InfraServ Knapsack


InfraServ Knapsack

InfraServ GmbH & Co. Knapsack KG
Logo
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1998[1]
Sitz Hürth-Knapsack, Deutschland
Leitung Ralf Müller, Dr. Clemens Mittelviefhaus
Mitarbeiter 825 Mitarbeiter, 65 Auszubildende (2011)[2]
Umsatz 182 Mio. € (Umsatz 2009)[2],
163 Mio. € (2010)[3]
165 Mio. € (2011)[2]
Gewinn 13 Mio. € (2009, EBIT)
Branche Industriedienstleistungen
Produkte Dienstleistung
Website www.infraserv-knapsack.de

InfraServ GmbH & Co. Knapsack KG ist ein Industrieparkdienstleister und der Standortbetreiber des Chemiepark Knapsack im Hürther Ortsteil Knapsack. Das Unternehmen entstand 1998 als Ausgliederung des Standorts aus der Hoechst AG. Es beschäftigt etwa 825 Mitarbeiter und etwa 65 Auszubildende.[2]

InfraServ GmbH & Co. Knapsack KG bietet Leistungen unter anderem in den Bereichen Anlagenplanung und -bau, Logistik, Anlagenservice und Standortbetrieb mit dem Betrieb von Ver- und Entsorgungsanlagen und Infrastrukturservices für die Industrie an, darüber hinaus stellt sie Teile ihrer Dienstleistungen im ganz Deutschlands zu Verfügung.

Geschichte

Hauptartikel: Chemiepark Knapsack

Historisches Logo

Das Unternehmen entstand ab 1997 durch Ausgliederung von Konzernteilen der Hoechst AG im Chemiestandort Hürth-Knapsack. Im Zuge der Fusion von Hoechst und Rhone-Poulenc zur Aventis 1999 übertrug die Hoechst AG ihre Anteile auf die Celanese AG.[4] Geschäftsführende Gesellschafterin von InfraServ Knapsack ist die InfraServ Verwaltungs-GmbH in Frankfurt am Main, eine Tochtergesellschaft der Celanese GmbH.

Die Kommandit-Anteile liegen bei verschiedenen anderen Nachfolgegesellschaften der Hoechst AG, die entsprechende Geschäftsaktivitäten im Chemiepark Knapsack übernommen haben, dabei handelt es sich um LyondellBasell (37 %), Celanese (Celanese GmbH: 22 %, Celanese Chemicals Europe GmbH: 5 %), Clariant (21 %) und Vinnolit (15 %).[2]

Tochter- und Beteiligungsgesellschaften

Die InfraServ GmbH & Co. Knapsack KG gründete am 20. Mai 2003 mit der Personal Transfair GmbH und am Folgetag mit der Ausbildungsstätte Rhein-Erft-Akademie GmbH zwei hundertprozentige Tochtergesellschaften. Eine dritte folgte am 20. November 2007 mit der InfraServ Engineering Services GmbH, die Ingenieurdienstleistungen deutschlandweit anbietet; diese wurde 2012 in InfraServ Knapsack OnSite Engineering umbenannt.

Bereits seit dem 29. November 1929 existiert die Abwasser-Gesellschaft Knapsack GmbH, an der InfraServ heute mit 67,4 % beteiligt ist. Die KCG Knapsack Cargo GmbH wurde am 1. Oktober 2001 gegründet und gehört zu 23 % der InfraServ und die EBS-Kraftwerk GmbH besteht seit dem 21. November 2003 und wird zur Hälfte von der InfraServ getragen.[2]

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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InfraServ GmbH & Co. Knapsack KG
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Tochtergesellschaften
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Beteiligungsgesellschaften
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Personal Transfair GmbH
 
 
 
Logo infraserv engineering services de 01.gif

InfraServ Knapsack OnSite Engineering GmbH
 
 
Abwasser-Gesellschaft Knapsack logo.svg

Abwasser-Gesellschaft Knapsack GmbH
 
KCG Knapsack Cargo logo.svg

KCG Knapsack Cargo GmbH
 
Logo EBS-Kraftwerk GmbH.svg

EBS-Kraftwerk GmbH


Rhein-Erft-Akademie logo.svg

Die Rhein-Erft-Akademie GmbH wurde im März 2010 an die überregional aktive Stiftung Bildung und Handwerk in Paderborn übergeben.


