Imker

Imker

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Imker mit Smoker (Rauchapparat) überprüft Honigwaben eines Bienenvolkes
Imker beim Entdeckeln von Waben zur Honigschleuderung

Der Imker beschäftigt sich mit der Haltung, der Vermehrung oder der Züchtung von Honigbienen und der Produktion von Honig und weiterer Bienenprodukte. Imker ist eine Wortzusammensetzung aus dem niederdeutschen Begriff Imme für „Biene“ und dem mittelniederdeutschen Wort kar für „Korb, Gefäß“. Imker darf zwar jeder ohne eine spezielle Ausbildung sein, trotzdem gibt es auch einen zugehörigen Lehrberuf mit der amtlichen Bezeichnung Tierwirt, Fachrichtung Imkerei.

Vom Imker zu unterscheiden ist der Zeidler, der im Mittelalter den Honig wilder Bienenvölker sammelte.

Tätigkeit

Der Imker bringt seine Bienenvölker in künstlichen Nisthöhlen, den Bienenstöcken, unter. Darin sind sie mit ihrem Brutnest vor Witterungseinflüssen und den Eingriffen anderer Tiere geschützt. In der modernen Imkerei kommen Magazin-Beuten und der sogenannte Mobile Wabenbau zum Einsatz. Dadurch können mit den Völkern schnell ertragreiche Trachten angewandert werden und der von den Bienen gesammelte und eingelagerte Honig kann effizient geerntet werden.

Die Bedeutung der Imkerei besteht für die Landwirtschaft darin, Blüten von landwirtschaftlichen Nutzpflanzen zu bestäuben, um deren Ertrag zu erhöhen, und für die Nahrungsmittelwirtschaft darin, Honig, Bienenwachs und Pollen zu produzieren.

Die Imkerei hatte schon immer eine hohe ökologische Bedeutung, da viele Wildpflanzen und -kräuter bei der Vermehrung von Honigbienen abhängig sind.

Bienenzucht

Bienen bei der Arbeit im Bienenstock

Synonym wird auch der Begriff Bienenzüchter anstatt Imker verwendet. Im strengeren Wortsinn züchten aber nur die wenigsten Imker tatsächlich ihre Bienen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die natürliche Begattung von jungen Königinnen unkontrollierbar in der Luft stattfindet (Siehe auch Hochzeitsflug). Dabei sind mehrere Drohnen aus einem Einzugsgebiet von etwa hundert Quadratkilometern beteiligt. Was die Imker aber durchführen, ist eine gezielte Königinnenvermehrung, wobei sie ihr Ausgangsmaterial immer wieder, nach einigen wenigen Generationen von Mutterstationen oder Züchtern beziehen. Zur Verbesserung des genetischen Materials gibt es Belegstellen.

Eine weitere Methode zur gezielten Auslese ist die künstliche instrumentale Besamung von Bienenköniginnen (unter dem Mikroskop). Eine Erleichterung bei der instrumentellen Besamung könnte dadurch erreicht werden, dass in Zukunft Bienensperma konserviert werden kann. Es wären dann nicht mehr lebende Drohnen für diesen Vorgang notwendig und Hemmnisse in Bezug auf strenge Seuchenhygiene-Bestimmungen würden entfallen.[1]

Geschichte der Bienenwirtschaft

Honigjäger auf etwa 8000 Jahre alter Höhlenmalerei aus den Cuevas de la Araña bei Valencia (Spanien)

