Ulrich Schindewolf

Ulrich Schindewolf (* 14. Juli 1927 in Berlin) ist ein deutscher Chemiker.

Leben

Ulrich Schindewolf wurde als Sohn von Otto Heinrich Schindewolf 1927 in Berlin geboren. Er studierte an den Universitäten in Berlin (Humboldt-Universität) und Tübingen und promovierte am heutigen Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen bei Karl Friedrich Bonhoeffer mit einer elektrochemischen Arbeit. Nach mehrjährigen Auslandsaufenthalten, u. a. am Massachusetts Institute of Technology, ging Schindewolf schließlich an das Kernforschungszentrum Karlsruhe. Er habilitierte sich in Karlsruhe und wurde 1972 als ordentlicher Professor an die Universität Karlsruhe (TH), Institut für Physikalische Chemie, Lehrstuhl für Molekulare Physikalische Chemie, berufen. Er wurde 1997 emeritiert.

Arbeit

Schindewolf beschäftigte sich mit einer Vielzahl von Arbeitsthemen:

Am physikalisch-chemischen Institut in Karlsruhe setzte Schindewolf seine im Kernforschungszentrum Karlsruhe begonnenen Arbeiten über die Isotopentrennung, insbesondere über die Anreicherung von schwerem Wasser fort, die auf dem katalysierten Isotopenaustausch zwischen technisch erzeugtem Wasserstoff und flüssigem Ammoniak beruht. 1974 konzipierte Schindewolf ein preisgekröntes Verfahren zur Entgiftung von Cyanidabfällen. Es beruht auf der schon von Justus von Liebig beschriebenen Hydrolysereaktion (CyanidFormiat und Ammoniak), die bei erhöhter Temperatur sehr schnell und vollständig abläuft. Später führte er umfassende Untersuchungen durch, die sich mit den thermodynamischen, elektrochemischen, spektroskopischen und kinetischen Eigenschaften solvatisierter Elektronen in polaren und unpolaren Lösungen beschäftigten.

Werke

  • Physikalische Kernchemie, F. Vieweg Verlag, Braunschweig, 1959

Weblinks

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die letzten News aus den Naturwissenschaften

01.04.2021
Teilchenphysik
Myon g-2: Kleines Teilchen mit großer Wirkung
Das Myon g-2-Experiment des Fermilab in den USA steht vor einem Sensationsmoment, der die Geschichte der Teilchenphysik neu schreiben könnte.
01.04.2021
Planeten - Elektrodynamik - Strömungsmechanik
Zwei merkwürdige Planeten
Uranus und Neptun habe beide ein völlig schiefes Magnetfeld.
30.03.2021
Kometen_und_Asteroiden
Der erste interstellare Komet könnte der ursprünglichste sein, der je gefunden wurde
Neue Beobachtungen mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) deuten darauf hin, dass der abtrünnige Komet 2I/Borisov einer der ursprünglichsten ist, die je beobachtet wurden.
25.04.2021
Raumfahrt - Astrophysik - Teilchenphysik
Erstmals Atominterferometer im Weltraum demonstriert
Atominterferometer erlauben hochpräzise Messungen, indem sie den Wellencharakter von Atomen nutzen.
25.03.2021
Quantenoptik
Sendungsverfolgung für eine Quantenpost
Quantenkommunikation ist abhörsicher, aber bislang nicht besonders effizient.
24.03.2021
Schwarze_Löcher - Elektrodynamik
Astronomen bilden Magnetfelder am Rand des Schwarzen Lochs von M 87 ab
Ein neuer Blick auf das massereiche Objekt im Zentrum der Galaxie M 87 zeigt das Erscheinungsbild in polarisierter Radiostrahlung.
24.03.2021
Astrophysik
Die frühesten Strukturen des Universums
Das extrem junge Universum kann nicht direkt beobachtet werden, lässt sich aber mithilfe mathematischer Theorien rekonstruieren.
23.03.2021
Supernovae - Teilchenphysik
Können Sternhaufen Teilchen höher beschleunigen als Supernovae?
Ein internationales Forschungsteam hat zum ersten Mal gezeigt, dass hochenergetische kosmische Strahlung in der Umgebung massereicher Sterne erzeugt wird. Neue Hinweise gefunden, wie kosmische Strahlung entsteht.
23.03.2021
Teilchenphysik
Neue Resultate stellen physikalische Gesetze in Frage
Forschende der UZH und des CERN haben neue verblüffende Ergebnisse veröffentlicht.
19.03.2021
Festkörperphysik - Teilchenphysik
Elektronen eingegipst
Eine scheinbar einfache Wechselwirkung zwischen Elektronen kann in einem extremen Vielteilchenproblem zu verblüffenden Korrelationen führen.