Dieser Artikel behandelt das chemische Testverfahren EMIT, für das gleichnamige elektronische Kontrollsystem im Orientierungslauf siehe Postenkontrollsystem

Das Akronym EMIT (Enzyme Multiplied Immunoassay Technique) bezeichnet ein analytisches Verfahren aus der Gruppe der Enzyme-linked Immunosorbent Assays zur hochsensitiven und spezifischen qualitativen und quantitativen Bestimmung verschiedenster Analyten, wie zum Beispiel Hormone, Arzneimittel und deren Metaboliten. Es wird häufig zur Kontrolle der Patienten-Compliance bei der Arzneimittelanwendung zur Sicherung therapeutischer Wirkspiegel von Wirkstoffen mit geringer therapeutischer Breite wie z. B. Phenytoin-, Digoxin-[1], Digitoxin und Theophyllin[2] -Präparaten und zur Vermeidung von Über- bzw. Unterdosierungen eingesetzt. Auch in der Wirkspiegel-Kontrolle von Psychopharmaka[3] wie z.B. Benzodiazepinen[4] und Antidepressiva sowie in der Kontrolle von BTM-relevanten[5] Wirkstoffen werden diese Analysenverfahren auch in der Forensischen Medizin[6] angewandt.

Wie die Einzelnachweise zeigen, werden zur Kontrolle zweifelhafter Ergebnisse der EMIT-Tests Methoden der Gaschromatographie bzw. der HPLC, meist in Kopplung mit der Massenspektrometrie, eingesetzt. Dies geschieht nicht zur Sicherung des therapeutischen Vorgehens, sondern besonders auch bei Gutachten im Rahmen von gerichtsmedizinischen oder betäubungsmittelrechtlichen Fragestellungen.

Ablauf

Das Antigen, das untersucht werden soll, verdrängt ein anderes, enzymmarkiertes Antigen aus seiner Antigen-Antikörper-Bindung. Nach der Freisetzung kann das Enzym aktiv werden. Diese Aktivität wird gemessen. Sie ist proportional zur Menge des Antigens in der Probe.

Literatur

  • Heinrich Meyer: Enzymimmunologische Meßverfahren zur Hormonanalytik. Enke Verlag, 1998, ISBN 978-3432979014
  • Walter G. Guder und Jürgen Nolte (Hrsg.): Das Laborbuch für Klinik und Praxis. Elsevier, Urban & Fischer, München · Jena 2005, ISBN 3-437-23340-8
  • Neil M. Davis: Medical Abbreviations. 10th Edition (2001), Library of Congress Catalog Card Number 00-193232

Einzelnachweise

  1. Drost RH, Plomp TA, Teunissen AJ, Maes AH, Maes RA:: A comparative study of the homogeneous enzyme immunoassay (EMIT) and two radioimmunoassays (RIA's) for digoxin., Clin Chim Acta. 1977 Sep 15;79(3):557-67. PMID 330027
  2. Koup JR, Brodsky B: Comparison of homogeneous enzyme immunoassay and high-pressure liquid chromatography for the determination of theophylline concentration in serum., Am Rev Respir Dis. 1978 Jun;117(6):1135-8. PMID 352208
  3. Smith-Kielland A, Olsen KM, Christophersen AS: False-positive results with Emit II amphetamine/methamphetamine assay in users of common psychotropic drugs., Clin Chem. 1995 Jun;41(6 Pt 1):951-2. PMID 7768025
  4. Valentine JL, Middleton R, Sparks C: Identification of urinary benzodiazepines and their metabolites: comparison of automated HPLC and GC-MS after immunoassay screening of clinical specimens., J Anal Toxicol. 1996 Oct;20(6):416-24. PMID 8889678
  5. Gustafson RA, Levine B, Stout PR, Klette KL, George MP, Moolchan ET, Huestis MA: Urinary cannabinoid detection times after controlled oral administration of delta9-tetrahydrocannabinol to humans., Clin Chem. 2003 Jul;49(7):1114-24. PMID 12816908
  6. Wiegand RF, Klette KL, Stout PR, Gehlhausen JM: Comparison of EMIT II, CEDIA, and DPC RIA assays for the detection of lysergic acid diethylamide in forensic urine samples., J Anal Toxicol. 2002 Oct;26(7):519-23. PMID 12423010

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