Hauptartikel: Geschichte der Imkerei

Honigbienen sind auch heute noch Wildtiere, die einer Betreuung durch den Menschen eigentlich nicht bedürfen. Ursprünglich bevorzugten sie zum Errichten ihres Wabenbaus Hohlräume in Bäumen. Seit Jahrtausenden werden Bienen wegen ihrer Produkte wie Wachs und Honig vom Menschen genutzt. Älteste Nachweise der „Jagd“ nach Bienenprodukten bezeugen 12.000 Jahre alte Felsmalereien aus den Cuevas de la Araña, Spanien, dazu wurden die Behausungen der Bienen aufgespürt und ausgebeutet. Mit der Entstehung der großen Kulturen in Ägypten und Mesopotamien entwickelte sich um 2400 v. Chr. eine organisierte Bienenhaltung. Die Nutzung eigens für Bienen hergestellter Behausungen in Form von Beuten und Stülpern vollzog sich regional sehr unterschiedlich. Zwar sind aus der griechischen und römischen Zeit Keramikgefäße, die als Bienenstöcke dienten, bekannt, doch wurde 2007 die bereits 3000 Jahre alte Imkerei von Tel Rehov in Israel entdeckt. Aus dem Alten Ägypten gibt es Bildbeschreibungen der Honigentnahme, die den Funden ähneln. Schon in antiker Zeit wurde die medizinische Bedeutung der Bienenprodukte erkannt. Griechische und römische Autoren beschrieben die hochstehende Bienenhaltung ihrer Zeit. Aus dem Gebiet des heutigen Deutschlands weisen archäologische Ausgrabungen Zeugnisse der Bienenhaltung erstmals in der Zeit um 500 v. Chr nach. Es sind zahlreiche bienengesetzliche Regelungen bereits aus dem frühen Mittelalter überliefert. Kontinentaleuropäisch entwickelte sich die Imkerei in zwei Bereiche, in die Waldimkerei (Zeidlerei) und die Korbimkerei. Im 14. Jahrhundert gründeten sich in Deutschland die ersten Imkerzünfte. Das Berufsimkertum ging im 16. Jahrhundert von der Lüneburger Heide aus. Der Beginn der modernen Imkerei, sowie die völlige Aufgabe der Waldimkerei, kann mit der Wende zum 19. Jahrhundert ausgemacht werden. Seither wurden die Ergebnisse zahlreicher wissenschaftlicher Entdeckungen und Erkenntnisse in der Imkerei umgesetzt.

Das historische Bild des Imkers

Die Bienenzüchter, Federzeichnung von Pieter Bruegel dem Älteren (um 1568)
Der Bienenfreund (1863) von Hans Thoma
Bienenhäuser aus Holz waren früher weiter verbreitet, die verschiedenfarbigen Anflugbretter sollen den Bienen die Orientierung erleichtern

Der Imker galt früher als ausgemachter Fachmann, auf dessen Wissen und Fähigkeiten man nicht verzichten konnte. Anders als in anderen handwerklichen Berufen konnte die Arbeit nicht kurzzeitig (Leiharbeitern, Erntehelfern) übergeben werden, da man die Eigenheiten der Völker kennen musste und ihr Verlust nur schwer und aufwändig ersetzbar war. Ein erfahrener Imker sah sofort, in welchem Zustand sich seine Bienenvölker befanden, konnte dieses umfangreiche Wissen aber schlecht in kurzer Zeit vermitteln. Deshalb galten Imker als Einzelgänger, deren eigentliche Arbeitstätigkeit nie so recht bekannt wurde. Das auch, weil summende Bienen unerfahrene Zuschauer auf Abstand halten. Da ein gestochener Imker keinen Schmerz zeigt, sondern ruhig weiter arbeitet, galt er zudem als abgehärtet oder unerschrocken. Da die Tätigkeit auch im hohen Alter noch ausgeführt werden kann, wurde die Imkerei oftmals den Alten übertragen. Imker wurden mit Alter, Weisheit und Erfahrung, aber auch mit Verschrobenheit assoziiert.

Dieses Bild ist mit der industriellen Zuckerherstellung zu Anfang des 19. Jahrhunderts, dem späteren Honigimport und der somit sinkenden Bedeutung des Imkerberufs im ländlichen Bereich in den Hintergrund getreten. Heute gilt der Imker eher als selbstbestimmter Landwirt, der in der Natur tätig ist und sich seine Arbeitszeit frei einteilen kann.

