Lithiumchlorat

Lithiumchlorat

Strukturformel
Lithiumion   Chloration
Allgemeines
Name Lithiumchlorat
Andere Namen

Chlorsaures Lithium

Summenformel LiClO3
CAS-Nummer
  • 13453-71-9 (Reinsubstanz)
  • 36355-96-1 (Hydrat)
PubChem 61612
Kurzbeschreibung

farblose lange hygroskopische Nadeln[1]

Eigenschaften
Molare Masse 90,39 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,119 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

127,6–129 °C[2][3]

Siedepunkt

270 °C (Zersetzung)[4]

Löslichkeit
Brechungsindex

1,64[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [5]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
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Lithiumchlorat ist das Lithiumsalz der Chlorsäure und wie viele Chlorate bei erhöhter Temperatur ein starkes Oxidationsmittel.

Herstellung

Lithiumchlorat kann aus Chlorsäure und Lithiumcarbonat hergestellt werden.[4]

Li2CO3+2 HClO3⟶2 LiClO3+H2O+CO2↑

Ferner wurde die Synthese aus Bariumchlorat und Lithiumsulfat beschrieben.[4]

Li2SO4+Ba(ClO3)2⟶2 LiClO3+BaSO4↓

Eigenschaften

Lithiumchlorat bildet drei verschiedene Hydrate: ein Trihydrat LiClO3 · 3 H2O, ein Monohydrat LiClO3 · H2O sowie ein Viertelhydrat 4 LiClO3 · H2O. Das Monohydrat geht bei 20,5 °C in das Viertelhydrat über, dieses wandelt sich bei 42 °C in das Anhydrat um.[6] Dieses Anhydrat kristallisiert im kubischen Kristallsystem.[1]

Bei 270 °C zersetzt sich Lithiumchlorat in Lithiumchlorid und Sauerstoff, als Nebenreaktion tritt eine Disproportionierung in die nächstniedrigere und die nächsthöhere Oxidationsstufe des Chlors auf.[4]

2 LiClO3 →Δ 2 LiCl+3 O2↑
4 LiClO3 →Δ LiCl+3 LiClO4

Verwendung

Lithiumchlorat wird als Oxidationsmittel in Raketentreibstoffen eingesetzt.[7]

Einzelnachweise

  1. ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Jean D'Ans, Ellen Lax: Taschenbuch für Chemiker und Physiker. 3. Elemente, anorganische Verbindungen und Materialien, Minerale, Band 3. 4. Auflage, Gabler Wissenschaftsverlage, 1997, ISBN 978-3-5406-0035-0, S. 534 (eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche).
  2. ↑ S. S. Wang, D. N. Bennion: "The Electrochemistry of Molten Lithium Chlorate and Its Possible Use with Lithium in a Battery" in J. Electrochem. Soc. 1983, 130(4), S. 741–747. Abstract
  3. ↑ A. N. Campbell, E. M. Kartzmark, W. B. Maryk: "The Systems Sodium Chlorate - Water - Dioxane and Lithium Chlorate - Water - Dioxane, at 25°" in Can. J. Chem. 1966, 44, S. 935–937. Volltext
  4. ↑ 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 R. Abegg, F. Auerbach, I. Koppel: Handbuch der anorganischen Chemie. Verlag S. Hirzel, 1908, 2. Band, 1. Teil, S. 136. Volltext
  5. ↑ Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  6. ↑ A. N. Campbell, J.E. Griffiths: "The System Lithium Chlorate - Lithium Chloride - Water at Various Temperatures" in Can. J. Chem 1956, 34 S. 1647–1661. Volltext
  7. ↑ E.-C. Koch: "Special Materials in Pyrotechnics: III. Application of Lithium and its Compounds in Energetic Systems" in Propellants, Explosives, Pyrotechnics 2004, 29(2). S. 67–80. doi:10.1002/prep.200400032