Labsal


Labsal

Das Labsal hat zwei Bedeutungen:

  • sprachlich ist Labsal ein Synonym für „Wohltat, Erquickung, Erholung“.[1] Es ist vom Verb laben hergeleitet[2]. Der Begriff wurde 2006 zum viertschönsten bedrohten Wort der deutschen Sprache gewählt.
  • in der Schifffahrt ist es ein Anstrichmittel das aus Wurzelteer, Leinöl und einem Sikkativ (Trocknungsbeschleuniger), bzw. aus Wurzelteer und Leinölfirnis, besteht. Der Name leitet sich vom Niederländischen lapsalven, „mit einem Lappen ab- oder einreiben“, her.[2]
Die Bestandteile von Labsal sind in der Regel eine Mischung aus Wurzelteer, Leinöl im Verhältnis von 30:70 (Teer : Leinöl) und einer maximal dreiprozentigen Zugabe von Sikkativ. Es gab und gibt aber auch abweichende Rezepturen, die in ihrer Zusammensetzung und die Art der Zusätze von den Besatzungsmitgliedern favorisiert (und mitunter als Geheimnis gehütet) wurden und werden. Das Leinöl weicht alten Teer auf und sorgt so dafür, dass der Teer in das Tauwerk eindringen kann, um eindringendes Wasser abzuhalten.
Es wird auf hölzernen Segelschiffen stellenweise zur Konservierung von Holz, hauptsächlich aber von Naturfasertauwerk und Stahltrossen beim Kleedern (Umwickeln) mit einem Pinsel aufgetragen, um möglichst viel in die Keepen (Vertiefungen) zu streichen.
  • Komplementär zum Substantiv gibt es in der Seemannssprache auch das Verb „labsalen“[3] oder „labsalben“[2].

Siehe auch

  • Kalfatern

Literatur

  • Prof. Dr. U. Scharnow: Lexikon der Seefahrt. Berlin 1988, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, ISBN 3-344-00190-6. Seite 602

Einzelnachweise

  1. Wissen.de: Labsal.
  2. 2,0 2,1 2,2 Duden, das große Wörterbuch der deutschen Sprache; 3. Auflage, 1999, ISBN 3-411-04733-X.
  3. dtv-Lexikon, ein Konversationslexikon in 20 Bänden, München, 1980, ISBN 3-423-03061-5.


Wiktionary Wiktionary: Labsal – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen