Tetramminkupfersulfat

Erweiterte Suche
Strukturformel
Tetraaminkupfer Kation.svgSulfat-Ion2.svg Punkt Hydrat
Allgemeines
Name Tetramminkupfersulfat
Summenformel Cu(NH3)4SO4 · H2O
CAS-Nummer 10380-29-7
Eigenschaften
Molare Masse 245,75 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,81 g·cm−3[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]

Monohydrat

07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 315-319-335
P: 261-​305+351+338 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [2][1]
Reizend
Reizend
(Xi)
R- und S-Sätze R: 36/37/38
S: 26-37/39
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche nicht möglich

Tetraamminkupfer(II)-sulfat [Cu(NH3)4]SO4 ist ein Komplexsalz des zweiwertigen Kupfers und der Schwefelsäure. Als Feststoff liegt es als Monohydrat [Cu(NH3)4]SO4 · H2O vor. Die tiefblaue Farbe der Salzkristalle entsteht durch den Tetraamminkomplex [Cu(NH3)4]2+ des Kupfers, der in wässriger Lösung durch zwei weitere Wassermoleküle komplexiert wird. Das an Luft langsam zu einem grünen Pulver verwitternde Salz hat einen Zersetzungspunkt von ca. 150 °C.

Tetraamminkupfer(II)-sulfat entsteht durch Versetzen einer wässrigen Kupfer(II)-sulfat-Lösung mit Ammoniak im Überschuss:

$ \mathrm {CuSO_{4}+4\ NH_{3}+H_{2}O\longrightarrow \ {[Cu(NH_{3})}_{4}]SO_{4}\cdot \ H_{2}O} $

Der Farbumschlag von blassblau zu tiefblau kann zum Nachweis der Kupferionen dienen. Auf Bildung des Tetraamminkupferkomplexes beruht auch die Verwendung von Kupfersalzen als Geheimtinte.

Obwohl die Tetraammin-kupfer(II)-salze stabile Komplexsalze sind, ist dieser Komplex nicht so stark, dass keine Reaktion mit Schwefelwasserstoff (H2S) möglich ist. Bei der Zugabe von Schwefelwasserstoff (H2S) wird schwarzes Kupfer(II)-sulfid ausgefällt. Die aus dem Gleichgewicht des Komplexes resultierende Kupfer(II)-ionenkonzentration[3] entsprechend der Gleichung

$ \mathrm {[Cu(NH_{3})_{4}]^{\,2+}\rightleftharpoons \ Cu^{\,2+}+4\ NH_{3}} $

ist höher als die max. Lösungskonzentration des Kupfer(II)-sulfids. Deshalb wird trotz der Komplexverbindung Kupfer(II)-sulfid ausgefällt.


Bei der Zugabe von Kalkmilch zu einer Lösung von Tetraamminkupfer(II)-sulfat bildet sich ein blaugrüner Niederschlag. Dieses Farbpigment, auch als Kalkblau oder Neuwieder Blau[4] bezeichnet, wird für Malerfarben verwendet.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Datenblatt Tetraamminecopper(II) sulfate monohydrate bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 24. April 2011.
  2. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Zubereitungen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  3. Jander-Wendt: Lehrbuch der analytischen und präparativen anorganischen Chemie, 3. Auflage, S. Hirzel Verlag, Sttg., 1959, S. 243.
  4. Brockhaus der Naturwissenschaften und der Technik, 4. Auflage, S. F.A.Brockhaus Verlag, Wiesbaden, 1958, S. 325.