Ullrich Trendelenburg

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Ullrich Trendelenburg (* 31. Dezember 1922 in Gehlsdorf; † 21. November 2006 in Tübingen; vollständiger Name: Ullrich Georg Trendelenburg) war ein deutscher Pharmakologe.

Leben

Trendelenburg wurde als Sohn des Pharmakologen Paul Trendelenburg und dessen Frau Veronika geb. Wilcken geboren. Der Großvater väterlicherseits, Friedrich Trendelenburg, war ein bekannter Chirurg. Der Großvater mütterlicherseits, Ulrich Wilcken, war Althistoriker. Im Berliner Pharmakologischen Institut seines Vaters lernte er Pharmakologen kennen, die Gegner des Nationalsozialismus waren, wie Otto Krayer, Edith Bülbring und Marthe Vogt. Im Krieg meldete er sich zur Luftwaffe, um der SS zu entgehen. Nach der Kriegsgefangenschaft studierte er in Göttingen und Uppsala Medizin und wurde an der Universität Göttingen zum Dr. med. promoviert.

Von 1952–1956 arbeitete er als British Council scholar am Department of Pharmacology in Oxford bei Joshua Harold Burn. Hier heiratete er 1953 seine Frau Christel, mit der er eine Tochter hatte. Von 1956–1957 war er am Pharmakologischen Institut der Universität Mainz bei Gustav Kuschinsky, von 1957-1968 am Department of Pharmacology der Harvard Medical School bei Otto Krayer. Von dort wurde er auf den Lehrstuhl für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Würzburg berufen, den er bis zu seiner Emeritierung 1991 innehatte. Danach lebte er bis zu seinem Tod in Tübingen.[1]

Trendelenburg in Tübingen (Dezember 1995)

Forschung

Trendelenburgs Hauptforschungsgebiet war die Pharmakologie des autonomen Nervensystems und der Katecholamine. Er identifizierte neue Rezeptoren an autonomen Ganglienzellen, klärte Mechanismen der Über- und Unterempfindlichkeit gegen Pharmaka,[2] klärte die Wirkungsweise von direkten und indirekten Sympathomimetika und beschrieb Inaktivierungswege für Katecholamine, bei denen ein Transportprotein und ein abbauendes Enzym hintereinandergeschaltet sind. Er nannte diese Inaktivierungswege "metabolisierende Systeme"[3].

Von 1975 bis 1979 war Trendelenburg Präsident der Deutschen Pharmakologischen Gesellschaft, von 1969–1991 Herausgeber von Naunyn-Schmiedebergs Archiv für experimentelle Pathologie und Pharmakologie. Der International Union of Pharmacology (IUPHAR) diente er von 1981–1998, zum Beispiel als Vizepräsident.

Sensibilisiert durch seine Freundschaft mit Opfern des Nationalsozialismus, stellte er nach seiner Emeritierung den einzigartigen Mut Otto Krayers gegenüber dem Nationalsozialismus dar [4] und sammelte die Biographien verfolgter Pharmakologen [5].

Ehrungen

Trendelenburg war Ehrenmitglied der Polnischen, Indischen, Tschechoslowakischen, Deutschen und Venezolanischen Pharmakologischen Gesellschaften und Ehrendoktor der Medizinischen Fakultäten von fünf Universitäten. 1998 verlieh ihm die Deutsche Pharmakologische Gesellschaft die Schmiedeberg-Plakette.[1]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Klaus Starke: In memoriam: Ullrich Georg Trendelenburg (31 December 1922-21 November 2006). In: Naunyn-Schmiedeberg's Archives of Pharmacology 2007;375:231–240.
  2. Ullrich Trendelenburg: Supersensitivity and subsensitivity to sympathomimetic amines. In: Pharmacological Reviews 1963; 15:225–276.
  3. Ullrich Trendelenburg: The metabolizing systems involved in the inactivation of catecholamines. In: Naunyn-Schmiedeberg's Archives of Pharmacology 1986; 332:201–207.
  4. Ullrich Trendelenburg: Otto Krayer (22. Oktober 1899 bis 18. März 1982) und das "Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" (April 1933). In: DGPT Mitteilungen 1995; 16:33–34.
  5. Ullrich Trendelenburg: Verfolgte deutschsprachige Pharmakologen 1933–1945. Frechen, Dr. Schrör Verlag, 2006. ISBN 3-9806004-7-5


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