Klaus Weber (Biochemiker)

Erweiterte Suche

Klaus Weber (* 5. April 1936 in Lodz) ist ein deutscher Biochemiker und Molekularbiologe, der an der Entwicklung mehrere weit verbreiteter Labortechniken in der Molekularbiologie und Biochemie beteiligt war.

Weber studierte Chemie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, wo er 1964 promoviert wurde. Er war ab 1965 zehn Jahre lang an der Harvard University, wo er in der Gruppe von James D. Watson war und ab 1972 ordentlicher Professor war. 1975 wurde er Direktor der Abteilung Biochemie am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen. Ab 1987 war er Honorarprofessor an der Universität Göttingen. 2004 emeritierte er am Max Planck Institut.

Er befasst sich insbesondere mit Forschungen zum Zytoskelett (wie Mikrotubuli und Mikrofilamente). Dazu entwickelte er mit Mary Osborn und Elias Lazarides die Technik der Immunfluoreszenz-Mikroskopie.[1] In Zusammenarbeit mit dem Labor von Thomas Tuschl entwickelte Weber eine Technik, durch künstliche RNA Schnipsel Gene auszuschalten (RNA Interference, iRNA).[2]

1997 erhielt er die Otto-Warburg-Medaille und 1984 den Ernst Jung-Preis für Medizin. Er ist Mitglied der Academia Europaea und Ehrendoktor der Universität Gent (1997).

Weber ist mit der Biochemikerin Mary Osborn (*1940) verheiratet, mit der er auch über 200 Arbeiten publizierte. Darunter ist auch eine viel zitierte Arbeit über Gel-Elektrophorese von Proteinen, die die SDS-PAGE Technik einführte (The reliability of molecular weight determinations by dodecyl sulfate-polyacrylamide gel electrophoresis, J. Biolog. Chem., Band 244, 1969, S. 4406-4412).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. zum Beispiel: Lazarides, Weber Actin antibody: the specific visualization of actin filaments in non-muscle cells, Proc. Nat. Acad. Sci., Band 71, 1974, S. 2268
  2. Elbashir, Harborth, Lendeckel, Tuschl, Weber Duplexes of 21-nucleotide RNAs mediate RNA interference in cultured mammalian cells, Nature, Band 411, 2001, S. 494-498

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die letzten News aus den Naturwissenschaften

23.11.2021
Optik
„Maßgeschneidertes“ Licht
Ein Forscherteam entwickelt erstmals ein Lichtfeld, welches die Struktur des vierdimensionalen Raums widerspiegelt.
15.11.2021
Schwarze Löcher
Woher kommt das Gold?
Wie werden chemische Elemente in unserem Universum produziert?
08.11.2021
Teilchenphysik
Neue Einblicke in die Struktur des Neutrons
Sämtliche bekannte Atomkerne und damit fast die gesamte sichtbare Materie bestehen aus Protonen und Neutronen – und doch sind viele Eigenschaften dieser allgegenwärtigen Bausteine der Natur noch nicht verstanden.
08.11.2021
Physikdidaktik | Strömungsmechanik
Warum Teekannen immer tropfen
Strömungsmechanische Analysen der TU Wien beantworten eine alte Frage: Wie kommt es zum sogenannten „Teapot-Effekt“?
05.11.2021
Teilchenphysik | Thermodynamik
Elektronen-Familie erzeugt bisher unbekannten Aggregatzustand
Ein internationales Forschungsteam des Exzellenzclusters ct.
04.11.2021
Galaxien | Schwarze Löcher
Jet der Riesengalaxie M87
In verschiedenen Wellenlängen lässt sich ein gigantischer Teilchenstrahl beobachten, der von der Riesengalaxie M87 ausgestoßen wird.
04.11.2021
Galaxien
Am weitesten entfernter Nachweis von Fluor in sternbildender Galaxie
Eine neue Entdeckung gibt Aufschluss darüber, wie Fluor – ein Element, das in unseren Knochen und Zähnen als Fluorid vorkommt – im Universum entsteht.
02.11.2021
Monde | Kometen und Asteroiden
Planetologen erforschen schweres Bombardement des Mondes vor 3,9 Milliarden Jahren
Der Mond war vor 3,9 Milliarden Jahren einem schweren Bombardement mit Asteroiden ausgesetzt.
29.11.2021
Optik | Quantenoptik
Nur durch Billiardstel Sekunden getrennt
Ultrakurze Lichtblitze dauern weniger als eine Billiardstel Sekunde und haben eine wachsende technologische Bedeutung.
28.11.2021
Elektrodynamik | Optik
holographische Videotechnologie
Videokonferenzen haben in der Pandemie den Arbeitsalltag bestimmt und werden auch künftig eine größere Rolle spielen.