Tuberkulin

Tuberkulin ist eine Mischung von Proteinen, die aus Bakterien (Mycobacterium bovis bzw. Mycobacterium avium) gewonnen wird. Damit lässt sich bei Menschen, die mit den entsprechenden Bakterien bereits Kontakt hatten (und entsprechende Abwehrstoffe gebildet haben) eine Hautreaktion im Sinne einer delayed hypersensitivity auslösen (Tuberkulin-Test).

Erste Varianten des Tuberkulin stammen von Robert Koch (1890), der darin fälschlicherweise ein Heilmittel gegen Tuberkulose sah und es in großem Umfang testete, was damals zu einem Skandal führte.

Herstellung

Bovines oder aviäres PPD-Tuberkulin wird hergestellt aus den wasserlöslichen Fraktionen von Mycobacterium bovis- bzw. Mycobacterium avium-Kulturen, die in synthetischen Flüssigmedien gewachsen sind und nach einer Bebrütungszeit in strömendem Dampf abgetötet, filtriert und anschließend im Wasserbad eingeengt wurden. Die hauptsächlich aus Protein bestehende aktive Fraktion des Filtrats wird durch Präzipitation isoliert, gewaschen und erneut aufgelöst. Ein antimikrobielles Konservierungsmittel wie Phenol, das keine falsch-positiven Ergebnisse hervorruft, kann zugegeben werden. Das sterile mycobakterienfreie Endpräparat wird unter aseptischen Bedingungen in sterile, fälschungssichere Glasbehältnisse abgefüllt, die so verschlossen sind, dass jede Kontamination ausgeschlossen ist. Das Präparat kann gefriergetrocknet werden.

Literatur

  •  Ulrike Holzgrabe, Siegfried Ebel, Margitta Albinus, Wolfgang Blaschek, Franz von Bruchhausen (Hrsg.): Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis. Folgeband 5: Stoffe L–Z, Springer, Berlin 1999, ISBN 3-540-62646-8, S. 826ff.
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