Abschirmung (Atomphysik)
Abschirmung bezeichnet in einem Mehrelektronen-Atom die Verringerung der anziehenden Wechselwirkung zwischen einem Elektron und dem Kern durch die Wirkung der übrigen Elektronen.
Die Energie
mit
- effektiver Kernladungszahl
- Kernladungszahl
- Abschirmkonstante
(s.u.)
- Kernladungszahl
- effektiver Quantenzahl
(s.u.) - Rydberg-Energie
(dort zum Vergleich auch die Formel für Ein-Elektron-Systeme).
Für die Radialteile der zugehörigen Einelektron-Wellenfunktionen
mit dem Normierungsfaktor N.
Einelektronen-Wellenfunktionen mit so ermittelten Radialanteilen heißen Slater-Orbitale.
Slater-Regeln
Die Abschirmkonstante
- Elektronenschalen mit Hauptquantenzahlen größer n bleiben unberücksichtigt.
- Jedes weitere Elektron mit gleichem n trägt 0,35 zu
bei (für n = 1 aber nur 0,3). - Jedes Elektron der Schale n – 1 trägt zu
bei:
- für Nebenquantenzahlen l = 0 (s-Unterschale) und l = 1 (p-Unterschale): jeweils 0,85
- für Nebenquantenzahlen l = 2 (d-Unterschale) und l = 3 (f-Unterschale): jeweils 1,0.
- 4. Alle Elektronen aus noch tiefer liegenden Schalen liefern einen Beitrag von 1,0.
Daraus folgt:
n | n' |
---|---|
1 | 1,0 |
2 | 2,0 |
3 | 3,0 |
4 | 3,7 |
5 | 4,0 |
6 | 4,2 |
Auswirkung
Durch die Abschirmung wird im Rahmen des Sommerfeldschen Atommodell die Bahnentartung, sprich die Energiegleichheit von Zuständen gleicher Hauptquantenzahl n, aber unterschiedlicher Drehimpulsquantenzahl l, aufgehoben, da die Bahnen unterschiedlicher Drehimpulsquantenzahl unterschiedlichen Abschirmungen unterliegen.