Norman Hackerman

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Norman Hackerman (* 2. März 1912 in Baltimore, Maryland; † 16. Juni 2007 in Temple, Texas) war ein US-amerikanischer Chemiker, Materialforscher sowie Präsident der University of Texas at Austin und der Rice University.

Leben

Hackerman war der einzige Sohn des Schneiders Jacob Hackerman und von Ann Raffel Hackerman, Immigranten aus dem heutigen Gebiet von Estland und Litauen. Er studierte Chemie an der Johns Hopkins University, machte 1932 seinen Bachelor-Abschluss und wurde 1935 promoviert.

Er war im Zweiten Weltkrieg langjähriger Mitarbeiter am Manhattan-Projekt, das die erste Atombombe entwickelte. Später war er für die Firma Colloid Corp. tätig, die Lösungen für die Homogenisierung von Milch entwickelte. Er lehrte zudem an der Johns Hopkins-Universität, dem Loyola College in Baltimore und am Virginia Polytechnic Institute and the Virginia State University (heute "Virginia Tech") in Blacksburg (Virginia). 1945 wurde er Assistenz-Professor, 1946 außerordentlicher Professor und 1950 Professor an der University of Texas. 1966 wurde er dort "Vice-Chancellor" ("Vorstandsvorsitzender"). Norman Hackerman war von 1967 bis 1970 Präsident der University of Texas in Austin und von 1970 bis 1985 Präsident der Rice University in Houston. Er war an der Rice University Initiator der "graduate school of management" und der "school of music". Während seiner Amtszeit konnte er das Stiftungskapital der Universität von 117 Mio. USD auf mehr als 400 Mio. USD steigern. Nach seiner Emeritierung war er als Emeritus weiterhin an der University of Texas in Austin tätig und hielt bis zu einem Monat vor seinem Tod noch Vorlesungen.

Hackerman starb an Herzversagen. Er war seit 1941 mit Gene Coulbourn verheiratet, die 2002 vorverstarb. Aus der Ehe gingen zwei Söhne und drei Töchter hervor.

Wirken

Bereits während seiner Tätigkeit beim Manhattan-Projekt in den 1940er Jahren hatte er mit Korrosionsforschungen zu tun. In den 1960er Jahren wurde Hackerman mit seinen Forschungen über Metallkorrosion, über elektrochemische Oxidation und den Prozess einer langsamen Korrosion bekannt. Er entwickelte Lösungen für die Materialproduktion korrosionsbeständiger Metalle und Möglichkeiten eines zuverlässigen Korrosionsschutzes.

1968 wurde er von US-Präsident Lyndon B. Johnson in das National Science Board berufen. Er war maßgeblich an der Entwicklung des Forschungs- und Ausbildungsprogramms der National Science Foundation der USA beteiligt; von 1974 bis 1980 war er deren Vorstandsvorsitzender. Neben zahlreichen Auszeichnungen, darunter dem „Whitney Award from the National Association of Corrosion Engineers“ (1956), der „Palladium Medal from the Electrochemical Society“ (1965), der „American Institute of Chemists’ Gold Medal“ (1978), dem „Charles Lathrop Parsons Award of the American Chemical Society“ (1987) und dem „Vannevar Bush Award of the National Science Board“ (1993) wurde Norman Hackerman 1993 von Präsident Bill Clinton mit der National Medal of Science geehrt. Norman Hackerman ist Namensgeber des „Norman Hackerman Award in Chemical Research“ der Welch Foundation, einer der ältesten und vermögendsten US-Stiftungen im chemischen Forschungsbereich.

Norman Hackerman veröffentlichte mehr als 200 wissenschaftliche Arbeiten und war seit 1969 Herausgeber des „Journal of Electrochemistry“, langjähriges Mitglied der American Chemical Society, ehemaliges Vorstandsmitglied der Electrochemical Society und ordentliches Mitglied der National Academy of Sciences.

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