Werkzeuge und Gerät

Verschiedene heutige Imkerwerkzeuge und -geräte

Imkereigeräte sind Maschinen, Werkzeuge und Geräte des Imker zur Arbeit an Bienenvölkern und zur Gewinnung von Bienenprodukten. Imkergeräte lassen sich den verschiedenen Arbeitsbereichen der Imkerei zuordnen. Diese sind:

  • die Arbeit am Bienenvolk
  • das Wandern in verschiedene Trachten
  • die Honiggewinnung und -verarbeitung
  • die Königinnenzucht

Imkereiprodukte

  • Honig ist heute das Hauptprodukt der meisten Imkereien. Immer weniger Imker können sich heute allein durch den Verkauf von Honig halten. Daher werden vermehrt weitere Bienenprodukte angeboten.Im Zuge der zunehmenden Sensibilisierung für ökologische Zusammenhänge in der Natur sehen sich heute viele Imker auch als Naturschützer. Mit ihren Bienenvölkern sorgen sie auch für die Bestäubung vieler Wildpflanzen.
  • Bienenwachs findet nicht nur für Kerzen Verwendung, sondern wird auch in Pflegemitteln und Kosmetika verarbeitet.Auch die pharmazeutische Industrie benötigt noch immer Bienenwachs als Grundstoff. In der Lebensmittelherstellung wird Bienenwachs beispielsweise als Überzugsmittel E901 verwendet.
  • Pollen wird als hochwertiges Eiweißprodukt zur Nahrungsergänzung verwendet. Weitere Inhaltsstoffe sind Enzyme, Aminosäuren und ein hoher Gehalt an Vitamin B. Insgesamt wird von etwa 100 biologischen Aktivstoffen ausgegangen. Reiner Pollen schmeckt relativ streng (herb), deshalb wird er gerne im gefrorenen Zustand zermahlen und dann mit Honig vermischt angeboten. Er sollte aufgrund der Inhaltsstoffe relativ frisch verzehrt werden, möglichst innerhalb eines halben Jahres.
  • Gelée Royale ist der spezielle Futtersaft, mit dem ausschließlich Königinnen gefüttert werden. Er wird von den Arbeitsbienen produziert und bewirkt, dass eine Königin deutlich größer wird und eine vielfach längere Lebenszeit gegenüber den Arbeiterinnen hat, die nicht diesen Futtersaft verabreicht bekommen. Die Wirkung auf den Menschen ist bisher umstritten. Dies liegt auch daran, dass alle Substanzen dieses Saftes auch heute noch nicht vollständig entschlüsselt sind. Gelée Royale wird nachgesagt, verjüngend auf den menschlichen Körper zu wirken.
  • Propolis (auch Kittharz genannt), gilt als eines der stärksten natürlich vorkommenden Antibiotika und auch Antimykotika. Es wurde und wird auch heute noch in der Naturheilkunde als Wundmittel eingesetzt. Die Zusammensetzung kann jedoch sehr stark streuen, so dass wohl nie mit einer arzneimittelrechtlichen Zulassung zu rechnen ist. Ein weiterer Nachteil von Propolis kann darin bestehen, dass ein gewisser Prozentsatz von Menschen dagegen allergisch ist, weshalb vor Selbstmedikation (ohne vorherigen Test) gewarnt wird.
  • Bienengift wird unter anderem zur Behandlung von entzündlichen Gelenkerkrankungen eingesetzt[2]. Es hat eine stark durchblutungsfördernde Wirkung. Bei Überdosierung meint der Patient, tatsächlich gestochen worden zu sein. Die Behandlungsstelle wird rot und heiß und schwillt wie bei einem Stich an. Linderung bringt einzig permanente Kühlung. Durch das Gift wird vom Körper aus den Nebennierenrinden Cortisol ausgeschüttet. Entzündungshemmung ist so für viele rheumatische Beschwerden erreichbar.

