Henry Moseley

Henry Gwyn Jeffreys Moseley (* 23. November 1887 in Weymouth, England; † 10. August 1915 in Gallipoli, Türkei) war ein britischer Physiker. Sein wichtigster wissenschaftlicher Beitrag war der Beweis der Richtigkeit des Konzeptes der Ordnungszahlen in der Chemie.

1906 trat er in das Trinity College der Universität Oxford ein. Nach dem Abschluss arbeitete er an der Universität Manchester mit Ernest Rutherford. In seinen ersten Jahren war er dort hauptsächlich mit der Lehre beschäftigt, nach einigen Jahren wurde er von der Lehrverpflichtung entbunden und begann, sich ganz der Forschung zu widmen.

1913 fand er mit Hilfe der Röntgenspektroskopie eine systematische Beziehung zwischen der Wellenlänge und der Ordnungszahl (Moseleysches Gesetz). Zuvor hatte man angenommen, dass die Ordnungszahl eine willkürliche Nummer ist, die auf der Reihenfolge der Atomgewichte basiert, aber geändert werden muss (beispielsweise von Dmitri Mendelejew), um ein Element an den richtigen Platz im Periodensystem zu bringen. Moseleys Entdeckung zeigte, dass die Ordnungszahlen eine experimentell messbare Basis hatten. Zusätzlich zeigte er, dass es Lücken bei den Nummern 43, 61 und 75 (heute bekannt als die radioaktiven Elemente Technetium und Promethium sowie das stabile, aber seltene Rhenium) gab. Daher sagte er in der Tradition von Mendelejew diese drei Elemente voraus. Seine Arbeiten waren ein weiterer Beweis für die damals noch umstrittene Atomtheorie.

1914 verließ er Manchester, um nach Oxford zurückzukehren und dort seine Forschungen fortzusetzen. Doch nachdem der Erste Weltkrieg ausgebrochen war, meldete er sich zu den Royal Engineers. Er fiel in der Schlacht von Gallipoli bei den Dardanellen auf der Halbinsel Gallipoli.

Nach Moseley ist ein Mondkrater benannt.

Weblinks

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