Manfred Zeidler (Chemiker)

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Manfred Zeidler (* 25. September 1935 in Berlin) ist ein deutscher Chemiker.

Nach dem Abitur in Münster/Westfalen studierte Zeidler an der dortigen Westfälische Wilhelms-Universität das Fach Chemie. Als Fulbright-Stipendiat ging er 1958 nach Chicago und erlangte 1961 einen Master of Science-Abschluss an der DePaul University. 1963 erfolgte die Promotion bei Hermann Gerhard Hertz an der Universität Münster. Zeidler beschäftigte sich in dieser Zeit unter anderem mit der Untersuchung des Wassers in der Nähe von inerten Teilchen oder unpolaren Molekülgruppen[1], also z.B. mit der Mikrodynamik des Wassers bei hydrophoben Effekten. Im Jahre 1966 folgte er als Assistent seinem Doktorvater nach Karlsruhe an die dortige Universität (TH).

In der Arbeitsgruppe um Hermann Gerhard Hertz an der Universität Karlsruhe wurde Zeidler 1973 mit der Arbeit "Untersuchung molekularer Bewegungsvorgänge in Flüssigkeiten durch Kernresonanz und Neutronenspektroskopie" habilitiert.[2] Insbesondere arbeitete er auf dem Gebiet der Kernmagnetischen Resonanz, speziell ihren Relaxationsprozessen, zu deren Mechanismen er theoretische und experimentelle Untersuchungen durchführte. Durch Forschungen zur Neutronenstreuung am neu errichteten Hochflussreaktor in Grenoble wurden neue Angaben zu Molekülorientierungen in der flüssigen Phase möglich.[3]

1979 wurde Zeidler mit dem Carl-Duisberg-Gedächtnispreis ausgezeichnet[4], ein Jahr darauf erfolgte die Berufung an den Lehrstuhl für Physikalische Chemie der RWTH Aachen. Nach seiner Emeritierung im September 2000 beschäftigte sich Manfred Zeidler auch eingehend mit der Geschichte des Fachgebietes "Physikalische Chemie" in Deutschland und veröffentlichte im Jahre 2008 einen Überblick über deren historische Entwicklung.[5] .

Manfred Zeidler veröffentlichte bisher ca. 110 wissenschaftliche Publikationen. Zwei seiner Schüler sind die deutschen Physiko-Chemiker Ralf Ludwig und Edme H. Hardy.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. H.G. Hertz und M.D. Zeidler: Kernmagnetische Relaxationszeitmessungen zur Frage der Hydratation unpolarer Gruppen in wäßriger Lösung In: Ber. Bunsenges. Phys. Chem. 68, 1964, S.821.
  2. Ulrich Schindewolf: 100 Jahre Institut für Physikalische Chemie an der Universität Karlsruhe. Bunsen-Magazin, 2. Jahrgang, 6/2000, S. 145
  3. 100 Jahre . BUNSEN-MAGAZIN, 8. JAHRGANG, 4/2006, S. 91ff
  4. CDG-Preisträger
  5. M.D. Zeidler: Überblick über die geschichtliche Entwicklung der Physikalischen Chemie in Deutschland In: Bunsen-Magazin, 2008, Heft 3, S.83.

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