Ernst Ludwig Eberhard Schmitz

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Datei:Ernst Ludwig Eberhard Schmitz (1882-1960) ca. 1951.jpg
Ernst Ludwig Eberhard Schmitz (ca. 1951)
Ernst Schmitz bei der Besichtigung von Ausrüstungsgegenständen im März 1949 bei Fahlberg-List

Ernst Ludwig Eberhard Schmitz (* 23. März 1882 in Dortmund; † 8. Februar 1960 in Magdeburg) war ein deutscher Chemiker und Hochschullehrer.

Leben

Ernst Schmitz wurde als viertes Kind des Regierungsbaurates Franz Schmitz geboren. Er wuchs in Köln auf und nahm dann ein Chemiestudium in Bonn und Göttingen auf. 1905 promovierte er bei Otto Wallach zum Thema der Abkömmlinge des β-Terpineols. Es schloss sich ein Teilstudium der Medizin in Freiburg an.

Von 1906 bis 1909 war er bei Paul Ehrlich in Frankfurt am Main tätig, wo er sich insbesondere mit Arsenverbindungen befasste. Ehrlich entwickelte 1909 das Syphilis-Medikament Salvarsan. Anschließend war Ernst Schmitz bis 1918 am Frankfurter Institut für vegetative Physiologie beschäftigt. Nach seiner 1916 abgeschlossenen Habilitation wurde er 1920 außerordentlicher Professor. 1921 erhielt er einen Lehrstuhl an der Friedrich-Wilhelms-Universität Breslau. Er veröffentlichte etwa 100 Arbeiten, wobei er bis 1932 vor allem Themen zur Physiologie von Leber, Drüsen, Muskeln und zentralem Nervensystem bearbeitete. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs musste Schmitz 1945 aus Breslau fliehen und wurde noch im gleichen Jahr Leiter des Pharmalabors von Fahlberg-List, einem Chemie- und Pharmaproduzenten im Magdeburger Stadtteil Salbke. Tätigkeitsschwerpunkt war hier die Arzneimittelsynthese. Wichtigste Aufgabenstellung war die Synthese von Salvarsan, einem Mittel um die in der Sowjetischen Besatzungszone gehäuft auftretende Syphilis zu bekämpfen. Am 15. Juli 1946[1] wurden die ersten fünf Kilogramm eines Savarsan-Analogons übergeben. Mit dem zunächst unter der Bezeichnung Arsaminol dann als Neoarsoluin vertriebenen Mittel, gelang die Eindämmung der Krankheitsausbreitung. Schmitz erhielt 1949 den Nationalpreis der DDR 2. Klasse. Zumindest Anfang der 1950er Jahre lebte Schmitz im Magdeburger Stadtteil Westerhüsen an der Adresse Alt Westerhüsen 175 in unmittelbarer Nähe des Werks. Sein Nachbar in diesem Haus war sein Kollege Hans Fürst.[2] Das Gebäude besteht heute nicht mehr.

Werke (Auswahl)

  • Neue Abwandlungsprodukte aus b-Terpineol, Dissertation Göttingen 1905
  • Mechanismus der Acrosebildung (damit Totalsynthese von Fruktose und Sorbose), 1913
  • Haftfestigkeit der Arsensäure am aromatischen Kern, 1914
  • Kurzes Lehrbuch der chemischen Physiologie, 1920, Neufassung 1959
  • Harnfarbstoffe, 1925
  • Nachweis und Bestimmung der Eiweißkörper und ihrer Abbauprodukte im Blutplasma, 1927
  • Chemie der Fette, 1927
  • Harn, 1927
  • Chemie des zentralen und peripheren Nervensystems, 1929
  • Mineralstoffwechsel und Ernährung, 1932
  • Ein neuer Bestandteil der Nebennierenrinde, 1933
  • Innere Sekretion der Nebennierenrinde, 1933
  • Die Bedeutung der Milz für den Baustoffwechsel des Zentralnervensystems, 1941
  • Verhalten der Kohlehydrate im Munde, 1943
  • Paul Ehrlich und die Entstehung der chemotherapeutischen Wissenschaft, 1955

Literatur

  • Ernst Schmitz in Magdeburger Biographisches Lexikon. Scriptum Verlag, Magdeburg 2002, ISBN 3-933046-49-1, Seite 639

Einzelnachweise

  1. Herbert Rasenberger: Vom süßen Anfang bis zum bitteren Ende - Fahlberg-List in Magdeburg. dr. ziethen verlag, Oschersleben 2009, ISBN 978-3-938380-06-2, Seite 79.
  2. Adressbuch der Stadt Magdeburg 1950/1951, II. Teil, Seite 212.

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