Glycolspaltung

Glycolspaltung

Die Glycolspaltung bezeichnet die Reaktion von Glycolen (1,2-Diole) mit Oxidationsmitteln unter Bildung von Aldehyden und Ketonen.[1]

Bleitetraacetat

Im noch nicht vollständig geklärten Reaktionsverlauf wird wahrscheinlich aus dem Diol und dem Bleitetraacetat gebildeter Ester ionisch gespalten. Dabei werden cis-Diole schneller gespalten als trans-Diole.[1] Diese Namensreaktion wird nach ihrem Entdecker Rudolf Criegee auch Criegee-Glycolspaltung genannt.[2]

Periodsäure

Im Gegensatz zu Bleitetraacetat ist Periodsäure wasserlöslich und kann daher als Reagens für die in organischen Lösungsmitteln unlöslichen Saccharide verwendet werden. Anwendung findet sie bei der Bestimmung von Ringgrößen von Glycosiden.[1] Diese Namensreaktion ist auch nach ihrem Entdecker als Malaprade-Reaktion bekannt.[3]

Im Zuge der Malaprade-Spaltung entstehen aus primären unsubstituierten Alkoholen jeweils Formaldehyd-Moleküle. Aus sekundären Alkoholgruppen gehen nach der Spaltung Ameisensäuremoleküle hervor. Bei der quantitativen Analyse von Polyolen wird häufig eine acidimetrische Titration der Ameisensäure nach vorangegangener Malaprade-Spaltung durchgeführt.

Weitere Anwendungen

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Organikum. 19. Auflage. Barth, Ed. Deutscher Verlag der Wissenschaften, Leipzig/ Berlin/ Heidelberg 1993, ISBN 3-335-00343-8.
  2. Rudolf Criegee: Eine oxydative Spaltung von Glykolen (II. Mitteil. über Oxydationen mit Blei(IV)-salzen). In: Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft. 1931, 64, 2, S. 260-266, doi:10.1002/cber.19310640212.
  3. Comprehensive Organic Name Reactions and Reagents. doi:10.1002/9780470638859.conrr406.