Urbane Imkerei

Eine Sonderform zur klassischen Imkerei im ländlichen Raum stellt die Stadtimkerei dar. Als Zentren der urban beekeeping (urbanen Imkerei) gelten Berlin, London, New York, Paris, Tokio, Toronto, Vancouver und Washington, D.C.. [3] Neben den deutschen Großstädten Hamburg und München stellt auch das Ruhrgebiet ein Refugium der urbanen Bienenzucht dar.

Als Pioniere der urbanen Imkerei gelten der Franzose Jean Paucton (Paris), der US-Amerikaner David Graves (Manhattan, New York) und der Deutsche Marc-Wilhelm Kohfink (Berlin). Bereits seit 1985 hält der Theaterdekorateur Paucton auf dem Dach seines Arbeitsplatzes, der Opéra Garnier, Bienenvölker. Diese fliegen die Parks der französischen Hauptstadt an. Der ehemalige Busfahrer Graves hielt trotz Bienenhaltungsverbots in New York seit Jahren mehrere Völker. Der Sozialwissenschaftler und Wirtschaftsjournalist Kohfink hält seit April 1999 Bienen. Seit 2007 hat er eine zertifizierte Bioland-Imkerei. In Kursen bildet er jedes Jahr rund 20 Stadtimker aus. Jedoch beweisen einige alteingesessene Großstadtvereine, wie zum Beispiel der Berliner Imkerverein Neukölln 1923 e. V. oder der 1934 gegründete Imkerverein Hamburg Rechtes Alsterufer, dass die Stadtimkerei kein moderner Trend ist, sondern eine lange Tradition hat. In Zürich galt der Stadtimker laut Brunsche Zunftverfassung, zwischen 1336 und 1798 Verfassung der Reichsstadt und späteren Stadtrepublik, als Zunftberuf.

Bienen leiden in der Stadt keinen Mangel: Als Tracht kommen neben Parkanlagen, Friedhöfe und Alleen auch Hausgärten, Gründächer, verwilderte Grundstücke, Verkehrsinseln und Balkonpflanzen in Frage. Das im Durchschnitt zwei bis drei Grad Celsius wärmere Klima der Stadt ist für Bienen als wärmeliebende Tiere von Vorteil, sie sind im Frühjahr zeitiger und im Herbst länger unterwegs, ihre Nahrung reicht vom Krokus im Frühjahr bis zur Goldrute im November. Dies führt neben dem geringeren Futterdruck dazu, dass die Erntemengen der Stadtimker deutlich über denen der Landimker liegen. So ernteten laut Statistik des Deutschen Imkerbundes Berliner Stadtbienenhalter bis zu 47 kg Honig pro Volk und Jahr, in Hamburg sind es 40 Kilogramm. Berlin und Hamburg liegen somit bundesweit an der Spitze.

Stadthonig ist rückstandarm, das heißt eine Belastung durch Feinstaub und Schadstoffe wurde noch nicht festgestellt. Auf dem Land sind hingegen Pflanzenschutzmittel ein Problem. Der Honig ist von hoher Qualität und gilt aufgrund der Pollenmixtur anstatt Monokultur als besonders aromatisch. Die Haltung ist problemloser, da Verluste durch Parasitenbefall oder Temperatursturz eher untergeordnet sind.[4] [5]

Imkerei in Deutschland

Imkerei als Hobby, Nebenerwerb oder Haupterwerb

Achtung Bienenstand!-Verkehrszeichen in Schweden

In Deutschland gab es 2002 etwa 85.000 Imker mit etwa 820.000 Bienenvölkern. Rund 95 % der Imker in Deutschland sind Freizeitimker.[6] Wenige betreiben die Imkerei im Nebenerwerb, und nur etwa 2000 sind Berufsimker. Die allgemein angenommene Grenze für ein sicheres positives Betriebsergebnis liegt nach Einschätzung der deutschen Finanzämter bei mindestens 30 Bienenvölkern.

