West Texas Intermediate

Erweiterte Suche

Ölpreise der Sorten Brent und WTI in US-Dollar pro Barrel seit 2000

West Texas Intermediate (auch WTI) ist ein leichtes, süßliches Rohöl aus den USA. Durch seinen u. a. geringen Schwefelgehalt eignet es sich besonders für die Mineralöl-Raffinierung und die Herstellung von Benzin. Der Preis pro Barrel (159 Liter) WTI-Öl entspricht in der Regel dem der leichten Nordseesorte Brent Crude, kann aber geringfügig abweichen.

Ende April 2011 erreichten die Preise für WTI den höchsten Stand seit September 2008 als der Preis infolge der Wirtschaftskrise einbrach. WTI schloss am 29. April mit 113,93$. Seit dem Einsetzen des Winters 2010/2011 stieg der Preis für die Nordseesorte Brent Crude teilweise deutlich höher an als der Preis für Öl der Sorte WTI, was sehr ungewöhnlich ist (siehe Grafik). Der Preisunterschied weitete sich bis Juni 2011 auf bis zu 22$ aus und im November 2012 lag er bei 23$.

Mit fundamentalen Daten lässt sich dies nicht erklären, da beide Sorten von etwa gleicher Qualität sind. Brent besitzt zudem den Vorteil, dass es geographisch sehr nahe am (europäischen) Markt liegt. Der Hauptgrund für den hohen Preisunterschied dürften Sorgen um die wirtschaftliche Erholung der USA sein, vor allem nach enttäuschenden US-Arbeitslosenzahlen für den Mai 2011. Laut ZDF heute-journal vom 12. November 2012 sei der WTI Preis aufgrund neuer Fördertechnologien und stark steigender Fördermengen gesunken, die USA wären dabei sich vom Ölimporteur zum Exporteur zu entwickeln, derzeit seien sie nach Fördermenge auf Platz 3, man rechne damit das sie bald auf Platz 1 vor Saudi-Arabien aufrücken werden. Für den Export würden jedoch Pipelines fehlen, daher sei WTI derzeit günstiger als BRENT.

Wie andere Ölpreise auch ist der Preis von WTI/Brent ein maßgeblicher Anhaltspunkt für die Entwicklung der Benzinpreise und hat einen großen Einfluss auf die Weltwirtschaft. Wobei die Bedeutung beider Sorten schwindend ist, zum einen wegen der stark sinkenden Fördermenge und politischen Motiven, vor allem aufgrund von Erklärungen einiger OPEC-Mitglieder sich zukünftig wegen der starken Preisschwankungen weniger am Preis von WTI/Brent orientieren zu wollen.

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die letzten News aus den Naturwissenschaften

25.11.2021
Sonnensysteme | Exoplaneten
Wenig Kollisionsgefahr im Planetensystem TRAPPIST-1
Sieben erdgrosse Planeten umkreisen den Stern TRAPPIST-1 in nahezu perfekter Harmonie.
23.11.2021
Optik
„Maßgeschneidertes“ Licht
Ein Forscherteam entwickelt erstmals ein Lichtfeld, welches die Struktur des vierdimensionalen Raums widerspiegelt.
15.11.2021
Schwarze Löcher
Woher kommt das Gold?
Wie werden chemische Elemente in unserem Universum produziert?
08.11.2021
Teilchenphysik
Neue Einblicke in die Struktur des Neutrons
Sämtliche bekannte Atomkerne und damit fast die gesamte sichtbare Materie bestehen aus Protonen und Neutronen – und doch sind viele Eigenschaften dieser allgegenwärtigen Bausteine der Natur noch nicht verstanden.
08.11.2021
Physikdidaktik | Strömungsmechanik
Warum Teekannen immer tropfen
Strömungsmechanische Analysen der TU Wien beantworten eine alte Frage: Wie kommt es zum sogenannten „Teapot-Effekt“?
05.11.2021
Teilchenphysik | Thermodynamik
Elektronen-Familie erzeugt bisher unbekannten Aggregatzustand
Ein internationales Forschungsteam des Exzellenzclusters ct.
04.11.2021
Galaxien | Schwarze Löcher
Jet der Riesengalaxie M87
In verschiedenen Wellenlängen lässt sich ein gigantischer Teilchenstrahl beobachten, der von der Riesengalaxie M87 ausgestoßen wird.
04.11.2021
Galaxien
Am weitesten entfernter Nachweis von Fluor in sternbildender Galaxie
Eine neue Entdeckung gibt Aufschluss darüber, wie Fluor – ein Element, das in unseren Knochen und Zähnen als Fluorid vorkommt – im Universum entsteht.
02.11.2021
Monde | Kometen und Asteroiden
Planetologen erforschen schweres Bombardement des Mondes vor 3,9 Milliarden Jahren
Der Mond war vor 3,9 Milliarden Jahren einem schweren Bombardement mit Asteroiden ausgesetzt.
29.11.2021
Optik | Quantenoptik
Nur durch Billiardstel Sekunden getrennt
Ultrakurze Lichtblitze dauern weniger als eine Billiardstel Sekunde und haben eine wachsende technologische Bedeutung.