Xenobiotikum


Xenobiotikum

Xenobiotika (griechisch für dem Leben fremde Stoffe) sind chemische Verbindungen, die dem biologischen Stoffkreislauf eines Organismus[1] oder natürlichen Ökosystemen fremd sind. Sie enthalten oft Strukturelemente, die in dieser Form nicht oder nur äußerst selten in Naturstoffen vorkommen.[2]

Entstehung und Bedeutung

In der Natur sind Xenobiotika fast immer anthropogenen Ursprungs; häufige Xenobiotika sind künstliche Pflanzenschutzmittel, etwa halogenierte Kohlenwasserstoffe oder Kunststoffe. Viele dieser Stoffe sind biologisch nur schwer oder gar nicht abbaubar. Dies liegt teils am Vorhandensein von in der Natur selten vorkommenden funktionellen Gruppen wie aromatischer Nitro- oder Sulfonsäure-Gruppen, siehe etwa die Buchstabensäuren.[2]

Xenobiotika können positiv, gar nicht oder schädlich auf die Umwelt und Organismen einwirken (Ökotoxizität). Ein toxischer Effekt hängt neben der Aufnahme (Löslichkeit in Fett oder Wasser) auch von der biologischen Abbaubarkeit bzw. der Möglichkeit ab, das meist lipophile Xenobiotikum durch Biotransformation wasserlöslich und damit ausscheidbar zu machen[3] sowie von der Anreicherung in bestimmten Organismen oder Teilen von Organismen.[2]

Biochemie

In der Biochemie umfasst der Begriff Xenobiotika alle körperfremden Stoffe. Bei Verwendung des Begriffs ist darauf zu achten, welcher Organismus gemeint ist. Z. B. ist eine für den Menschen xenobiotische Substanz, wie z. B. ein Antibiotikum, nicht für den Pilz xenobiotisch, der sie bildet.

Siehe auch

  • Biotransformation

Einzelnachweise

  1.  Eintrag: xenobiotic. In: IUPAC Compendium of Chemical Terminology (the “Gold Book”). doi:10.1351/goldbook.XT06755 (Version: 2.2).
  2. 2,0 2,1 2,2 Thieme Chemistry (Hrsg.): Eintrag zu Xenobiotika im Römpp Online. Version 3.29. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2012, abgerufen am .
  3. Wissenschaft-Online-Lexika: Eintrag zu Xenobiotika im Lexikon der Biologie. Abgerufen am 30. Mai 2011.

Weiterführende Literatur

  • H. Parvez and C. Reiss: Molecular Responses to Xenobiotics. Elsevier 2001, ISBN 0-345-42277-5
  • C. Ioannides: Enzyme Systems That Metabolise Drugs and Other Xenobiotics. John Wiley and Sons 2001, ISBN 0-471-89466-4
  • M. Richardson: Environmental Xenobiotics. Taylor & Francis Ltd 1996, ISBN 0-748-40399-X
  • C. Ioannides: Cytochromes P450: Metabolic and Toxicological Aspects. CRC Press Inc 1996, ISBN 0-849-39224-1
  • Y.C. Awasthi: Toxicology of Glutathionine S-transferses. CRC Press Inc 2006, ISBN 0-849-32983-3