Leisingit
Leisingit | |
Andere Namen |
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Chemische Formel | |
Mineralklasse | Oxide und Hydroxide 4.FL.65 (8. Auflage: IV/K.15) nach Strunz 33.02.09.01 nach Dana |
Kristallsystem | trigonal |
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin | ditrigonal-skalenoedrisch; 3 2/m[3] |
Farbe | Hellgelb bis Gelborange |
Strichfarbe | Hellgelb |
Mohshärte | 3 bis 4 |
Dichte (g/cm3) | berechnet: 3,41[4] |
Glanz | Glasglanz |
Transparenz | durchsichtig bis durchscheinend |
Bruch | uneben; spröde |
Spaltbarkeit | vollkommen nach {001} |
Habitus | hexagonale Täfelchen, einzeln oder in Gruppen |
Häufige Kristallflächen | {0001}, {0001}, {1010}, {1120}[4] |
Kristalloptik | |
Brechungsindex | nω = 1,803 nε = 1,581[5] |
Doppelbrechung (optischer Charakter) |
δ = 0,222[5] ; einachsig negativ |
Leisingit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Oxide und Hydroxide“. Es kristallisiert im trigonalen Kristallsystem mit der idealisierten, chemischen Zusammensetzung (Cu2+,Mg,Zn)2(Mg,Fe)Te6+O6 · 6H2O[1][2]. Die in den runden Klammern angegebenen Elemente können sich in der Formel jeweils gegenseitig vertreten (Substitution, Diadochie), stehen jedoch immer im selben Mengenverhältnis zu den anderen Bestandteilen des Minerals.
Leisingit ist durchsichtig bis durchscheinend und entwickelt meist hexagonale, tafelige Kristalle mit glasähnlichem Glanz auf den Oberflächen, die einzeln stehen oder in büscheligen und rosettenartigen Aggregaten gruppiert sein können. Seine Farbe schwankt zwischen Hellgelb und Orangegelb, seine Strichfarbe ist dagegen immer hellgelb.
Etymologie und Geschichte
Erstmals entdeckt wurde Leisingit in der „Centennial Eureka Mine“ in den Tintic Mountains (Juab County) im US-Bundesstaat Utah und beschrieben 1996 durch Andrew C. Roberts, Lee A. Groat, Joel D. Grice, Robert A. Gault, Martin C. Jensen, Elizabeth A. Moffatt und John A. R. Stirling, die das Mineral nach Joseph F. Leising (1949– ) benannten, um seine Mithilfe bei der Sammlung der Sekundärminerale von den Abraumhalden der „Centennial Eureka Mine“ zu würdigen.
Klassifikation
Bereits in der mittlerweile veralteten, aber noch gebräuchlichen 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Leisingerit zur Mineralklasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort zur Abteilung der „Sulfite, Selenite, Tellurite“, wo er zusammen mit Cuzticit, Frankhawthorneit, Jensenit, Khinit, Kuranakhit, Mcalpineit, Montanit, Parakhinit, Utahit, Xocomecatlit und Yafsoanit die eigenständige Gruppe IV/K.15 bildete.
Die seit 2001 gültige und von der International Mineralogical Association (IMA) verwendete 9. Auflage der Strunzschen Mineralsystematik ordnet den Leisingit ebenfalls in die Klasse der „Oxide und Hydroxide“, dort allerdings in die Abteilung der „Hydroxide (ohne V oder U)“ ein. Diese Abteilung ist zudem weiter unterteilt nach der möglichen Anwesenheit von Kristallwasser und der Kristallstruktur, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung und seinem Aufbau in der Unterabteilung der „Hydroxide mit H2O ± (OH), Lagen kantenverknüpfter Oktaeder“ zu finden ist, wo es als einziges Mitglied die unbenannte Gruppe 4.FL.65 bildet.
Die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Leisingit dagegen in die Klasse der „Sulfate, Chromate und Molybdate“ und dort in die Abteilung der „Selenate und Tellurate“ ein. Hier ist er einziges Mitglied in der unbenannten Gruppe 33.02.09 innerhalb der Unterabteilung der „Selenate und Tellurate mit A+(B2+)mXO6Zq × x(H2O), x kann gleich 0 sein“ zu finden.
Bildung und Fundorte
Leisingit bildet sich als sehr seltenes Sekundärmineral in der Oxidationszone von tellurhaltigen Kupfer-Gold-Silber-Lagerstätten. Begleitminerale sind unter anderem Cesbronit, Jensenit, Hämatit und Quarz.
Außer an seiner Typlokalität „Centennial Eureka Mine“ konnte Leisingit bisher (Stand: 2011) an keinem weiteren Fundort nachgewiesen werden.[5]
Kristallstruktur
Leisingit kristallisiert trigonal in der Raumgruppe P31m (Raumgruppen-Nr. 162) mit den Gitterparametern a = 5,32 Å und c = 9,72 Å sowie einer Formeleinheit pro Elementarzelle.[1]
Siehe auch
Literatur
- Andrew C. Roberts, Lee A. Groat, Joel D. Grice, Robert A. Gault, Martin C. Jensen, Elizabeth A. Moffatt, John A. R. Stirling: Leisingite, Cu(Mg,Cu,Fe,Zn)2Te6+06 · 6H20, a new mineral species from the Centennial Eureka mine, Juab County, Utah, in: Mineralogical Magazine (Band 60, 1996), Mineralogical Society, S. 653-657
Weblinks
- Mineralienatlas:Leisingit (Wiki)
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 246.
- ↑ 2,0 2,1 Sean M. Margison, Joel D. Grice, Lee A. Groat: The crystal structure of Leisingite, (Cu2+,Mg,Zn)2(Mg,Fe)Te6+O6 · 6H2O, in: The American Mineralogist, Band 35, S. 759-763 (1997, PDF 428,8 kB)
- ↑ Webmineral - Leisingite
- ↑ 4,0 4,1 John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols: Leisingite, in: Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America, 2001 ([ PDF kB])
- ↑ 5,0 5,1 5,2 Mindat - Leisingite