Ytterbium(II)-iodid


Ytterbium(II)-iodid

Kristallstruktur
Kristallstruktur von Ytterbium(II)-iodid
__ Yb2+     __ I
Allgemeines
Name Ytterbium(II)-iodid
Andere Namen

Ytterbiumdiiodid

Verhältnisformel YbI2
CAS-Nummer 19357-86-9
PubChem 4227090
Kurzbeschreibung

gelber Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 426,85 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

780 °C (Zersetzung)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 315-319-335
P: 261-​305+351+338 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][2]
Reizend
Reizend
(Xi)
R- und S-Sätze R: 36/37/38
S: 26-36
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Ytterbium(II)-iodid (YbI2) ist eine chemische Verbindung aus den Elementen Ytterbium und Iod. Es ist ein gelber Feststoff und löst sich in Wasser mit gleichfalls gelber Farbe. Ytterbium(II)-iodid wurde zusammen mit Samarium(II)-iodid (SmI2) als Reagenz für organische Synthesen eingeführt.

Darstellung

Ytterbium gehört zu den Lanthanoiden und besitzt die Elektronenkonfiguration [Xe] 4f14 6s2. In seinen Verbindungen kommt es bevorzugt in der Oxidationsstufe +3 und seltener in der Oxidationsstufe +2 vor.

Die Darstellung von Ytterbium(II)-iodid erfolgt durch thermischen Abbau von Ytterbium(III)-iodid:[1]

$ \mathrm{2\ YbI_3\ \xrightarrow []{\Delta\ T}\ 2\ YbI_2\ +\ I_2} $

Etabliert hat sich die Darstellung über Ytterbiummetall und 1,2-Diiodethan in Tetrahydrofuran (THF).[4] Die Reaktion läuft zwar bei Raumtemperatur ab, jedoch ist aufgrund der Empfindlichkeit der Reagenzien wasserfrei und unter Inertgas zu arbeiten. Bei Anwesenheit von Sauerstoff erfolgt ansonsten eine rasche Oxidation zum Ytterbium(III). Dies ist optisch an der Farbänderung von grüner zu gelber Lösung erkennbar.

$ \mathrm{Yb\ +\ ICH_2CH_2I\ \xrightarrow []{THF} \ YbI_2\ +\ H_2C=CH_2} $

Eigenschaften

Ytterbium(II)-iodid ist ein gelber Feststoff, der sich in Wasser mit gleichfalls gelber Farbe löst. Ytterbium(II)-iodid ist sehr luft- und feuchtigkeitsempfindlich; es wird an Luft rasch zu Ytterbium(III) oxidiert. Die wässrige Lösung zersetzt sich rasch unter Wasserstoffentwicklung und weitgehender Entfärbung; dabei scheiden sich basische Iodide ab. Mit Säuren verläuft die Reaktion stürmisch.[1]

YbI2 sintert bei 0,01 Torr ab etwa 780 °C und ergibt bei etwa 920 °C eine viskose Schmelze. Es beginnt dabei, in Yb und YbI3 zu disproportionieren. Bei etwa 800 °C ist ein gelbes Sublimat von YbI2 an den Glaswänden zu beobachten; diese verdeckt teilweise die Disproportionierung. Der Schmelzpunkt kann daher nur ungenau bestimmt werden.[1][5]

Verwendung

Ytterbium(II)-iodid wird neben Samarium(II)-iodid (SmI2) als Reagenz für zahlreiche organische Synthesen verwendet.[4]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 G. Jantsch, N. Skalla, H. Jawurek: „Zur Kenntnis der Halogenide der seltenen Erden. V. – Über die Halogenide des Ytterbiums“, in: Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie, 1931, 201, S. 207–220; doi:10.1002/zaac.19312010119.
  2. 2,0 2,1 2,2 Datenblatt Ytterbium(II) iodide, powder, ≥99.9% trace metals basis bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 25. April 2011.
  3. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Zubereitungen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. 4,0 4,1 P. Girard, Jean-Louis Namy, Henri B. Kagan: „Divalent Lanthanide Derivatives in Organic Synthesis. 1. Mild Preparation of SmI2 and YbI2 and Their Use as Reducing or Coupling Agents“, in: J. Am. Chem. Soc., 1980, 102 (8), S. 2693–2698; doi:10.1021/ja00528a029.
  5. Gmelins Handbuch der anorganischen Chemie, System Nr. 39, Band C 6, S. 199–200.

Literatur

  • Henri B. Kagan, Jean-Louis Namy: „Lanthanides in organic synthesis“, in: Tetrahedron, 1986, 42 (24), S. 6573–6614; doi:10.1016/S0040-4020(01)82098-6.
  • Patrick G. Steel: „Recent developments in lanthanide mediated organic synthesis“, in: J. Chem. Soc., Perkin Trans. 1, 2001, S. 2727–2751; doi:10.1039/a908189e.