Aventis
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Rechtsform Société anonyme
Gründung Ende 1999 (Fusion der Hoechst AG mit Unternehmensteilen von Rhône-Poulenc)
Auflösung Mitte 2004
Auflösungsgrund Fusion mit Sanofi-Synthélabo zu Sanofi-Aventis.
Sitz Straßburg, Frankreich
Branche Pharmazie, Pflanzenschutzmittel

Das Unternehmen Aventis war einer der größten und zugleich kurzlebigsten Pharma-Konzerne der Welt mit Sitz in Straßburg, Frankreich.

Das Unternehmen entstand 1999 aus der Fusion der Hoechst AG (Frankfurt am Main), und des französischen Pharma-Konzerns Rhône-Poulenc (Lyon). Größter Produktions- und Forschungsstandort des Unternehmens wurde der Industriepark Höchst in Frankfurt-Höchst. Die Pharmasparte des Konzerns, die Aventis Pharma AG, nahm ihren Sitz in Frankfurt am Main, die Pflanzenschutzmittelsparte des neuen Konzerns als Aventis Crop Science S.A. in Lyon.

2003 verkaufte Aventis die Pflanzenschutzsparte des Konzerns an seinen Wettbewerber Bayer AG. Daraus entstand der Teilkonzern Bayer CropScience und Aventis wurde seitdem kurzzeitig ein reines Pharmaunternehmen.

Mitte 2004 fusionierte der Rest von Aventis mit dem französischen Pharmakonzern Sanofi-Synthélabo. Das neue Unternehmen Sanofi-Aventis wurde zum größten Pharmaunternehmen Europas. Formal war die Übernahme eine Fusion unter Gleichen, tatsächlich war es eine Übernahme, der im Januar 2004 ein sogenanntes feindliches Übernahmeangebot von Sanofi-Synthélabo vorangegangen war.

Obwohl Sanofi-Synthélabo deutlich kleiner als Aventis war, hatte das Unternehmen wegen seines schnellen Wachstums eine hohe Bewertung an der Börse und befand sich in einer relativ sicheren Ausgangsposition, da es mit L’Oréal und Total zwei Großaktionäre hatte, die die Übernahmestrategie unterstützten. Zudem hatte auch die französische Regierung das Fusionsvorhaben begrüßt, um auf diese Weise einen europäischen Champion zu schaffen.

Die deutsche Regierung verhielt sich neutral, um mögliche künftige Übernahmen französischer Unternehmen durch Deutsche nicht zu gefährden.

Kritik

Das Schwarzbuch Markenfirmen kritisierte, dass Aventis unethische Medikamentenversuche finanziere. Außerdem besteht der Verdacht auf Bestechung und Steuerhinterziehung.

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