Cilastatin


Cilastatin

Strukturformel
Strukturformel von Cilastatin
Allgemeines
Freiname Cilastatin
Andere Namen
  • (Z)-7-[(2R)-2-Amino-3-hydroxy-3-oxopropyl]sulfanyl-2-[ [(1S)-2,2-dimethylcyclopropancarbonyl]amino]hept-2-ensäure (IUPAC)[1]
  • Cilastatinum (Latein INN)
Summenformel
  • C16H26N2O5S
  • C16H25N2NaO5S
CAS-Nummer
  • 82009-34-5 (Cilastatin)
  • 81129-83-1 (Cilastatin·Natrium)
  • 92309-29-0 (Imipenem-Cilastatin)
PubChem 5280454
ATC-Code

J01DH51 (Imipenem-Cilastatin)

DrugBank DB01597
Kurzbeschreibung

weißes bis hellgelbes, amorphes, hygroskopisches Pulver (Cilastatin·Natrium)[2]

Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

Protease-Inhibitoren

Verschreibungspflichtig: ja
Eigenschaften
Molare Masse
  • 358,45 g·mol−1 (Cilastatin)
  • 380,44 g·mol−1 (Cilastatin·Natrium)
Löslichkeit

sehr leicht löslich in Wasser und Methanol, schwer löslich in absolutem Ethanol, sehr schwer löslich in Dimethylsulfoxid, praktisch unlöslich in Aceton und Dichlormethan (Cilastatin·Natrium)[2]

Sicherheitshinweise
Bitte die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: ?
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][2]

Xi
Reizend
Cilastatin·Natrium
R- und S-Sätze R: 36
S: 36/39
LD50
  • 8000 mg·kg−1 (Ratte p.o.) (Cilastatin)[5]
  • 6786 mg·kg−1 (Maus i.v.) (Cilastatin·Natrium)[5]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Cilastatin ist eine chemische Verbindung, die als Arzneistoff eingesetzt wird. Es hemmt kompetitiv, reversibel und spezifisch das Enzym Dehydropeptidase-I. Cilastatin wird in fixer Kombination mit Imipenem (einem Antibiotikum aus der Gruppe der β-Lactam-Antibiotika, Untergruppe: Carbapeneme) in der Therapie von Infektionskrankheiten verwendet. Es verhindert eine rasche Verstoffwechselung (Metabolisierung) von Imipenem, so dass antibakteriell wirksame Imipenemkonzentrationen im Plasma und im Urin entstehen. Auch wurde im Tierversuch eine Reduktion der Nephrotoxizität von Imipenem beobachtet. Cilastatin besitzt selbst keine intrinsische antibakterielle Aktivität und beeinflusst die antibakterielle Wirkung von Imipenem nicht.[6] Cilastatin wurde 1979 und 1980 von Merck patentiert und ist in Kombination mit Imipenem unter dem Handelsnamen Zienam® von MSD Sharp & Dohme (MSD) im Handel.[5]

Chemie

Chemisch ist Cilastatin ein Derivat der natürlichen Aminosäure (R)-Cystein.

Handelsnamen

Kombinationspräparate

Handelspräparate enthalten Cilastatin ausschließlich in Kombination mit Imipenem: Tienam (CH), Zienam (A, D)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Pharmacogenomics Knowledge Base (engl.).
  2. 2,0 2,1 2,2 Datenblatt CILASTATIN SODIUM CRS beim EDQM, abgerufen am 18. Juli 2009.
  3. Datenblatt Cilastatin sodium salt bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 23. März 2011.
  4. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Zubereitungen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. 5,0 5,1 5,2  Thieme Chemistry (Hrsg.): RÖMPP Online - Version 3.4. Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart 2009.
  6. Keynan S, Hooper NM, Felici A, Amicosante G, Turner AJ: The renal membrane dipeptidase (dehydropeptidase I) inhibitor, cilastatin, inhibits the bacterial metallo-beta-lactamase enzyme CphA. In: Antimicrobial Agents and Chemotherapy. 39, Nr. 7, Juli 1995, S. 1629–1631. PMID 7492120. Volltext bei PMC: 162797. Abgerufen am 18. Juli 2009.
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