Walter Weldon

Erweiterte Suche

Walter Weldon (* 31. Oktober 1832 in Loughborough; † 20. September 1885 in Burstow), war ein englischer Chemiker sowie Journalist und Publizist. Sein zweiter Sohn war Walter Frank Raphael Weldon, ein englischer Zoologe und Biometriker.

Leben und Werk

Walter Weldon entwickelte ein Verfahren, um das bei der Chlorgewinnung aus Chlorwasserstoff und Braunstein entstehende Mangan(II)-chlorid zurück in Braunstein umzuwandeln. Das nach ihm benannte Weldon-Verfahren wurde erst durch das Deacon-Verfahren und später durch die elektrolytische Gewinnung von Chlor durch Chloralkalielektrolyse ersetzt.

1854 begann er als Journalist in London beim The Dial, der später vom The Morning Star übernommen wurde. 1860 gab er das Monatsmagazin Weldon's Register of Facts and Occurrences relating to Literature, the Sciences and the Arts heraus. Er gab auch die Zeitschriften Weldon's Fashion Journal, Weldon's Patterns und Weldon's Household Encyclopaedia heraus. Er gab auch in den späten 1800ern Strickanleitungen über Weldon & Company heraus. Um 1888 erschien Weldon’s Practical Needlework und Weldon's Ladies' Journal (1875–1954).

Weldon-Verfahren

Im ersten Schritt reagiert Mangandioxid mit Salzsäure unter Chlorentwicklung zu Mangan(II)-chlorid:

$ \mathrm{MnO_2 + 4 \ HCl \longrightarrow MnCl_2 + Cl_2 + 2 \ H_2O} $

Das entstehende Mangan(II)-chlorid wird mit Kalkwasser versetzt und unter Luftzutritt entsteht Calciummanganit, das wieder in den Prozess zurück geführt werden kann:

$ \mathrm{2 \ MnCl_2 + 3 \ Ca(OH)_2 + O_2 \rightarrow CaO \cdot 2 \ MnO_2 + 3 \ H_2O + 2 \ CaCl_2} $

Das entstehende Calciummanganit reagiert mit HCl wie folgt:

$ \mathrm{CaO \cdot 2 \ MnO_2 + 10 \ HCl \rightarrow CaCl_2 + 2 \ MnCl_2 + 2 \ Cl_2 + 5 \ H_2O} $

Das MnCl2 kann recycelt werden, während das CaCl2 als Beiprodukt anfällt und entsorgt werden muss.

Weblinks

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die letzten News aus den Naturwissenschaften

25.11.2021
Sonnensysteme | Exoplaneten
Wenig Kollisionsgefahr im Planetensystem TRAPPIST-1
Sieben erdgrosse Planeten umkreisen den Stern TRAPPIST-1 in nahezu perfekter Harmonie.
23.11.2021
Optik
„Maßgeschneidertes“ Licht
Ein Forscherteam entwickelt erstmals ein Lichtfeld, welches die Struktur des vierdimensionalen Raums widerspiegelt.
15.11.2021
Schwarze Löcher
Woher kommt das Gold?
Wie werden chemische Elemente in unserem Universum produziert?
08.11.2021
Teilchenphysik
Neue Einblicke in die Struktur des Neutrons
Sämtliche bekannte Atomkerne und damit fast die gesamte sichtbare Materie bestehen aus Protonen und Neutronen – und doch sind viele Eigenschaften dieser allgegenwärtigen Bausteine der Natur noch nicht verstanden.
08.11.2021
Physikdidaktik | Strömungsmechanik
Warum Teekannen immer tropfen
Strömungsmechanische Analysen der TU Wien beantworten eine alte Frage: Wie kommt es zum sogenannten „Teapot-Effekt“?
05.11.2021
Teilchenphysik | Thermodynamik
Elektronen-Familie erzeugt bisher unbekannten Aggregatzustand
Ein internationales Forschungsteam des Exzellenzclusters ct.
04.11.2021
Galaxien | Schwarze Löcher
Jet der Riesengalaxie M87
In verschiedenen Wellenlängen lässt sich ein gigantischer Teilchenstrahl beobachten, der von der Riesengalaxie M87 ausgestoßen wird.
04.11.2021
Galaxien
Am weitesten entfernter Nachweis von Fluor in sternbildender Galaxie
Eine neue Entdeckung gibt Aufschluss darüber, wie Fluor – ein Element, das in unseren Knochen und Zähnen als Fluorid vorkommt – im Universum entsteht.
02.11.2021
Monde | Kometen und Asteroiden
Planetologen erforschen schweres Bombardement des Mondes vor 3,9 Milliarden Jahren
Der Mond war vor 3,9 Milliarden Jahren einem schweren Bombardement mit Asteroiden ausgesetzt.
29.11.2021
Optik | Quantenoptik
Nur durch Billiardstel Sekunden getrennt
Ultrakurze Lichtblitze dauern weniger als eine Billiardstel Sekunde und haben eine wachsende technologische Bedeutung.