Wolframate


Wolframate

Struktur des Orthowolframat-Ions

Als Wolframate werden die Salze der Wolframsäure bezeichnet. Sie sind chemisch verwandt mit den Chromaten und Molybdaten.

Wolframate sind in den verschiedensten Verhältnissen zwischen Säure und Basen bekannt, wobei die einfachste Form das Orthowolframat WO42− ist. Früher wurden die Salze entsprechend dem Verhältnis eingeteilt, so wurden die Salze der Parawolframsäure auch Parawolframate und die der Perwolframsäure Perwolframate bezeichnet, wobei auch noch andere Formen wie Isowolframsäure, Metawolframsäure oder Polywolframsäure namentlich existierten.

Außer dem Natriumparawolframat Na10W12O41 + 28 H2O und Kaliumwolframat K2WO4, die als Feuerschutzmittel für Holz und leicht entzündliche Stoffe, auch als Beizmittel in der Färberei dient, finden viele Salze als Malerfarben Anwendung, so Nickelwolframat NiWO4 (grün), Chromwolframat (grün), Cobaltwolframat (violett), Zinnwolframat (indigoblau), Bariumwolframat BaWO4 (Wolframweiss) und Eisenwolframat FeWO4 (chamois). Weiterhin dienen Ammoniumwolframat (NH4)10W12O41 und Natriumwolframat Na2WO4 als Katalysator bei organischen Synthesen. Magnesiumwolframat MgWO4 und vor allem Bleiwolframat PbWO4 werden als moderner Szintillator in der Teilchenphysik verwendet. Konzentrierte Lösungen von Natriumpolywolframat (3 Na2WO4 · 9 WO3 · H2O) werden wegen ihrer hohen Dichte als Schwerflüssigkeit verwendet.[1]

Natürlich kommen Wolframate in Form des Minerals Scheelit (Calciumwolframat CaWO4), Wolframit (Mischkristall), Ferberit (Eisenwolframat), Hübnerit (Manganwolframat), Sanmartinit (Eisen-Zink-Wolframat-Mischkristall), Stolzit (Bleiwolframat), Krasnoselskit (Cobaltwolframat) und einiger anderer vor.

Einzelnachweise

  1. Römpp CD 2006, Georg Thieme Verlag 2006