Bister (Malerei)

Aquarell in Bister von Walter François 1785

Bister (frz. bistre „nussbraun“, „schokoladenbraun“) ist eine Form der Tinte verschiedener Herstellungsart. Es hat eine deutlich gelb- bis tiefbraune Farbe und gute Lasurfähigkeit.

Beschaffenheit

Der klassische Bister wird erzeugt, indem man Ruß von verbranntem Holz – sogenannten Glanzruß – zu Pulver eindampft und später wieder verdünnt. Seine Farbe, die von gelb-, rötlich- bis schwarzbraun reicht, erhält Bister jedoch aufgrund der verwendeten Holzsorte. Am meisten wird Buchenholz, besonders die Rotbuche, verwendet. Für eine dunklere Färbung verwendet man die Eiche.

Später wurde Bister oft durch Sepia abgelöst. Auch Umbra wurde unter dem Namen Manganbister verwendet. Auch eine Lösung von Vandyckbraun – natürlicher Holzkohle – in Soda ergab einen Bister, den braunen Karmin. Die moderne Herstellung erfolgt durch Fällung von Mangan(II)-chlorid mit Chlorkalk und Kalkhydrat.

Verwendung

Verwendet wird die Wasserfarbe Bister unter anderem, um Feder-, Pinsel- oder Kohlezeichnungen einen warmen, bräunlichen Hintergrund zu verleihen. Aber auch um Bilder zu lavieren (verwaschen) oder als Malfarbe selber kommt Bister zum Einsatz. Diese Techniken der Zeichnung wurden besonders im 15. bis 18. Jahrhundert von Künstlern wie Leonardo da Vinci, Rembrandt, Claude Lorrain, Tintoretto oder Tizian angewendet.

Heute wird Bister noch bei Restaurierungen verwendet.

Literatur

  • Kurt Wehlte: Werkstoffe und Techniken der Malerei. Otto Maier, Ravensburg 1967. ISBN 3-473-48359-1 (früher: ISBN 3-473-61157-3)
  • Max Doerner : Malmaterial und seine Verwendung im Bilde 1. Auflage, Verlag für praktische Kunstwissenschaft, München-Berlin-Leipzig 1921, 19. Auflage, Urania Kunst und Gestaltung, Berlin, 2001 ISBN 3-332-01465-X

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