Iodophore

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Iodophore (von griechisch phorós = tragend) sind stabile Einschlussverbindungen, die sich aus Makromolekülen mit elementarem Iod bilden.

Als Trägermaterialien kommen Polycarbonsäuren, Tenside oder Polymere zum Einsatz, die 0,5 – 3 % Iod komplex gebunden enthalten. Da das Iod im Gegensatz zu Iod-Tinkturen fester gebunden ist, zeichnen sich Iodophore dadurch aus, dass sie die Haut nicht färben, einen schwächeren Iod-Geruch besitzen und weniger korrosiv und toxisch sind. Iodophore finden in Desinfektionsmitteln, Antiseptika und Fungiziden Verwendung.[1]

Beispiele für Iodophore sind:

  • Das Polymer Polyvinylpyrrolidon (bekannt als „PVP“ oder „Polyvidon“) bindet Iod sehr stark. Der 10 % iodhaltige Komplex "PVP-Iod" ist sehr leicht wasserlöslich, während elementares Iod wasserunlöslich ist. Gegenüber klassischer Iodtinktur hat sich PVP-Iod in der medizinischen Wundbehandlung durchgesetzt. Bekannte Handelsnamen sind beispielsweise Braunol®, Betaisodona® und Mercuchrom®-Jod Lösung.
  • Kürzlich wurde ein Komplex von Methylcellulose und Iodoform entdeckt. Der ca. 5 % iodoformhaltige Komplex ist mäßig wasserlöslich, während Iodoform wasserunlöslich ist.

Einzelnachweise

  1. Thieme Chemistry (Hrsg.): Eintrag zu Iodophore im Römpp Online. Version 3.29. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2012, abgerufen am 12. Juni 2012.

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