Palladium(IV)-oxid

Palladium(IV)-oxid

Kristallstruktur
Kristallstruktur von Palladiumdioxid
__ Pd4+     __ O2−
Allgemeines
Name Palladium(IV)-oxid
Andere Namen

Palladiumdioxid

Verhältnisformel PdO2
CAS-Nummer 12036-04-3
Kurzbeschreibung

dunkelroter oder schwarzer Feststoff [1]

Eigenschaften
Molare Masse 138,42 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

200 °C (Zersetzung zu PdO) [1]

Löslichkeit

in Wasser, Säuren und Laugen unlöslich [2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Palladium(IV)-oxid, auch als Palladiumdioxid bezeichnet, ist eine chemische Verbindung der Elemente Palladium und Sauerstoff. Es ist als Hydrat ein dunkelrotes, als Reinsubstanz ein schwarzes Salz, das bei 200 °C in Palladium(II)-oxid zerfällt.

Gewinnung und Darstellung

Palladium(IV)-oxid fällt als Niederschlag beim Versetzen von PdCl62--haltigen wässrigen Lösungen mit verdünnter Natronlauge an[2][4]:

Na2PdCl6+4 NaOH⟶ PdO2+6 NaCl+2 H2O

Eine Lösung von Natriumcarbonat enthält ausreichend Hydroxidionen und kann anstatt von Natronlauge verwendet werden:

Na2PdCl6+2 Na2CO3⟶ PdO2+6 NaCl+2 CO2↑

Eine weitere Synthesemethode ist die anodische Oxidation von Palladium(II)-nitrat.[4] Die Herstellung durch Oxidation von Palladium(II)-chlorid mit Ozon verläuft mit schlechten Ausbeuten, da das Palladiumdioxid mit der als Nebenprodukt anfallenden Salzsäure teilweise weiterreagiert.[4]

Eigenschaften

Physikalische Eigenschaften

Palladiumdioxid kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem in der Raumgruppe P42/mnm mit den Gitterparametern a = 448 pm und c = 310 pm sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle (Rutilstruktur).[5]

Chemische Eigenschaften

Beim Erhitzen gibt Palladiumdioxid Sauerstoff ab und geht bei 200 °C in Palladium(II)-oxid über, das wiederum bei 875 °C in die Elemente zerfällt.[6]

2 PdO2  →−O2200∘C  2 PdO  →−O2875∘C  2 Pd

Das Hydrat löst sich in konzentrierter Natriumhydroxidlösung unter Bildung von Hexahydroxopalladat-Ionen, die wasserfreie Substanz ist in Alkalien unlöslich.[6]

PdO2+2 NaOH+2 H2O⟶Na2[Pd(OH)6]

Ebenso ist das Hydrat des Palladiumdioxids in Salzsäure löslich, dabei werden Hexachlorpalladat(IV)-Ionen gebildet.[6]

PdO2+6 HCl⟶H2[PdCl6]+2 H2O

Palladiumdioxid ist in Oxalsäure zunächst unter Gelbfärbung und Bildung von Dioxalatopalladat(II)-Ionen [Pd(OOC-COO)2]2- löslich[7][4], beim Kochen wird es zu elementarem Palladium reduziert.

PdO2+2 (COOH)2⟶Pd+4 CO2↑+2 H2O

Auch beim Kochen mit Essigsäure entsteht elementares Palladium.[4]

Einzelnachweise

  1. ↑ 1,0 1,1 Palladium(IV)-oxid auf webelements.com
  2. ↑ 2,0 2,1 Arnold F. Holleman, Nils Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie, 102. Auflage, de Gruyter, Berlin 2007, S. 1732.
  3. ↑ Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  4. ↑ 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 Lothar Wöhler, James König: "Die Oxyde des Palladiums" in Zeitschr. f. Anorg. Chem. 1905, 47, S. 323ff. Volltext
  5. ↑ I. S. Shaplygin, G. L. Aparnikov, V. B. Lazarev: Preparation of palladium dioxide at high pressure. In: Zhurnal Neorganicheskoi Khimii. 1978, 23, 4, S. 884-7.
  6. ↑ 6,0 6,1 6,2 E. Wiberg, N. Wiberg, A. Holleman: Inorganic Chemistry. 101. Auflage, Academic Press, 2001, ISBN 978-0-1235-2651-9, S. 1520f. (eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche).
  7. ↑ M. M. Vezes: "Sur les sels complexes de palladium: palladoxalate" in Bull. Soc. Chim. 1899, (3)21, S. 172f. Volltext