Stolberger Zink


Stolberger Zink

Die Stolberger Zink-AG für Bergbau und Hüttenbetrieb Aachen oder Stolberger Zink Bergwerke GmbH ist ein Bergbau- und Metallverhüttungsunternehmen im Aachener Revier und speziell im Raum Eschweiler-Stolberg mit Sitz in Stolberg.

Verwaltungsgebäude der Stolberger Zink gegenüber dem Museum Zinkhütter Hof

Die Stolberger Zink ist der letzte Spross einer langen Reihe von metallurgischen Unternehmen in Stolberg. Sie entstand 1938 durch Umbenennung aus der Gesellschaft für Bergbau, Blei- und Zinkfabrikation zu Stolberg (französisch: Société anonyme des mines et des fonderies de zinc de Stolberg) - kurz Stolberger Gesellschaft.

Neben der Zinkhütte Nievenheim bei Dormagen war ihr Hauptzinkbetrieb die Zinkhütte Münsterbusch, die bis 1967 in Betrieb war, sowie die Bleihütte Binsfeldhammer, die 1970 von der Duisburger Firma Berzelius übernommen wurde. Seitdem betreibt sie hauptsächlich Liegenschaftsverwaltung, unter anderem den Vertrieb der Gewerbefläche auf der rekultivierten Halde Kohlbusch. 1957

Eine Tochtergesellschaft war die Silber- und Bleibergwerksgesellschaft AG zu Holzappel im rheinland-pfälzischen Laurenburg sowie die Gewerkschaft Mercur mit Sitz in Bad Ems. Anfang der 1950er Jahre bis 1968 betrieb die Stolberger Zink den Grubenbetrieb im Maubacher Bleiberg. Des Weiteren hielt sie Grubenbesitz beziehungsweise Grubenanteile in Bulgarien (Bergwerk-AG Pirin), Spanien und Italien. 1957 wurde die Grube Adolph-Helene in Altlay gepachtet, die jedoch schon zwei Jahre später den Betrieb einstellen musste.[1]

Stolberger Gesellschaft und Metallurgische Gesellschaft zu Stolberg

1838 wurde die Metallurgische Gesellschaft zu Stolberg als Kapitalgesellschaft von Kaufleuten und Grubenbesitzern gegründet. Ihr Hauptkapitalgeber war James Cockerill. Sie war das erste einer langen Reihe von metallurgischen Unternehmen in Stolberg, das Grubenbesitz und Metallverhüttung vereinte. Daneben waren unter anderem Cockerills Bruder John sowie Barthold Suermondt aus Aachen, Friedrich Thyssen Direktor der Eschweiler Drahtfabrik sowie das Kölner Bankhaus Salomon Oppenheim beteiligt.

Zu ihrem Gründungsvermögen gehörten die Zinkhütte St. Heinrich Münsterbusch, die Galmeigrube Herrenberg, 49/64 Anteile an der Blei- und Zinkerzgrube Diepenlinchen sowie geringe Anteile an den Blei- und Zinkerzgruben Breinigerberg und Büsbacherberg. 1840 wurde die James-Grube von der Metallurgischen Gesellschaft übernommen.

1841 verpachtete die Metallurgische Gesellschaft sämtliche Betriebseinrichtungen an den Marquis de Sassenay und wurde über die Kommanditgesellschaft de Sassenay & Cie. in die Stolberger Gesellschaft umgewandelt.

Im Jahr 1845 entstand durch die Umwandlung der Gesellschaftsform aus jener Kommanditgesellschaft de Sassenay & Cie. wiederum die Gesellschaft für Bergbau, Blei- und Zinkfabrikation zu Stolberg (französisch: Société anonyme des mines et des fonderies de zinc de Stolberg), kurz genannt Stolberger Gesellschaft nach Erlass des preußischen Aktiengesetzes von 1843.

1848 erwarb die Stolberger Gesellschaft von der Aktiengesellschaft zu Bleyberg es Montzen die zwei Jahre zuvor gegründete Blei- und Silberhütte Münsterbusch am heutigen Schellerweg, gegenüber dem Zinkhütter Hof, die bis 1916 getrieben wurde.

Wie bereits ihre beiden Vorgänger deckte die Stolberger Gesellschaft ihren Bedarf an Zink- und Bleierz zunächst ausschließlich aus Stolberger Lagerstätten, vor allem aus der Erzgrube Diepenlinchen. Die Fusion mit dem Rheinisch-Westfälischen Bergwerksverein 1853 brachte ihr Zugriff auf die reichen Ramsbecker Blei- und Zinkerzlagerstätten und eine Änderung des Namens in Gesellschaft für Bergbau und Zinkfabrikation zu Stolberg und in Westfalen. 1855 löste der aus einer Elberfelder Bankiersfamilie stammende Wilhelm von der Heydt den Marquis de Sassenay als Generaldirektor ab und konnte eine Krise des Unternehmens meistern. Aus der Konkursmasse der Allianz übernahm die Stolberger Gesellschaft die Erzgrube Büsbacherberg-Brockenberg. 1909 übernahm die Stolberger Gesellschaft auch die Emser Blei- und Silberwerk AG.

Im Jahr 1922 wurde eine Betriebsgemeinschaft mit der Eschweiler Gesellschaft gebildet, die 1926 nach der Fusion in der Stolberger Gesellschaft aufging. Durch die Fusionierung gelangte die Grube Gute Hoffnung bei Sankt Goarshausen in den Besitz der Gesellschaft.[2]

Zwölf Jahre später fand die Umbenennung in Stolberger Zink AG statt. Heute heißt das Unternehmen Stolberger Telecom AG i.L. und befindet sich seit dem 17. Juli 2002 im Insolvenzverfahren[3].

Quellen und Einzelnachweise

  1. Die Zeit, Nr. 30, 25. Juli 1957
  2. Wolfgang David Grube „Consolidierte Gute Hoffnung“ bei Wellmich-Werlau, in: Bergbau im Rhein-Lahn-Kreis, Herausgeber: Kreisverwaltung Rhein-Lahn, 1994
  3. http://www.onvista.de/aktien/snapshot.html?ISIN=DE0007279010

Weblinks

Literatur

  • Gert von Klaß: Stolberger Zink: Die Geschichte eines Metalls. Archiv für Wirtschaftskunde, Darmstadt 1957.