In Deutschland wird vergleichsweise viel Honig verzehrt (ca. 1,4 kg / Kopf und Jahr). Davon werden etwa 20 % des Honigs von heimischen Imkern geliefert, der Rest wird aus dem Ausland importiert.

Ein wesentliches Problem der Imkerei ist der Nachwuchsmangel. Das Durchschnittsalter der Imker in Deutschland liegt bei über 60 Jahren und es kommen nur wenige neue Imker hinzu, weshalb die Zahl der Imker in Deutschland derzeit abnimmt. Um dem Nachwuchsmangel, auch speziell unter der weiblichen Imkerschaft entgegenzuwirken und um auch mehr Frauen für die Imkerei zu begeistern, rief der Deutsche Imkerbund das Jahr 2008 zum Jahr der Frau in der Imkerei aus. Ein weiteres Problem in der Imkerei ist das abnehmende Blütenangebot sowie die Überdüngung und Anwendung von Pestiziden in der Landwirtschaft.

Grundsätzliche Voraussetzungen

Imker mit Bienenschwarm an einem Ast

Die Entscheidung, mit der Imkerei zu beginnen, sollte wohl bedacht sein. Es sind, zumindest in Deutschland, kaum juristische Bedingungen an diese Erwerbstätigkeit geknüpft, dennoch bedarf es einiger Überlegungen:

  • Ein Anfänger sollte im ersten Jahr nicht mit einer zu großen Anzahl von Völkern beginnen, sondern sich mit Zeit und ohne Stress an die Arbeit mit den Bienenvölkern gewöhnen. Zwei bis drei Völker sind hier eine gute Richtschnur, langsam in die Imkerei einzusteigen.
  • Ein Bienenvolk ist zwar nicht domestiziert, trotzdem sind regelmäßig gezielte Eingriffe nötig, manchmal auch mehrfach in der Woche und bei der Königinnenzucht sogar auf Tag und Stunde genau.
  • Finanzielle Investitionen für Völker, Beuten und weitere Imkereigeräte sind zu Beginn fällig. Manche selten gebrauchte Geräte (z. B. zur Wachsverarbeitung) sind häufig bei den Imker-Vereinen vorhanden und können dort ausgeliehen werden oder es haben sich Eigentümergemeinschaften gebildet.
  • Für die Aufstellung der Bienenstöcke wird ein geeignetes Grundstück benötigt, ebenso ein Platz zur Lagerung der Gerätschaften. Auch für das Schleudern des Honigs sollte ein geeigneter Raum vorhanden sein.
  • Die Bienenhaltung ist nach der Bienenseuchen-Verordnung der zuständigen Behörde (meist Veterinäramt) unter Angabe der Anzahl der Bienenvölker und ihres Standortes anzuzeigen.[7]

Imkerorganisationen

Imkerliche Zusammenschlüsse in Deutschland, die zum Deutschen Imkerbund gehören, haben einen hierarchischen Aufbau. Die unterste Ebene bilden Ortsvereine mit den einzelnen Imkern als Mitglieder. Darüber steht ein Kreisimkerverein, der Mitglied des jeweiligen Imkerlandesverbandes ist. Es gibt 19 Landesverbände, die weitgehend mit den Bundesländern identisch sind. Die Dachorganisation vertritt die Interessen der etwa 86.000 ihr zugehörigen Imker und überwacht die Honigqualität.

Daneben gibt es weitere Imkerorganisationen, in denen sich Imker aufgrund der von ihnen gehaltenen Bienenrasse (Gemeinschaft der Buckfast Imker) oder aufgrund einer ökologischen Bienenhaltung zusammengeschlossen haben.

