RWE Dea


RWE Dea

RWE Dea AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1988 (1899)
Sitz Hamburg, Deutschland
Leitung Thomas Rappuhn (Vorstandsvorsitzender)
Mitarbeiter 1.278 (2009)
Umsatz 1,470 Mrd. EUR (2009)
Bilanzsumme 3,227 Mio. EUR (2009)
Produkte Erdöl, Erdgas
Website www.rwedea.com

Die RWE Dea AG ist die Folgegesellschaft der DEA (Deutsche Erdöl AG). Als RWE-Tochtergesellschaft ist sie weltweit verantwortlich für Exploration und Produktion von Erdöl und Erdgas (Upstreamgeschäft).

In Deutschland konzentriert sich RWE Dea auf die Erdgassuche und -förderung in der niedersächsischen Region zwischen Elbe und Weser, die Entwicklung des Offshoreölfeldes Mittelplate im Wattenmeer und den Betrieb hochvolumiger Untergrunderdgasspeicher.

Die internationalen Upstreamaktivitäten der Gesellschaft betreffen vor allem Felder in Norwegen, Ägypten, Großbritannien und auch Dänemark. Exploration wird in Libyen und Algerien betrieben. Der Fokus liegt dabei zunehmend auf Gasprojekten, die meist in Zusammenarbeit mit Partnern verfolgt werden.

Firmengeschichte

DEA-Firmenlogo
Texaco-Firmenlogo
Datei:DEA Logos.svg
DEA-Logos vor und nach Texaco
Bohrplattform Mittelplate der RWE Dea

Gründung

Am 10. Januar 1899 wurde die Deutsche Tiefbohr-Actiengesellschaft gegründet. Geschäftszweck war die Herstellung von Mineralölprodukten aller Art, Rohbraunkohle, Briketts für Hausfeuerung und Industrie, Braunkohlenteer, Paraffin usw. 1911 wurde der Gesellschaftsname in Deutsche Erdoel-Actiengesellschaft (DEA), die ihren Sitz in Berlin hatte, geändert.

Die Zeit bis 1945

Anfang November 1938 bestanden Zweigniederlassungen der DEA in Gelsenkirchen, Borna und Rositz (Mitteldeutschland).[1] Der Zweck der Geschäftstätigkeit umfasste:

  • den Erwerb und die Verwertung von Erdöl- und Bergwerksrechten,
  • die Gewinnung, Verarbeitung und Verwertung von Erdöl, Ölen, Teer, Kohle und andere Bodenschätze und den daraus hergestellten Erzeugnissen
  • den Erwerb, die Veräußerung, Beförderung und Lagerung der oben aufgeführten Rohstoffe und Erzeugnisse
  • die Ausführung bergmännischer Arbeiten wie Bohrungen, Schachtbohrungen, Schachtabteufungen und Bau von Gewinnungs- und Verarbeitungsanlagen
  • die gewerbsmäßige Herstellung und Verwertung von Geräten und Maschinen für Rohstoffe und Erzeugnisse der Gesellschaft
  • der Erwerb, Veräußerung und Verwertung von Patenten und Verfahren der mit den Tätigkeiten der Gesellschaft verbundenen Zwecke
  • den Betrieb und die Finanzierung von Geschäften und Unternehmungen der Zwecke der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft einschließlich der Beteiligungen an anderen Unternehmen, den Abschluss von Interessengemeinschafts-, Betriebsführungs-, Pacht- und ähnlichen Verträgen bezogen auf die den Zwecken der Gesellschaft dienenden Tätigkeiten

Diese Zwecke konnte die Gesellschaft im In- und Ausland ganz oder auch teilweise für fremde oder eigene Rechnung ausüben. Das Grundkapital betrug 100 Millionen Reichsmark. Die Aktien der Gesellschaft waren an den Börsen in Amsterdam, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg und Hannover zur amtlichen Notierung zugelassen.

Im Jahr 1943 bestanden u. a. folgende Tochtergesellschaften und Beteiligungen: Deutscher Mineralöl-Verkaufsverein GmbH in Berlin, Deutsche Viscobil Oel GmbH in Berlin und die Braunkohle-Benzin AG (BRABAG) in Berlin.

