James Rothman

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James Rothman (* 3. November 1950 in Haverhill, Massachusetts) ist ein US-amerikanischer Biochemiker und Professor an der Yale University.

Leben

Rothman erwarb 1971 einen Bachelor am Yale College. Er schrieb sich zunächst an der Harvard University für Medizin ein, erwarb aber 1976 dort einen Ph.D. an der Abteilung für Biochemie. Anschließend hatte er eine Stelle als Post-Doktorand am Massachusetts Institute of Technology. Eine Juniorprofessur für Biochemie (Assistant Professor 1978, Associate Professor 1981) erhielt Rothman an der Stanford University in Stanford, Kalifornien, 1984 eine ordentliche Professur. 1988 wurde er Professor für Molekulare Biologie an der Princeton University in Princeton, New Jersey. 1991 übernahm er die Leitung des Programms für zelluläre Biochemie und Biophysik am Sloan-Kettering Institute des Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York City und einen gleichnamigen Lehrstuhl. 2004 wurde er Professor für Physiologie und zelluläre Biophysik an der Columbia University, New York und wurde Direktor des dortigen Zentrums für chemische Biologie. 2008 übernahm er die Professur für Biomedizinische Wissenschaften an der Yale University in New Haven, Connecticut.[1]

Wirken

Rothman beschrieb den Mechanismus der intrazellulären Membranfusion. Er machte die wichtige Entdeckung, dass Zellen sehr kleine Vesikel enthalten, die mit Biomembranen ausgestattet sind und sehr unterschiedliche Proteine zwischen den Zellkompartimenten transportieren. Dieser Transportpozess, der Prozesse des Vesikelflusses und der Membranfusion einschließt, hat entscheidende Bedeutung in Zellwachstum und -teilung. Rothman konnte zeigen, dass die Spezifität der Membranfusion von der Paarung bestimmter Proteine – der SNARE-Proteine – zwischen den Biomembranen abhängt. Diese Entdeckung ermöglichte eine vereinheitlichte Erklärung zahlreicher physiologischer Prozesse, zu denen die Ausschüttung von Insulin, die Kommunikation von Nervenzellen und die Infektion von Zellen mit Viren wie dem HI-Virus gehören. Störungen in der Kontrolle dieser Membranfusionsprozesse spielen eine wichtige Rolle in der Pathophysiologie des Diabetes mellitus und vermutlich auch bestimmter Arten von Krebs. Fusions-Inhibitoren gehören zu den jüngeren Medikamenten, die helfen sollen, eine Infektion mit dem HI-Virus zu beherrschen, indem sie eine Membranfusion behindern.[2]

Auszeichnungen (Auswahl)

  • 1986 Eli Lilly Award in Biological Chemistry
  • 1986 Passano Award
  • 1989 Humboldt-Forschungspreis
  • 1990 Heinrich-Wieland-Preis
  • 1993 Mitgliedschaft in der National Academy of Sciences
  • 1994 Rosenstiel Award
  • 1994 Mitgliedschaft in der American Academy of Arts and Sciences
  • 1995 Ehrendoktorat der Universität Regensburg
  • 1996 Gairdner Foundation International Award
  • 1996 König-Faisal-Preis
  • 1997 Richard Lounsbery Award
  • 2000 Dr H.P. Heineken Prize für Biochemie und Biophysik der Königlich-Niederländischen Akademie der Wissenschaften[2]
  • 2001 Otto-Warburg-Medaille
  • 2002 Albert Lasker Award for Basic Medical Research; gemeinsam mit Randy Schekman[3]
  • 2002 Louisa-Gross-Horwitz-Preis mit Randy Schekman
  • 2007 Mitgliedschaft in der American Association for the Advancement of Science
  • 2010 Kavli-Preis
  • 2010 Massry-Preis[4]
  • 2010 E. B. Wilson Medal

Weblinks

Einzelnachweise

  1. James Rothman is Appointed the Fergus F. Wallace Professor auf yale.edu; abgerufen am 31. Oktober 2010
  2. 2,0 2,1 James E. Rothman bei knaw.nl; abgerufen am 31. Oktober 2010
  3. James Rothman and Randy Schekman bei laskerfoundation.org; abgerufen am 31. Oktober 2010
  4. usc.edu; abgerufen am 6. November 2010