Weltenergiebedarf

Weltenergiebedarf

Der Weltenergiebedarf ist die Menge an Primärenergie, die weltweit im Jahr benötigt wird. Zurzeit liegt der Wert bei 505 Exajoule (EJ) oder ca. 140 PWh pro Jahr (2010)[1]. Der Weltbedarf an elektrischer Energie macht rund 17 % davon aus.[2] In Deutschland wurden 2010 etwa 14 EJ[3] (etwa 3,9 PWh) Primärenergie benötigt. Davon entfielen etwa 580 TWh auf elektrische Energie. 469 EJ pro Jahr entsprechen einer mittleren Gesamtleistung von etwa 14.9 GW Gigawatt mit einem Anteil von 2.5 GW an elektrischer Energie.

Energiebedarf nach Region

Von 1990 bis 2008 stieg der Energiebedarf pro Kopf um 10 %, während die Weltbevölkerung um 27 % wuchs. Der Weltenergiebedarf stieg um 39 %. Die höchsten Zuwächse gab es im Mittleren Osten mit 170 %, in China mit 146 % und in Indien mit 91 %. Die USA, die EU-27-Staaten und China hatten einen Anteil von 50 % am Weltenergiebedarf, bei einem Bevölkerungsanteil von 32 % (2008). Der Verbrauchszuwachs zwischen 1990 und 2008 betrug 40,1 Mrd. kWh. Davon entfielen auf China 14,7 Mrd. kWh, auf den Mittleren Osten 4,4 Mrd. kWh und auf die USA 4,4 Mrd kWh.[4]

Im Jahr 2008 betrug der Energiebedarf von China und Indien, bei 37 % Anteil an der Weltbevölkerung, 22,5 % vom Weltenergiebedarf. 1990 waren es noch 13,5 % bei einem fast gleichen Bevölkerungsanteil. Der Energiegebrauch pro Kopf in Indien (6.280 kWh/Kopf) und China (18.608 kWh/Kopf) war unter dem Mittel der Welt (21.283 kWh/Kopf) (2008). [4]

Der durchschnittliche Energiebedarf betrug 2008 21.283 kWh/Kopf, wobei die USA (87.216 kWh/Kopf), Europa (40.821 kWh/Kopf) und der Mittlere Osten (34.774 kWh/Kopf) deutlich darüber liegen.[4]

Energiebedarf nach Region (kWh pro Kopf) und Zunahme 1990–2008 (%)[4][5]
kWh/Kopf Bevölkerung (Mio.) Bedarf (1 000 TWh)
1990 2008 Zunahme 1990 2008 Zunahme 1990 2008 Zunahme
USA 89.021 87.216 −2 % 250 305 22 % 22,3 26,6 20 %
EU-27 40.240 40.821 1 % 473 499 5 % 19,0 20,4 7 %
Mittlerer Osten 19.422 34.774 79 % 132 199 51 % 2,6 6,9 170 %
China 8.839 18.608 111 % 1.141 1.333 17 % 10,1 24,8 146 %
Lateinamerika 11.281 14.421 28 % 355 462 30 % 4,0 6,7 66 %
Afrika 7.094 7.792 10 % 634 984 55 % 4,5 7,7 70 %
Indien 4.419 6.280 42 % 850 1.140 34 % 3,8 7,2 91 %
Sonstige1 25.217 23.871 k. A. 1.430 1.766 23 % 36,1 42,2 17 %
Welt 19.422 21.283 10 % 5.265 6.688 27 % 102,3 142,3 39 %
Quelle: IEA/OECD, Bevölkerung OECD/World Bank
1 Sonstige: zusammengefasst, u. a. Kanada, Japan, Australien, übriges Asien

Es wurden auch Energieimporte und Exporte einbezogen. Eine weitere Datenbasis bildet die CO2-Emissionen pro Kopf. Die höchsten Werte hatten 2001:[6]

  1. USA: 29 Tonnen
  2. Australien: 21 Tonnen
  3. Kanada: 20 Tonnen
  4. Schweiz: 18 Tonnen
  5. Finnland: 18 Tonnen
  6. Niederlande: 17 Tonnen
  7. Belgien: 17 Tonnen
  8. Irland: 16 Tonnen
  9. Zypern:16 Tonnen
  10. UK: 15 Tonnen

Allgemeines

Der Weltenergiebedarf steigt derzeit stark an. Bis 2030 wird eine Bedarfssteigerung um etwa die Hälfte auf 160.500 Mrd.kWh bis 2060 in etwa eine weitere Verdoppelung auf 321.000 Mrd. kWh prognostiziert.[7] Hauptgrund ist, dass sich voraussichtlich bis dahin der Lebensstandard in aufstrebenden Entwicklungs- und Schwellenländern - allen voran China und Indien - stark dem Lebensstandard in den westlichen Industrienationen angeglichen haben wird.

Derzeit werden rund 85 % des globalen Energiebedarfs durch fossile Energieträger gedeckt. Die Gründe hierfür sind sowohl technologischer, als auch ökonomischer Natur. Nach Einschätzung des Copenhagen Consensus Centers wird der Verbrauch an fossilen Energieträgern, ungeachtet der derzeitigen Bemühungen der Klimapolitik, in den kommenden Jahrzehnten noch steigen. Nach vorsichtigen Schätzungen wird sich der Weltenergiebedarf bis 2050 mindestens verdoppeln. Dies ist ein bedeutender Grund dafür, dass fossile Ressourcen bis weit in dieses Jahrhundert eine große Rolle bei der Deckung des Weltenergiebedarfs spielen werden.[8]

Durch die begrenzten fossilen Ressourcen kann der wachsende Energiebedarf nicht annähernd gedeckt werden. Weltweit werden deshalb Fördermaßnahmen aufgelegt, um neue Energien zu erschließen.

Energiekostenerhöhung

  • Eine Erhöhung des Barrel-Ölpreises um 1 $ entspricht weltweit einer Zusatzbelastung der Wirtschaft von 31 Milliarden Dollar im Jahr bei einem Verbrauch von 85 Millionen Barrel/Tag.[9] Wenn sich langfristig die Gaspreise um denselben Betrag erhöhen, verdoppelt[10] sich der Wert auf ca. 60 Milliarden Dollar jährlich.
  • Die bisherige Erhöhung der Ölpreise von 25 $ (2002) auf 100 $ im Jahr 2011 verursacht somit Zusatzkosten von 2325 Milliarden Dollar pro Jahr.
  • Für Deutschland bedeutet ein um 75 $ gestiegener Barrelpreis eine volkswirtschaftliche Mehrbelastung von jährlich 60 Milliarden Dollar bei einem Verbrauch von 800 Millionen Barrel/Jahr
  • Eine Erhöhung des Strompreises um einen €-Cent pro Kilowattstunde entspricht weltweit einer zusätzlichen Belastung von 180 Milliarden Euro pro Jahr.
  • Für Deutschland bedeutet eine Strompreiserhöhung um einen €-Cent pro Kilowattstunde eine volkswirtschaftliche Mehrbelastung von jährlich 5,5 Milliarden Euro.

Siehe auch

Weblinks

Quellen