Vorstand und Aufsichtsrat

Dem Vorstand gehörten Hans Gröber, Walter Randhahn, Albert Ritter und Richard F. Ullmer an. Der Aufsichtsrat bestand im November 1938 aus folgenden Mitgliedern:

  • Karl Kimmich (Vorstand der Deutschen Bank, Berlin) als Vorsitzender
  • Alhard von Burgsdorff (Schloss Garath bei Benrath am Rhein), stellvertretender Vorsitzender
  • Hans von Flotow (Berlin), stellvertretender Vorsitzender
  • Curt von Berghes (Düsseldorf)
  • Franz Anton Boner (Berlin)
  • Alfred Busch (Vorstand der Dresdner Bank, Berlin)
  • Reinhold Dehnke (ehemaliges Mitglied im Vorstand der DEA, Berlin-Dahlem)
  • Hermann Friederich (Düsseldorf)
  • Georg van Meeteren (Düsseldorf)
  • Hermann Mellinghoff (Mülheim-Ruhr)
  • Werner Poensgen (Elisenhof-Bank, Berlin)
  • Hans Schippel (Vorstand der Dresdner Bank, Berlin)
  • Karl Ernst Sippell (Vorstand der Deutschen Bank, Berlin)
  • August von Waldthausen (Düsseldorf)
  • Eugen von Waldthausen (Essen)

Der Aufsichtsrat bestand aus mindestens fünf Mitgliedern und erhielt 1938 eine jährliche Vergütung von insgesamt 50 000 Reichsmark. Der Aufsichtsrat war am Reingewinn der DEA beteiligt, wenn dieser vier Prozent des eingezahlten Grundkapitals überschritt. Dabei erhielt der Aufsichtsrat zehn Prozent des Mehrbetrags. Dieser Mehrbetrag wurde auf die feste Vergütung des Aufsichtsrats angerechnet. Der Aufsichtsrat konnte von der Gesellschaft eine weitere Vergütung erhalten, wenn die Mitglieder des Aufsichtsrats Sonderaufgaben für die Gesellschaft übernahmen. Die Steuerabzüge der Bezüge wurde von der Gesellschaft übernommen.

Die ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft wurde alljährlich in den ersten sieben Monaten nach Ablauf des Geschäftsjahres am Sitz der Gesellschaft oder an einem deutschen Platz einer Wertpapierbörse abgehalten.

In den letzten fünf Geschäftsjahren zahlte die DEA folgende Dividende:

  • 1933 – 4 Prozent
  • 1934 – 4 Prozent
  • 1935 – 5 Prozent
  • 1936 – 6 Prozent
  • 1937 – 6 Prozent

auf ein Grundkapital von 100 Millionen Reichsmark.

Grundbesitz

Der Grundbesitz betrug im November 1938 3873 ha. Von diesem Grundbesitz waren 35 ha mit Industrie- und Fabrikanlagen und 152 ha mit Geschäfts- und Wohnhäusern bebaut. Die Steinkohlenbetriebe umfassten 630 ha und die Braunkohlenbetriebe 3207 ha. Die Hauptverwaltung in Berlin-Schöneberg in der Martin-Luther-Straße 61-66 lag auf einem Grundstück von 5503 Quadratmeter, wo auch die Verwaltung der Deutschen Petroleum-Aktiengesellschaft und anderer Konzerngesellschaften ansässig waren.

Steinkohlenbetriebe

Die Steinkohlenbetriebe der DEA waren im November 1938 die Zeche Graf Bismarck in Gelsenkirchen mit neun Schächten und die Zeche Königsgrube in Wanne-Eickel mit vier Schächten. Bei Gelsenkirchen-Bismarck bestand am Rhein-Herne-Kanal ein eigener Umschlaghafen für Kohle, wobei der Gesamtumschlag im Jahre 1935 514 000 Tonnen, 1936 761 000 Tonnen und 1937 950 000 Tonnen betrug.

Braunkohlenbetriebe

Die Braunkohlenbetriebe der DEA wurden im November 1938 in der Zweigniederlassung Borna im Regierungsbezirk Leipzig zusammengefasst:

  • die Grubenverwaltung Prehlitz bei Zipsendorf im Kreis Zeitz mit einem Tagebau und einer Brikettfabrik
  • die Grubenverwaltung Rositz mit zwei Tiefbaugruben und einer Brikettfabrik bei Rositz im Kreis Altenburg (Thüringen)
  • die Grubenverwaltung Tagebau Marie bei Wintersdorf (Thüringen)
  • die Grubenverwaltung Altenburger Kohlewerke mit einer Tiefbaugrube und einer Brikettfabrik bei Altenburg. Die Grube Neuglück bei Rehmsdorf im Kreis Zeitz wurde im Jahre 1931 stillgelegt.
  • die Grubenverwaltung Regis mit einem Tagebaubetrieb und einer Brikettfabrik bei Regis im Bezirk Leipzig. Verwaltungsgemäß war die Abteilung Ramsdorf mit einer Tiefbaugrube und einer Brikettfabrik und die Abteilung Herzogin Adelheid bei Haselbach in Thüringen mit einer Brikettfabrik zugeordnet.
  • die Grubenverwaltung Dora-Helene bei Großzössen in Sachsen mit zwei Brikettfabriken
  • die Grubenverwaltung Breunsdorf mit einer Brikettfabrik bei Breunsdorf, die im Jahre 1930 stillgelegt wurde.
  • die Grubenverwaltung des Tagebaus Witznitz-Lobstädt bei Borna
  • die Grubenverwaltung Viktoria bei Lobstädt in Sachsen mit einer Brikettfabrik
  • die Grubenverwaltung der Witznitzer Kohlewerke bei Borna
  • die Grubenverwaltung der Beunaer Kohlewerke bei Merseburg mit einem Tagebau und einer Brikettfabrik
  • die Tonwarenfabrik der Gebrüder Nordmann bei Haselbach in Thüringen mit zwei Gaskammerringöfen
  • die Ziegelei bei Lobstädt in Sachsen

