Schrägbeziehung im Periodensystem


Schrägbeziehung im Periodensystem

Schrägbeziehung im Periodensystem nennt man die Ähnlichkeit der Eigenschaften mehrerer Elemente im Periodensystem der Elemente. Schrägbeziehung deshalb, weil die betreffenden Elemente jeweils schräg untereinander stehen. Diese Beziehung betrifft jeweils drei Elemente der zweiten und dritten Periode. Dies sind Lithium und Magnesium, Beryllium und Aluminium, sowie Bor und Silicium. Auch zwischen Kohlenstoff und Phosphor lassen sich einige Ähnlichkeiten feststellen, weswegen Phosphor auch als anorganischer Kohlenstoff bezeichnet wird.

Die Ähnlichkeiten zeigen sich vorwiegend bei den Arten und Eigenschaften der gebildeten Verbindungen eines Elements. So bilden sowohl Magnesium als auch Lithium eine große Zahl metallorganischer Verbindungen, die viele ähnliche Eigenschaften besitzen. Im Vergleich dazu bildet Natrium, das direkt unter dem Lithium stehende Element, keine metallorganischen Verbindungen.

Stärker als bei Lithium und Magnesium sind die Ähnlichkeiten zwischen Beryllium und Aluminium. Die Verbindungen beider zu vielen Nichtmetallen, so die Wasserstoffverbindungen, Oxide und Chloride haben sehr ähnliche Eigenschaften. So sind beide Wasserstoffverbindungen kovalent und polymer aufgebaut. Magnesiumhydrid ist im Vergleich dazu ionisch.

Die Ähnlichkeit des Phosphors zum Kohlenstoff werden z.B. in der Tendenz zu Mehrfachbindungen und aromatischen Ringen deutlich. Ein isolobales Ion zum Cyclopentadienyl-Anion ist das P5--Ion. Vom Silicium sind solche Verbindungen noch nicht bekannt.

Der Grund für diese Ähnlichkeiten liegt in der ähnlichen Größe des Verhältnisses von Ionenradius und Ladung. Durch die Besetzung einer weiteren Elektronenschale kommt es zu einer Vergrößerung des Atomradius, die durch die Erhöhung der Ladung um 1 gerade ausgeglichen wird.

Literatur

  • Holleman-Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. verbesserte und stark erweiterte Auflage. de Gruyter, Berlin u. a. 1995, ISBN 3-11-012641-9, S. 312.