Johann Daniel Riedel

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Firmengründer Johann Daniel Riedel (1786–1843)

Johann Daniel Riedel (* 5. November 1786 in Rehna; † 11. Februar 1843 in Berlin) war ein deutscher Apotheker und Unternehmer.

Er begann 1800 eine Apothekerlehre in Ludwigslust und wechselte 1806 zur Gottschalk’schen Apotheke in Schwerin. 1808 erhielt er eine Rezeptarstelle bei der Valentin Rose’schen Apotheke in Berlin und übernahm deren Leitung 1810. 1814 erwarb er die ehemals Hausmann’sche Apotheke „Zum Schwarzen Adler“ in Berlin, Friedrichstr. 173, und erweiterte sie durch ein größeres Labor für pharmazeutische Produkte zur „Riedel’schen Drogen-Großhandlung“.

2. Generation: Gustav Riedel (1816–1886)
3. Generation: Paul Riedel (1851–1912)
3. Generation: Fritz Riedel (1853–1913)

Sein 1816 geborener Sohn Gustav Riedel übernahm als Apotheker 1843 das Erbe an der Großapotheke und erweiterte durch Fabrikationsgebäude in der Französischen Straße. 1874 überschritt er mit dem Bau einer neuen Fabrik in der Gerichtsstraße 12/13 die Schwelle von der Großapotheke J. D. Riedel zur pharmazeutischen Fabrik J. D. Riedel. Sein jüngerer Sohn Franz Riedel erhielt 1874 die Leitung der Apotheke in der Friedrichstraße, die damit aus dem Imperium des Bruders Gustav ausgegliedert wurde.

1886 übernahmen Gustav Riedels Söhne Fritz und Paul die Geschäftsführung und erweiterten 1888 um eine neue Fabrikation in Bohnsdorf bei Grünau (Berlin). 1905 wandelten Fritz Riedel und Paul Riedel die pharmazeutische Fabrik J. D. Riedel von einer OHG in eine Aktiengesellschaft um. Bereits 1912 konnte man alle Produktionsstätten der J. D. Riedel AG in einem neuen Werk in Berlin-Britz zusammenfassen.

Während der Inflation 1922/23 erwarb Fritz Riedel jun. (Sohn von Fritz Riedel sen.) für nur 40 Millionen Mark alle Aktien der „E. de Haën AG“ und schuf damit den Grundstein des 1928 fusionierten Chemieunternehmens „J. D. Riedel - E. de Haën AG“ mit Sitz in Berlin. 1931 zog er sich inmitten der Wirtschaftskrise aus dem Unternehmen zurück. Ab 1943 wurde der Name zu Riedel-de Haën AG vereinfacht. Wegen der Bombenschäden im 2. Weltkrieg wurde 1948 der Unternehmenssitz von Berlin-Britz nach Seelze bei Hannover verlegt.

Literatur

  • 175 Jahre Riedel-de Haën 1814–1989, Firmendruckschrift 1989 für Mitarbeiter, S. 8–24

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