Sonstige Betriebe

Hauptverwaltung in der Hamburger City Nord

Im November 1938 waren die Generatorenanlagen in Regis und Fichtenhainichen der Zweigniederlassung Schwelwerke Rositz an die Deutsche Petroleum AG verpachtet. Weiterhin bestand noch ein Kohlenhandelsbetrieb in Duisburg und Wachswarenbetriebe in Braunschweig, Fulda und Düsseldorf.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

1948 wurde die Gesellschaft nach Hamburg verlagert. Vier Jahre später übernahmen Wintershall und DEA im Zusammenhang mit dem Bau der Erdöl-Raffinerie Emsland die zum Verkauf stehende 91 %-Aktienmehrheit an der Deutschen Gasolin AG. 1956 wurde die Wintershall-Tochtergesellschaft NITAG auf die Gasolin verschmolzen und der NITAG-Firmensitz in Hamburg-Rotherbaum am Mittelweg aufgegeben. In diesen zog dann die DEA ein. Später zog die Hauptverwaltung dann in die Hamburger City-Nord.

1965 erwirtschaftete der Konzern „Deutsche Erdöl AG“ einen Umsatz von 2,010 Milliarden DM und beschäftigte 26.400 Mitarbeiter. Im darauffolgenden Jahr übernahm Texaco mehr als 90 Prozent der DEA-Aktien. Aus DEA wurde 1970 die „Deutsche Texaco AG“. 1969 oder 1970 wurde der Bergwerksbesitz in die Ruhrkohle AG (RAG) eingebracht.

Die Geburtsstunde der RWE-DEA Aktiengesellschaft für Mineraloel und Chemie war 1988 die Übernahme der Deutschen Texaco durch die RWE AG. In diesem Zusammenhang verschwand der Markenname Texaco in Deutschland aus der Tankstellen-Landschaft. Die Tankstellen traten von nun an unter dem Markennamen DEA auf. Nach der politischen Wende in der DDR wurde das Tankstellennetz auf Ostdeutschland erweitert.

Im Jahr 2001 wurde die Chemiesparte CONDEA an das südafrikanische Unternehmen Sasol veräußert. Das bisherige Joint-Venture FUCHS DEA SCHMIERSTOFFE GmbH & Co. KG zwischen den bisherigen Partnern Fuchs Petrolub AG und DEA Mineraloel AG wurde zum 31. Dezember 2001 beendet. Im folgenden Jahr wurde das Downstreamgeschäft (Raffinerien, Logistik, Tankstellen) in ein Joint-Venture mit Shell unter dem Namen Shell & DEA Oil GmbH eingebracht und zum 1. Juli 2002 vollständig durch Shell übernommen. Seit 2004 konzentriert sich RWE Dea auf das Upstreamgeschäft, d. h. die Suche und Förderung von Erdöl- und Erdgas. Von 2004 an wurden die meisten DEA-Tankstellen in Shell umgeflaggt, einige wurden veräußert.

Eine DEA-Station gibt es heute noch in Haltern am See. Durch diese Verwendung kann Shell das Markenrecht an DEA sichern. [2]

Werbung

Der DEA-Werbeslogan lautete: „DEA – Wir tanken Sie auf!“ oder auch „Hier ist DEA – Hier tanken Sie auf!“ Bekannt ist auch die DEA-Werbung mit „Super-Ingo“. Seit dem Verkauf des Downstreamgeschäfts an Shell ist die Marke „DEA“ praktisch nicht mehr beworben worden.

Seit August 2009 wirbt RWE – ohne dabei DEA zu erwähnen – mit TV-Spots, in denen dieselben Schauspieler dieselben Figuren (Super-Ingo, Dr. Eisendraht und weitere) spielen und dieselbe Melodie verwendet wird wie zuvor für DEA.

Einzelnachweise

  1. Deutsche Börsenzeitung - Abendausgabe - vom 10. November 1938, Seite 10
  2. http://www.gunkel-partner.eu/Download.ashx?File=1a17f03d-efeb-40ba-b17c-fff81512e4ef