Cummingtonit

Cummingtonit
Cummingtonite - Dannemora Mine, Uppsala Län, Uppland, Sweden.jpg
Cummingtonit aus der Dannemora Mine, Uppsala Län, Uppland, Schweden
Bildbreite 2,2 mm
Chemische Formel

(Mg,Fe2+)7[OH|Si4O11]2

Mineralklasse Silicate und Germanate
9.DE.05 (8. Auflage: VIII/F.07) nach Strunz
66.01.01.02 nach Dana
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin monoklin-prismatisch $ \ 2/m $ [1]
Farbe grauweiß, dunkelgrün, braun
Strichfarbe weiß
Mohshärte 5 bis 6 [1]
Dichte (g/cm3) 3,1 bis 3,6 [1]
Glanz Glasglanz
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Bruch
Spaltbarkeit vollkommen nach {110}
Habitus säulige, blättrige oder faserige Kristalle; faserige Aggregate
Zwillingsbildung einfache oder mehrfache Zwillinge parallel {100}
Kristalloptik
Brechungsindex nα = 1,639 bis 1,671 ; nβ = 1,647 bis 1,689 ; nγ = 1,664 bis 1,708 [2]
Doppelbrechung
(optischer Charakter)
δ = 0,025 bis 0,037 [2] ; zweiachsig positiv
Optischer Achsenwinkel 2V = 65° bis 90° [2]

Das Mineral Cummingtonit ist ein eher selten vorkommendes Kettensilikat aus der Gruppe der Amphibole. Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung (Mg,Fe2+)7[OH|Si4O11]2[3] und entwickelt durchsichtige bis durchscheinende, säulige, blättrige oder faserige Kristalle bzw. faserige Mineral-Aggregate von grauweißer, dunkelgrüner oder brauner Farbe.

Cummingtonit bildet eine vollkommene Mischreihe mit Grunerit.

Etymologie und Geschichte

Erstmals entdeckt wurde Cummingtonit 1824 bei Cummington im Hampshire County (Massachusetts) in den USA und beschrieben durch Dewey, der das Mineral nach seiner Typlokalität benannte.

Klassifikation

In der alten (8. Auflage) und neuen Systematik der Minerale (9. Auflage) nach Strunz findet sich der Cummingtonit in der Abteilung der Ketten- und Bandsilikate (Inosilikate). Die alte Systematik teilt diese Abteilung nicht weiter auf und fasst nur noch die Mitglieder der Amphibolgruppe zusammen, wobei der Cummingtonit keiner speziellen Amphibolgruppe zugeteilt ist. Die neue Systematik dagegen unterteilt die Ketten- und Bandsilikate weiter und den Cummingtonit der neuen Unterabteilung der „Klinoamphibole“ zu.

In der Systematik der Minerale nach Dana gehört der Cummingtonit zwar auch zur Abteilung der Ketten- und Bandsilikate, dort aber aufgrund seiner Kristallstruktur zur Unterabteilung der Kettensilikate mit doppelten, unverzweigten Ketten (W=2) und dort zur Gruppe 1 der monoklinen Mg-Fe-Mn-Li-Amphibole.[4]

Bildung und Fundorte

Cummingtonit bildet sich meist regional in mittelgradigen, metamorphen Gesteinen, charakteristischerweise in metamorph umgestalteten Eisen-Formationen, aber auch als späte Mineral-Phase in einigen Gabbros und Noriten.[1]

Neben seiner Typlokalität Cummington in den USA wurde Cummingtonit weltweit bisher an rund 230 Fundorten nachgewiesen (Stand: 2009), so unter anderem in mehreren Regionen von Australien; im österreichischen Kärnten; Santa Cruz in Bolivien; in einigen Regionen von Brasilien; bei Oursi in Burkina Faso; in einigen Regionen von China; Finnland; Bretagne und Midi-Pyrénées in Frankreich und auf französisch Martinique; bei Tarkwa in Ghana; Kitaa in Grönland; England in Großbritannien; am Cuyuni in Guyana; Indien; Indonesien; Italien; auf Hokkaidō und Honshū in Japan; in mehreren Regionen von Kanada; Madagaskar; Neuseeland; Norwegen; in mehreren Regionen von Russland; einige Regionen in Schweden; am Verzasca in der Schweiz; auf St. Lucia; in Bratislavský kraj und Košice in der Slowakei; Südafrika; Südkorea; Andalusien und Extremadura in Spanien; Böhmen in Tschechien sowie in vielen Regionen der USA. [5]

Kristallstruktur

Cummingtonit kristallisiert monoklin-prismatisch in der Raumgruppe C2/m oder P21/m mit den in mehreren Messungen ermittelten, durchschnittlichen Gitterparametern a = 9,450 Å; b = 18,108 Å; c = 5,298 Å und β = 102.42°[6] sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle[1].

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Handbook of Mineralogy - Cummingtonite (englisch, PDF 78,2 kB)
  2. 2,0 2,1 2,2 Mindat - Cummingtonite (englisch)
  3.  Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. 5. Auflage. Christian Weise Verlag, München 2008, ISBN 3-921656-17-6.
  4. Webmineral - Minerals Arranged by the New Dana Classification, Inosilicate
  5. Mindat - Localities for Cummingtonite
  6. American Mineralogist Crystal Structure Database - Cummingtonite (englisch, 1998)

Literatur

  •  Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 626.

Weblinks

 Commons: Cummingtonite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

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