Thiepan

Thiepan

Strukturformel
Struktur von Thiepan
Allgemeines
Name Thiepan
Andere Namen

Hexamethylensulfid

Summenformel C6H12S
CAS-Nummer 4753-80-4
PubChem 78493
Eigenschaften
Molare Masse 116,22 g·mol−1
Dichte

0,99 g·cm−3 (20 °C) [1]

Siedepunkt

173–174 °C [1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Thiepan, auch Hexamethylensulfid genannt, ist der einfachste schwefelhaltige gesättigte siebengliedrige Heterocyclus.

Darstellung

Die Darstellung von Thiepan kann durch die Reaktion von 1,6-Dibromhexan mit Natriumsulfid[3] oder 1,6-Diiodhexan mit Kaliumsulfid[4] erfolgen.

Br−(CH2)6−Br + Na2S⟶ C6H12S + 2 NaBr

Eigenschaften

Thiepan siedet bei 173–174 °C und besitzt eine Dichte von 0,99 g/cm3.

Reaktionen

Die möglichen Reaktionen beschränken sich weitgehend auf Reaktionen am Schwefelatom und dessen α-Position, dem Kohlenstoff neben dem Schwefel. So kann Thiepan mit Kaliumpermanganat zu Sulfonen[5] oder mit Wasserstoffperoxid zu Sulfoxiden oxidiert werden.[6]

An α-Kohlenstoff können auch Abgangsgruppen eingeführt werden. So liefert die Reaktion mit N-Chlorsuccinimid 2-Chlorthiepan.[7] Dies ermöglicht weitere Reaktionen mit Nukleophilen. Hierzu können beispielsweise Grignard-Reagenzien[8] zur Einführung organischer Reste verwendet werden.

Datei:Reaktion Thiepan.png
Sequenz aus Chlorierung mit N-Chlorsuccinimid und Grignard-Reaktion. R = organischer Rest, X = Halogenid


Einzelnachweise

  1. ↑ 1,0 1,1 Mueller in: Monatsh. Chem. 1953, 84, 1206–1214.
  2. ↑ Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  3. ↑ A. Singh, A. Mehrotra, S. L. Regen: High Yield Medium Ring Synthesis of Thiacycloalkanes, in: Synth. Commun. 1981, 11, 409–412.
  4. ↑ J. v. Braun: Über cyclische Sulfide, in: Chem. Ber. 1910, 43, 3220–3226.
  5. ↑ G. W. Gokel, H. M. Gerdes, D. M. Dishong in: J. Org. Chem. 1980, 45, 3634–3639.
  6. ↑ R. L. Crumbie, D. D. Ridley in: Aust. J. Chem. 1981, 34, 1027–1035.
  7. ↑ H. J. Gais in: Angew. Chem. 1977, 89, 201–202.
  8. ↑ H. Sashida, T. Tsuchiya in: Heterocycles 1982, 19, 2147–2150.