Destillation mit einem Alambic
Alambic; Abbildung in einer mittelalterlichen Handschrift
Alambic aus Täbris, 13. Jhd.
japanisches Ranbiki (< port. alambique) aus der Edo-Zeit mit wassergekühltem Kopf (Murakami Medical Archive, Nakatsu-City, Japan)
Alambic in Ost-Timor

Der Alambic (Alambik, Alambique, Alembic, Alembicus) oder Destillierhelm, in der Alchemie auch Caput Mauri, Capitellum, Galea genannt, ist ein Gefäß zur Trennung von Stoffen durch Erhitzen und anschließendes Abkühlen (Destillation). Ähnlich wie die Retorte weist der Alambic ein langes, seitlich nach unten führendes Rohr auf, durch das das Destillat in ein Auffanggefäß abfließen kann. Jedoch ist der Boden des Alambic offen, so dass er auf den eigentlichen Destillierkolben gesteckt werden kann.

Geschichte

Die Erfindung des Alambic wird den Arabern zugeschrieben. Der Name ist abgeleitet vom arabischen al-anbiq (الأنبيق), das wiederum zusammengesetzt ist aus dem arabischen Artikel al und dem griechischen Wort ambyx (ἄμβυξ) für Gefäß.[1]

Die „Destillatio“ war eines der grundlegenden Verfahren der mittelalterlichen Alchemie. In den hermetischen Schriften wurde der Alambic, der dazu diente, das Elixier, den Äther oder die Essenz eines Stoffes zu destillieren, als ein Miniatur-Kosmos gesehen, in dem die destillierten Substanzen von der Erde zum Himmel aufsteigen.

Das Verfahren der Destillation war bereits bei den Ägyptern und in der griechischen Antike zur Herstellung ätherischer Öle gebräuchlich. Ursprünglich erhitzte man Pflanzenteile in einem offenen Kessel, über dem auf einem Gitter Wolle in mehreren Schichten ausgebreitet war. Die aufsteigenden Dämpfe kondensierten in den Wollschichten, und das Wasser-Öl-Gemisch konnte nun ausgepresst und getrennt werden. Die Araber verfeinerten dieses Verfahren - vermutlich im 9. oder 10. Jahrhundert – mit der Erfindung des Alambic, indem sie über dem Kessel einen helmartigen Deckel mit einer inneren Auffangrinne für das Kondensat anbrachten. Der aus der erhitzten Flüssigkeit aufsteigende Dampf kondensierte an den Wänden des Aufsatzes, das Kondensat sammelte sich in dessen unterem Rand und floss durch den schnabelartigen Ausguss in ein Sammelgefäß ab.

Weiterentwicklung

Bei den verbesserten Apparaten kam eine Wasserkühlung zur Anwendung. Entweder wurde das Kühlrohr verlängert und durch ein Fass mit kaltem Wasser geleitet oder es befand sich um den Destillierhelm eine große Wasserschüssel. Diese Apparatur hieß Mauren-Kopf (lateinisch: caput mauri), da die Kühlschüssel wie ein Turban aussah.[2]

Materialien

Der Alambic wurde wegen des Kühleffekts meist aus Kupfer, bisweilen aber auch aus Keramik oder Glas hergestellt. Die Geräte kamen bis ins 19. Jahrhundert bei chemischen Verfahren zur Anwendung. Ähnliche Apparate, zum Beispiel der pot still bei der Whisky-Herstellung, werden heute noch zur Destillation von Branntwein oder ätherischen Ölen benutzt.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Alambic – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Wiktionary Wiktionary: Alambic – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Literatur

  • Forbes, Robert James: A Short History of the Art of Distillation: from the beginnings up to the death of Cellier Blumenthal. Leyden: E. J. Brill, 1948 (Reprint 1970
  • Eduard Gildemeister, Friedrich Hoffmann: Die ätherischen Öle. Erster Band. Militz bei Leipzig: Schimmel [u.a.], 1928, S. 222-262 (Digitalisat UB Braunschweig)
  • Pfeiffer, Gerhard: Technologische Entwicklung von Destilliergeräten vom Spätmittelalter bis zur Neuzeit. Regensburg: Univ. Diss., 1986.
  • Hermann Schelenz: Zur Geschichte der pharmazeutisch-chemischen Destilliergeräte . Militz bei Leipzig: Schimmel,1911 (Reprint 1964)

Einzelnachweise

  1. Vgl. Forbes (1970), S. 23
  2. Destillieren Artikel von T. Seilnacht über die Geschichte der Destillierapparate