Ring-Detexol

Ring-Detexol war ein in der DDR hergestelltes und vertriebenes Pflanzenschutzmittel.

Eigenschaften

Ring-Detexol diente als in der Forstwirtschaft eingesetztes Insektizid gegen sogenannte auf- und abbaumende Raupen. Das Ölspritzmittel basierte auf den zwischenzeitlich wegen ihrer schädlichen Umweltwirkungen verbotenen Wirkstoffen Lindan und DDT. Hergestellt wurde das als Berührungs- und Atemgift wirkende Ring-Detexol vom VEB Elektrochemisches Kombinat Bitterfeld. Ring-Detexol besaß ein hohes Haftvermögen und wurde bei Regen nicht abgewaschen. Der Hersteller gab eine lange Wirkungsdauer an.

Anwendung

Ring-Detexol wurde unverdünnt mittels eines Ringspritzgerätes als Ring auf den Baumstamm aufgebracht. Durch den Ring wurden Raupen am Auf- und Absteigen am Baum gehindert. Ziel war die Bekämpfung der Raupen von Nonne, Kiefernspinner, Kiefern-Prozessionsspinner und Eichen-Prozessionsspinner. Ring-Detexol durfte auch auf regennasse Baumstämme aufgebracht werden. Da der Ring auch bei Feuchtigkeit gut sichtbar war, erfolgte kein spezielles Einfärben der Flüssigkeit. Für die Bekämpfung der Nonne war etwa Anfang April ein 30 cm starker geschlossener Ring in 3,50 bis 4,00 Metern Höhe aufzutragen. Der Kiefernspinner sollte durch einen Ring etwa in Brusthöhe bekämpft werden, wenn er Ende Oktober Anfang November vom Baum in den Boden kriecht oder im Februar wieder auf den Baum aufsteigt.

Nach Angaben des Herstellers war das für Insekten hochgiftige Mittel für Menschen und Haustiere bei sachgemäßer Anwendung unschädlich. Angesichts der schädlichen Wirkstoffe ist die Angabe zu hinterfragen. Bei längeren Arbeiten mit dem Mittel sollten jedoch auch nach Ansicht des Herstellers Gesicht und Hände geschützt werden.

Ring-Detexol durfte nicht über längere Zeit stärkeren Frosttemperaturen ausgesetzt werden. Eine Anwendung in der Winterzeit war jedoch möglich. Herstellerseitig wurde das Mittel in 20 Kilogramm Korbflaschen abgegeben.

Literatur

  • Wirksame Schädlingsbekämpfung, VEB Elektrochemisches Kombinat Bitterfeld, 1960, Seite 79 ff.

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die letzten News aus den Naturwissenschaften

24.02.2021
Kometen_und_Asteroiden
Asteroidenstaub im „Dinosaurier-Killer-Krater“ gefunden
Ein internationales Forscherteam berichtet über die Entdeckung von Meteoriten-Staub in Bohrproben aus dem Chicxulub-Impaktkraters in Mexiko.
24.02.2021
Quantenphysik
Zwillingsatome: Eine Quelle für verschränkte Teilchen
Quanten-Kunststücke, die man bisher nur mit Photonen durchführen konnte, werden nun auch mit Atomen möglich. An der TU Wien konnte man quantenverschränkte Atomstrahlen herstellen.
19.02.2021
Quantenphysik
Auch in der Quantenwelt gilt ein Tempolimit
Auch in der Welt der kleinsten Teilchen mit ihren besonderen Regeln können die Dinge nicht unendlich schnell ablaufen.
22.02.2021
Sterne - Teilchenphysik
Erstes Neutrino von einem zerrissenen Stern
Ein geisterhaftes Elementarteilchen aus einem zerrissenen Stern hat ein internationales Forschungsteam auf die Spur eines gigantischen kosmischen Teilchenbeschleunigers gebracht.
23.02.2021
Satelliten - Raumfahrt
Unglaubliche Bilder vom Rover Perseverance auf dem Mars
19.02.2021
Milchstraße - Schwarze_Löcher
Schwarzes Loch in der Milchstraße massiver als angenommen
Ein internationales Team renommierter Astrophysikerinnen und -physiker hat neue Erkenntnisse über Cygnus X-1 gewonnen.
18.02.2021
Elektrodynamik - Teilchenphysik
Ultraschnelle Elektronendynamik in Raum und Zeit
In Lehrbüchern werden sie gerne als farbige Wolken dargestellt: Elektronenorbitale geben Auskunft über den Aufenthaltsort von Elektronen in Molekülen, wie eine unscharfe Momentaufnahme.
18.02.2021
Quantenphysik - Teilchenphysik
Mit schwingenden Molekülen die Welleneigenschaften von Materie überprüfen
Forschende haben mit einem neuartigen, hochpräzisen laser-spektroskopischen Experiment die innere Schwingung des einfachsten Moleküls vermessen.
18.02.2021
Quantenoptik
Quanten-Computing: Wenn Unwissenheit erwünscht ist
Quantentechnologien für Computer eröffnen neue Konzepte zur Wahrung der Privatsphäre von Ein- und Ausgabedaten einer Berechnung.
18.02.2021
Planeten
Hochdruckexperimente liefern Einblick in Eisplaneten
Per Röntgenlicht hat ein internationales Forschungsteam einen Blick ins Innere ferner Eisplaneten gewonnen.