Oligoklas


Oligoklas

Oligoklas
Oligoclase-4jg47a.jpg
Oligoklas aus Chihuahua, Mexiko
Chemische Formel

(Na,Ca)Al(Si,Al)3O8

Mineralklasse siehe Albit
Kristallsystem triklin
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin triklin-pinakoidal; 1
Farbe weiß, gelb, rot, grün, vielfarbig
Strichfarbe weiß
Mohshärte 6 bis 6,5
Dichte (g/cm3) 2,6
Glanz Glasglanz
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Bruch uneben bis muschelig
Spaltbarkeit gut bis vollkommen
Habitus tafelige Kristalle, körnige, massige und plattige Aggregate
Zwillingsbildung fein-lamellare Wiederholungszwillinge
Kristalloptik
Brechungsindex α=1,533-1,543, β=1,5368-1,5477, γ=1,542-1,552
Doppelbrechung
(optischer Charakter)
Δ=0,0090 ; zweiachsig positiv
Pleochroismus farblos
Weitere Eigenschaften
Besondere Kennzeichen Fluoreszenz

Oligoklas (gr. ὀλίγος oligos für „wenig“ und κλάσις klas für „Bruch“) ist eine sehr häufig vorkommende Varietät des Minerals Albit aus der Mischreihe der Plagioklase, Gruppe der Feldspate und der Mineralklasse der Gerüst-Silikate mit der chemischen Formel (Na,Ca)Al(Si,Al)3O8. Es kristallisiert im triklinen Kristallsystem mit je nach Varietät verschiedenen Farben (weiß, gelb, rot, grün, vielfarbig).

Varietäten und Modifikationen

Goethit- bzw. Hämatiteinlagerung im Aventurin-Feldspat
  • Peristerit - vielfarbig
  • Aventurin-Feldspat (Sonnenstein) - rötlich-bräunliche Farbe und starkes Glitzern durch mikrokristalline Einschlüsse von Hämatit oder Kupfer, wird oft mit Aventurin-Quarz verwechselt und durch Goldfluss imitiert (siehe Verwendung)


Bildung und Fundorte

Oligoklas ist ein typisches, gesteinsbildendes Mineral und bildet sich entweder magmatisch in Granit, Syenit, Andesit und Pegmatit oder metamorph in Gneis und Migmatit.

Als Fundorte sind vor allem Ontario in Kanada, Oregon in den USA, Arendal und Tvedestand in Norwegen, der Ural in der Russischen Föderation, Badajoz in Spanien und Vežná in Tschechien zu nennen.

Verwendung

Oligoklas-Kugel poliert

Beide Varietäten werden zu Schmucksteinen verarbeitet. Die Varietät Sonnenstein ist allerdings selten und teuer und wird daher oft imitiert. Die häufigste Imitation, genannt Goldfluss, Goldstein oder Aventuringlas, ist ein Glas, in das Kupfer oder Hämatit in mikrokristalliner Form eingeschmolzen wurde. Dieses Verfahren wurde bereits im 17. Jahrhundert von venezianischen Glasherstellern praktiziert.

Siehe auch

Liste der Minerale

Literatur

  •  Petr Korbel, Milan Novák: Mineralien-Enzyklopädie. Nebel Verlag GmbH, Eggolsheim 2002, ISBN 3-89555-076-0, S. 265 (Dörfler Natur).
  •  Friedrich Klockmann, Paul Ramdohr, Hugo Strunz (Hrsg.): Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie. 16. Auflage. Enke, Stuttgart 1978 (Erstausgabe: 1891), ISBN 3-432-82986-8, S. 783.
  •  Bernhard Bruder: Geschönte Steine. Neue Erde Verlag, 2005, ISBN 3-89060-025-5, S. 45.

Weblinks

 Commons: Oligoclase – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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