincolibethenit die Libethenit-Reihe.

Seit der Überarbeitung der Strunz'schen Mineralsystematik in der 9. Auflage ist auch diese Abteilung präziser unterteilt nach der Größe der beteiligten Kationen und dem Stoffmengenverhältnis der beteiligten Anionen und dem Phosphat-, Arsenat- bzw. Vanadatkomplex und das Mineral ist entsprechend in der Unterabteilung „Mit ausschließlich mittelgroßen Kationen und dem Stoffmengenverhältnis (OH,etc.) : RO4 ≥ 1 : 1“ zu finden.

Die Systematik der Minerale nach Dana sortiert den Libethenit in die Abteilung der „Wasserfreien Phosphate etc. mit Hydroxyl oder Halogen und der allgemeinen Formel (A)2(XO4)Zq“.


Bildung und Fundorte

Makroaufnahme eines perfekten Libethenit-Einkristalls auf hellblauem Zapatalit
Gleicher Kristall, Draufsicht

Libethenit bildet sich als Sekundärmineral in der Oxidationszone von Kupfer-Lagerstätten und tritt dort überwiegend in Paragenese mit Azurit, Malachit, Pseudomalachit, Chrysokoll, sowie verschiedenen Eisenoxiden entweder einzeln aufgewachsenen oder in Drusen auf.

In Deutschland konnte das Mineral bisher im Schwarzwald, Oberpfälzer Wald, Nordhessen und Odenwald, Eifel und Westerwald, bei Düppenweiler, Erzgebirge, sowie bei Bad Lobenstein und im Vogtland gefunden werden.

Weltweit wurde Libethenit bisher an rund 180 Fundorten nachgewiesen (Stand: 2009)[5], so unter anderem am Cerro Blanco in Argentinien; mehreren Regionen von Australien; im belgischen Vielsalm; mehreren Regionen von Chile; in mehreren Regionen Englands; in einigen französischen Regionen; Ligurien und Sardinien in Italien; auf Honshū in Japan; in der Provinz Katanga der Demokratischen Republik Kongo (ehemals Belgisch-Kongo und Zaïre); in der Pool Region des Nachbarstaates Republik Kongo (ehemals Französisch-Kongo) Durango und Sonora in Mexiko; in einigen Regionen von Portugal; in den Regionen Ostsibiriens und des Urals von Russland; bei Banská Bystrica in der Slowakei; den spanischen Regionen Aragonien, Kastilien-La Mancha und Katalonien; Mpumalanga und Nordkap in Südafrika; bei Karlsbad in Tschechien; sowie in vielen Regionen der USA.

Synthetische Herstellung

Man erhält Libethenit durch Erhitzen von Kupferphosphat Cu3P2O8+3H2O mit Wasser in zugeschmolzenen Röhren. [6]


Kristallstruktur

Kristallstruktur von Libethenit.
Rot und Orange: Kupfer; Gelb: Phosphor, Blau: Sauerstoff, Grau: Wasserstoff

Libethenit kristallisiert orthorhombisch in der Raumgruppe Pnnm mit den Gitterparametern a = 8,062 Å; b = 8,384 Å und b = 5,881 Å sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle[1].

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Webmineral
  2. 2,0 2,1 2,2 Mindat - Libethenite (englisch)
  3.  Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. 5. Auflage. Christian Weise Verlag, München 2008, ISBN 3-921656-17-6.
  4.  Paul Ramdohr, Hugo Strunz: Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie. 16. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, 1978, ISBN 3-432-82986-8, S. 629.
  5. Mindat - Localities for Libethenit
  6. Meyers Konversationslexikon Libethenit

Literatur

  •  Petr Korbel, Milan Novák: Mineralien Enzyklopädie. Nebel Verlag GmbH, Eggolsheim 2002, ISBN 3-89555-076-0, S. 160.

Weblinks

 Commons: Libethenite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

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