Diammoniumtrisulfid


Diammoniumtrisulfid

Strukturformel
2 Struktur des Ammoniumions     Struktur des Trisulfid-Ions
Allgemeines
Name Diammoniumtrisulfid
Andere Namen

Ammoniumpolysulfid

Summenformel H8N2S3
CAS-Nummer
  • 12259-92-6
  • 9080-17-5 (unbestimmtes Diammoniumpolysulfid)
Kurzbeschreibung

klare, gelbe bis rötliche Flüssigkeit mit Geruch nach verfaulten Eiern[1]

Eigenschaften
Molare Masse 132,25 g·mol−1
Aggregatzustand

Flüssig

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [2]
05 – Ätzend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 314-400
EUH: 031
P: ?
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [2]
Ätzend Umweltgefährlich
Ätzend Umwelt-
gefährlich
(C) (N)
R- und S-Sätze R: 31-34-50
S: (1/2)-26-45-61
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Diammoniumtrisulfid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Ammoniumsalze und anorganischen Polysulfide.

Gewinnung und Darstellung

Diammoniumtrisulfid kann durch Reaktion von Schwefel mit Ammoniumhydrogensulfid gewonnen werden.[4]

$ \mathrm{2 \ (NH_4)SH + 2 \ S \rightarrow (NH_4)_2S_3 + H_2S} $

Eigenschaften

Diammoniumtrisulfid gehört zu den Ammoniumsulfiden, zu denen auch Ammoniumsulfid und Ammoniumhydrogensulfid zählen. Es ist eine klare gelbe bis rötliche Flüssigkeit mit einem Geruch nach verfaulten Eiern.[1]

Verwendung

Diammoniumpolysulfid wird als Analysechemikalie (zum Nachweis von Cyaniden), bei der Willgerodt-Reaktion und als Insektizid eingesetzt.[1] Früher wurde es auch in Stinkbomben verwendet, jedoch sind in Deutschland Stinkbomben auf der Basis von Ammoniumsulfid, Ammoniumhydrogensulfid und Ammoniumpolysulfiden laut § 3 der Bedarfsgegenständeverordnung verboten.[5]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Hazardous Substance Fact Sheet of Ammonium polysulfide
  2. 2,0 2,1 Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 12259-92-6 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich)
  3. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Zubereitungen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. Patnaik; Handbook of Inorganic Chemical Compounds; ISBN 978-0-07-049439-8
  5. Anlage 1 zu § 3 der BedGgstV