Roy Plunkett

Erweiterte Suche

Roy J. Plunkett (* 26. Juni 1910 in Orange County, Kalifornien; † 12. Mai 1994) war ein US-amerikanischer Chemiker, der 1938 das Polymer Teflon entdeckte.

Leben

Roy Plunkett wurde am 26. Juni 1910 in Orange County, Kalifornien, geboren. Er zog später nach New Carlisle, Ohio, und dann nach Pleasant Hill, Ohio, wo er auf die Newton High School ging. Er studierte am Manchester College, Indiana (BA chemistry 1932) und an der Ohio State University (Ph. D. chemistry 1936). Im Jahr 1936 wurde er von der Firma „E. I. du Pont de Nemours and Company“ als forschender Chemiker für das Jackson Laboratory in Deepwater, New Jersey, angeworben.

Am 6. April 1938 überprüfte Plunkett einen gefrorenen und unter Druck stehenden Behälter mit 45 Kilogramm Tetrafluorethylen Inhalt, der für die Herstellung von FCKW-Kühlmittel verwendet wurde. Als er den Behälter öffnete, um eine Menge des Tetrafluorethylens mit Chlorwasserstoff zum Fluorchlorkohlenwasserstoff umzusetzen, stellte er fest, dass nichts aus dem Behälter herauskam. Die Druckmessgeräte zeigten keinen Überdruck mehr an. Demnach hätte der Inhalt entwichen sein müssen. Eine Wägung zeigt jedoch noch das gleiche Gewicht wie am Vortag. Als er den Behälter genauer untersuchte, entdeckte er ein weißes, wachsartiges Pulver, das sich gebildet hatte und sich vorher nicht im Behälter befand. Das Tetrafluorethylen im Behälter hatte sich durch Polymerisation in Polytetrafluorethylen (Teflon) umgewandelt, einen wächsernen Feststoff mit erstaunlichen Eigenschaften wie Korrosionsresistenz, geringer Oberflächenhaftung und hoher Hitzebeständigkeit. Am 4. Februar 1941 erhielt der Erfinder das US-Patent Nummer 2.230.654 ausgestellt, rückwirkend gültig ab 1. Juli 1939.[1]

Des Weiteren war Plunkett als Chefchemiker an der Herstellung des Benzinadditivs Tetraethylblei beteiligt (1939 bis 1952, DuPont Chambers Works). Danach leitete er die Freon-Produktion bei DuPont, bis er 1975 in den Ruhestand ging. Er wurde 1973 in die Hall of Fame der Kunststoffe und 1985 in die Hall of Fame der Erfinder beigefügt. Plunkett starb am 12. Mai 1994 im Alter von 83 Jahren.

Einzelnachweise

  1. US-Patent Nummer 2.230.654 vom 4. Februar 1941, abgefragt am 3. Februar 2010

Weblinks

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die letzten News aus den Naturwissenschaften

17.01.2022
Quantenphysik | Teilchenphysik
Ladungsradien als Prüfstein neuester Kernmodelle
Ein internationales Forschungsprojekt hat die modernen Möglichkeiten der Erzeugung radioaktiver Isotope genutzt, um erstmals die Ladungsradien entlang einer Reihe kurzlebiger Nickelisotope zu bestimmen.
13.01.2022
Sonnensysteme | Planeten | Elektrodynamik
Sauerstoff-Ionen in Jupiters innersten Strahlungsgürteln
In den inneren Strahlungsgürteln des Jupiters finden Forscher hochenergetische Sauerstoff- und Schwefel-Ionen – und eine bisher unbekannte Ionenquelle.
12.01.2022
Schwarze Löcher | Relativitätstheorie
Die Suche nach einem kosmischen Gravitationswellenhintergrund
Ein internationales Team von Astronomen gibt die Ergebnisse einer umfassenden Suche nach einem niederfrequenten Gravitationswellenhintergrund bekannt.
11.01.2022
Exoplaneten
Ein rugbyballförmiger Exoplanet
Mithilfe des Weltraumteleskops CHEOPS konnte ein internationales Team von Forschenden zum ersten Mal die Verformung eines Exoplaneten nachweisen.
07.01.2022
Optik | Quantenoptik | Wellenlehre
Aufbruch in neue Frequenzbereiche
Ein internationales Team von Physikern hat eine Messmethode zur Beobachtung licht-induzierter Vorgänge in Festkörpern erweitert.
06.01.2022
Elektrodynamik | Quantenphysik | Teilchenphysik
Kernfusion durch künstliche Blitze
Gepulste elektrische Felder, die zum Beispiel durch Blitzeinschläge verursacht werden, machen sich als Spannungsspitzen bemerkbar und stellen eine zerstörerische Gefahr für elektronische Bauteile dar.
05.01.2022
Elektrodynamik | Teilchenphysik
Materie/Antimaterie-Symmetrie und Antimaterie-Uhr auf einmal getestet
Die BASE-Kollaboration am CERN berichtet über den weltweit genauesten Vergleich zwischen Protonen und Antiprotonen: Die Verhältnisse von Ladung zu Masse von Antiprotonen und Protonen sind auf elf Stellen identisch.
04.01.2022
Milchstraße
Orions Feuerstelle: Ein neues Bild des Flammennebels
Auf diesem neuen Bild der Europäischen Südsternwarte (ESO) bietet der Orion ein spektakuläres Feuerwerk zur Einstimmung auf die Festtage und das neue Jahr.
03.01.2022
Sterne | Elektrodynamik | Plasmaphysik
Die Sonne ins Labor holen
Warum die Sonnenkorona Temperaturen von mehreren Millionen Grad Celsius erreicht, ist eines der großen Rätsel der Sonnenphysik.
30.12.2021
Sonnensysteme | Planeten
Rekonstruktion kosmischer Geschichte kann Eigenschaften von Merkur, Venus, Erde und Mars erklären
Astronomen ist es gelungen, die Eigenschaften der inneren Planeten unseres Sonnensystems aus unserer kosmischen Geschichte heraus zu erklären: durch Ringe in der Scheibe aus Gas und Staub, in der die Planeten entstanden sind.