Leistungsspektrum

Werkszufahrt Knapsack
Chemiepark Knapsack, Wasserturm und Produktionsanlagen

InfraServ Knapsack bietet den Unternehmen am Standort Knapsack eine breite Palette von verschiedenen industrie- und chemienahen Dienstleistungen an, z.B. Analytik, Anlagenplanung und -bau, Instandhaltung, Reparaturen aller Art, Sicherheitsdienstleistungen wie z.B. Werksschutz und Feuerwehr, Umweltschutz, Logistik, eine gemeinsame Standort- und Umfeldkommunikation, eine werksärztliche Abteilung, Betriebsrestaurants, eine Autowerkstatt und das Kultur und Veranstaltungszentrum Feierabendhaus Knapsack, ein 1956 errichtetes denkmalgeschütztes Gebäude des Kölner Architekten Karl Hell.

Für die Produktion am Standort stellt InfraServ neben Strom verschiedene Gase und Flüssigkeiten über ein Pipelinesystem zur Verfügung. Dabei handelt es sich um Frischwasser, vollentsalztes Wasser, Dampf, Erdgas, Druckluft, Mess- und Regelluft sowie Sauerstoff und Stickstoff von der benachbarten Anlage von Praxair. Hinzu kommen die Gase im Stoffverbund innerhalb des Chemieparks, die von den ansässigen Firmen bereitgestellt werden. Dazu gehören Chlor, Natronlauge und Wasserstoff von Vinnolit sowie Chlorwasserstoff von CABB. Basell stellt Ethylen und Propylen, Thermphos Phosphor zur Verfügung. Verteilt werden diese Stoffe über Systeme der InfraServ Knapsack.

Wichtig für die angesiedelte Industrie ist zudem die Abwasser-Entsorgung, die durch die bereits 1929 durch die Unternehmen Hoechst, Degussa und RWE gegründete Abwasser-Gesellschaft Knapsack GmbH gewährleistet wird. Das Unternehmen betreibt zwei dreistufige mechanisch-biologisch-chemische Kläranlagen mit einem ausgedehnten Kanalsystem, über die die gesamten Industrie-, Sanitär- und Oberflächenwässer gereinigt werden. Aufgrund der besonderen Ansprüche am Standort werden als zusätzliche Reinigungsverfahren eine Entstickung, eine Phosphatnachfällung und eine Sauerstoffanreicherung genutzt.

Transportdienstleistungen erfolgen über die KCG Knapsack Cargo GmbH, die die öffentlichen Container-Terminals mit Bahnanschluss am Standort betreiben und eine Kapazität von bis zu 50.000 Containern pro Jahr haben. Vernetzt ist das System mit dem Rheinhafen Köln-Niehl und dem Umschlagbahnhof Köln Eifeltor. Weitere Transportmöglichkeit bieten die am Standort ansässigen Speditionen Kube und Kubenz, die sich auf Transporte von gasförmigen und flüssigen Gefahrengütern wie die von Vinnolit produzierte Natronlauge spezialisiert hat, sowie die auf Schüttgut fokussierte Spedition Schmidt mit einer Lagerkapazität von 40.000 m3 in mehr als 100 Silos, die vor allem für Polypropylen- und Polyvinylchlorid-Granulate genutzt wird.

InfraServ bietet jedoch auch regional wie überregional Dienstleistungen an. Dabei arbeitet InfraServ auch international wie etwa beim Bau einer Polysiliziumfabrik der Centrotherm Sitec in der Ukraine, für die InfraServ sowohl hochbelastete Komponenten wie auch die Steuerung in Knapsack herstellt.[5]

Einzelnachweise

  1. Nach Pressemitteilung 4. April 2011
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 Zahlen und Fakten, Angaben der InfraServ GmbH & Co. Knapsack KG.
  3. InfraServ Knapsack (ISK) meistert herausforderndes Jahr 2010. Presseinformation der InfraServ Knapsack, 8. Februar 2011.
  4. nach Celanese History
  5. Deutsche Expertise überzeugt. Polysiliziumfabrik in der Ukraine mit Anlagen-Know-how aus Hürth. CHEManager 9/2009, S. 22.

Literatur

  • Helmut Neßeler: 100 Jahre Chemiestandort Knapsack, herausgegeben von der InfraServ GmbH & Co. Knapsack KG, 2007
  • Horst-Dieter Schüddemage, Werner Pieper: Knapsack Chemie - Von der Carbidfabrik zu Chemiepark. Klartext-Verlag, Essen 2002; ISBN 3-89861-097-7
  • InfraServ GmbH & Co. Knapsack KG: Chemiepark Knapsack - Innovativer Chemie- und Industriestandort mit Zukunft. Informationsbroschüre, 3. Auflage 2007.
  • InfraServ GmbH & Co. Knapsack KG: Mit uns stimmt die „Chemie“. Informationsbroschüre, 3. Auflage 2009. (PDF)
  • InfraServ GmbH & Co. Knapsack KG: Standortansiedlung im Chemiepark Knapsack. Informationsbroschüre 2008.

Weblinks