Anyuiit


Anyuiit

Anyuiit
Andere Namen
  • IMA 1987-053
Chemische Formel

Au(Pb,Sb)2

Mineralklasse Elemente - Metalle und intermetallische Legierungen
1.AA.15 (8. Auflage: I/A.01) nach Strunz
01.01.04.01 nach Dana
Kristallsystem tetragonal
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin 4/mmm
Farbe silbergrau-metallisch
Strichfarbe bleigrau-metallisch
Mohshärte 3,5
Dichte (g/cm3) 13,49
Glanz metallisch
Transparenz opak
Bruch
Spaltbarkeit
Habitus

Anyuiit ist ein sehr seltenes Mineral aus der Mineralklasse der Elemente, genauer der Metalle und intermetallischen Verbindungen. Es kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Au(Pb,Sb)2 und bildet zusammen mit Blei und Gold massive, längliche bis flache polymetallische Körner von 1-4 mm Größe. Anyuiit ist dabei komplex mit Blei verwachsen und formt dabei flache Aggregate bis zu 0,9 mm Länge von silbergrauer Farbe.[1]

Etymologie und Geschichte

Anyuiit wurde erstmals 1989 von L.V. Razin und G.A. Sideorenko am Großen Anjui im Nordosten Sibiriens (Russland) gefunden. Es ist nach seiner Typlokalität benannt.

Klassifikation

In der Systematik der Minerale nach Strunz wird Anyuiit zu den Metallen und intermetallischen Verbindungen, einer Untergruppe der Elemente gezählt. Nach der 8. Auflage bildet dabei zusammen mit Auricuprid, Bogdanovit, Gold, Hunchunit, Kupfer, Silber, Tetra-Auricuprid und Yuanjiangit eine Gruppe. In der 9. Auflage bildet es mit Khatyrkit und Novodneprit eine Untergruppe der Kupfer-Cupalit-Familie.

In der Systematik nach Dana bildet es mit Hunchunit eine Untergruppe der metallischen Elemente außer den Platinmetallen.[2]

Bildung und Fundorte

Anyuiit bildet sich zusammen mit anderen Element-Mineralen in ultramafischen Gabbro-Gesteinen und in Gold-Konzentraten. Es ist mit Blei, Gold, Ilmenit, Titan-Magnetit, Chromspinell, Hämatit, Pyrit, Chalcopyrit, Apatit, Hunchinit, Pyrrhotin und Magnetit vergesellschaftet.

Neben der Typlokalität sind weitere Funde aus Russland (bei Syssert im Ural und Mirny in Sacha), bei Lubin in Polen, sowie eine Fundstelle bei Hunchun in China bekannt.

Kristallstruktur

Anyuiit kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem in der Raumgruppe I4/mcm mit den Gitterparametern a = 7,39 Å und c = 5,61 Å, sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. L.V. Razin und G.A. Sideorenko: Anyuiit. In: Mineral. Zhurnal, 1989, 11(4), S. 88-96, Abstract in: American Mineralogist, 1991, 76, S. 299-305.
  2. New Dana Classification of Native Elements

Literatur

  • Anyuiit in: Anthony et al.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101 (pdf)
  • L.V. Razin und G.A. Sideorenko: Anyuiit. In: Mineral. Zhurnal, 1989, 11(4), S. 88-96 (russisch), Abstract in: American Mineralogist, 1991, 76, S. 299-305 (engl., pdf).

Weblinks