Ausbildung

Ausbildung zum Berufsimker in der DDR 1970: Imkerlehrmeister und Lehrlinge am Lehrbienenstand des VEG Kalkreuth im Kreis Großenhain

Die Ausbildung zum Imker(-gesellen) unter der Bezeichnung Tierwirt, Fachrichtung Imkerei, erfolgt durch staatlich anerkannte Ausbildungsbetriebe. Sie dauert regulär drei, durch Anerkennung bestimmter Voraussetzungen zwei Jahre. Ebenso ist ein sogenannter „Seiteneinstieg“ zur Gesellenprüfung möglich. Dabei wird keine Ausbildung abgelegt, sondern bereits vorhandene Imkererfahrung ist bei den zuständigen öffentlichen Stellen (Landwirtschaftskammer) nachzuweisen. Eine Weiterbildung zum Tierwirtschaftsmeister (Imkermeister) ist möglich.

Die Anleitung zum Freizeitimker erfolgt in der Regel durch einen Imkerverein. Sie stellen an der Imkerei interessierten Personen einen „Imkerpaten“ zur Seite, der praktische Unterstützung in der Anfangszeit leistet. Daneben bieten die Imkerlandesverbände zur Ausbildung Lehrgänge an.

Imkern wird empfohlen, sich einem Imkerverein anzuschließen. Über den Verein und den Dachverband besteht ein Versicherungsschutz im Bereich des Rechtsschutzes und der Haftpflicht. Die Haftpflichtversicherung (2006 etwa ein Euro pro Bienenvolk und Jahr) ist wegen möglicher Schadensansprüche Dritter, zum Beispiel wegen Bienenstichen, von Bedeutung.

Ausbildende Institutionen

Viele Vereine und deren Imker sowie Berufsimker und auch öffentliche Institutionen (u. a. teilweise auch Volkshochschulen, Naturschutzorganisationen etc.) haben sich zum Ziel gesetzt, über Lehrgänge und sogenannte 'Schnupperkurse' allen Interessierten (auch Kindern und Jugendlichen) die Biene und das Imkern nahe zu bringen und Starthilfen zu bieten. Hier eine kleine Auswahl von Orten, in denen man die Gelegenheit hat, unverbindlich das Imkern zu erlernen:

  • Ausbildende Institutionen und Bienenwissenschaftliche Institute befinden sich u. a. in:
    • Deutschland (nach Bundesländern sortiert):
      • Baden-Württemberg:
        • Gaggenau: Imkerschule
        • Heidelberg-Pfaffengrund: Imkerschule
        • Karlsruhe: Imkerschule
        • Nattheim/Fleinheim: Härtsfelder Imkerschule e.V.
        • Zell am Harmersbach-Oberentersbach: Imkerschule Oberentersbach
        • Stuttgart-Hohenheim: Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim
      • Bayern:
        • Aschach: Imkerschule Aschach des Bezirksverbands Imker Oberpfalz
        • Deggendorf: Amt für Landwirtschaft und Forsten
        • Kaufbeuren-Kleinkemnat: Imkerschule Schwaben
        • Landsberg am Lech: Imkerschule des Bezirks Oberbayern
        • Mitwitz: Imkerschule Oberfranken e.V.
        • Veitshöchheim: Bayer. Landesanstalt für Wein- u. Gartenbau – Fachzentrum Bienen
      • Berlin:
        • Berlin: Institut für Allgemeine Zoologie und Experimentelle Morphologie der FU Berlin / AG Bienenforschung
      • Brandenburg:
        • Hohen Neuendorf: Länderinstitut für Bienenkunde Hohenneuendorf e. V.
      • Bremen:
        • Bremen: Bremer Imkerschule
      • Hessen:
        • Kirchhain: Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, Bieneninstitut
        • Oberursel: Institut für Bienenkunde, Polytechnische Gesellschaft, Fachbereich Biowissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main
      • Mecklenburg-Vorpommern:
        • Bantin: Bienenzuchtzentrum Bantin
      • Niedersachsen:
        • Bad Zwischenahn: Oldenburg- Wehnen, Lehr- und Versuchsanstalt der LWK Weser-Ems
        • Celle: Institut für Bienenkunde Celle
        • Delmenhorst: Imkerverein Delmenhorst beim Lehrbienenstand in Hengsterholz
        • Leer (Ostfriesland): Imkerlehrheim des Imkervereins Leer in der Kleingartenanlage „Abendfrieden“
        • Nordhorn: Imkerschule im Tierpark Nordhorn
        • Osnabrück: Zooschule und Lehrbienenstand im Osnabrücker Zoo am Schölerberg
      • Nordrhein-Westfalen:
        • Bonn: Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz der Universität Bonn
        • Gelsenkirchen: Imkerschule
        • Münster: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen / Bienenkunde
        • Duisburg : Anfängerkurse und imkerliche Fachlehrgänge am Bienenmuseum Duisburg
        • Köln-Dellbrück: Biogarten und -Imkerei auf dem Thurner Hof
      • Rheinland-Pfalz:
        • Mayen: DLR Westerwald-Osteifel, Fachzentrum Bienen und Imkerei Mayen
      • Schleswig-Holstein:
        • Bad Segeberg: Schleswig-Holsteinische Imkerschule
      • Thüringen:
        • Weimar: Deutsches Bienenmuseum Weimar
    • Österreich:
      • Graz: Steirische Imkerschule
      • Imst: Imkerschule der Landwirtschaftlichen Landeslehranstalt
      • Kärnten: Imkerschule des Landesverband für Bienenzucht in Kärnten
      • Linz: Imkerschule des Oberösterreichischen Landes-Bienenzüchter-Verbandes
      • Warth-Aichhof: Niederösterreichische Imkerschule in der Landwirtschaftlichen Fachschule
      • Wien-Donaupark: Imkerschule Wien
    • Schweiz:
      • Einführungskurse in die Imkerei führen die regionalen Verbände durch.
      • Grundausbildung: 18 Halbtage verteilt auf 2 Jahre. Kurs Königinnenzucht: 8 Halbtage.
    • Südtirol:
      • Laimburg: Fachschule für Obst-, Wein- und Gartenbau / Abteilung land-,forst- und hauswirtschaftliche Berufsbildung

Krankheiten

Imkerkrankheiten

  • Ein geringer Prozentsatz von Menschen reagiert auf Bienenstiche hochallergisch. Daher ist vor dem ernsthaften Beginn des Imkerns ein Allergietest durch einen Arzt zu empfehlen, der auch vor Beginn einer 3-jährigen Tierwirt-Ausbildung oft gefordert wird. Zwar gibt es auch hier die Möglichkeit der Desensibilisierung, doch sollten Hobby, notwendige Kosten einer Immuntherapie sowie auch die eigene Gesundheit/Sicherheit gegeneinander abgewogen werden.
  • Die Tätigkeit des Imkerns ist eine körperlich anstrengende Arbeit. Eine zu erntende Honigzarge kann, je nach Beutentyp und Betriebsweise, bis zu 30 kg wiegen. Durch die Belastung des Rückens kommt es gelegentlich zu Bandscheibenvorfällen.

Bienenkrankheiten

Bienen leiden wie andere Tiere auch an Krankheiten, wozu sich weiteres unter der Kategorie:Bienenkrankheit findet. Die wichtigsten Bienenkrankheiten sind:

  • Amerikanische Faulbrut (kurz AFB, auch Bösartige Faulbrut genannt) ist eine dem Veterinäramt anzuzeigende (anzeigepflichtige) Seuche.
  • Varroose (früher Varroatose) wird verursacht durch die Varroamilbe und schädigt sowohl Bienen als auch Bienenbrut.
  • Nosemose (früher Nosematose) wird durch einen Parasiten hervorgerufen und zerstört die Darmwand der Bienen.
  • Der Kleine Beutenkäfer, ursprünglich in Afrika als Bienenschädling beheimatet, hat sich innerhalb weniger Jahre über die USA nach Kanada, Ägypten und Australien verbreitet. Er schädigt die Völker, indem er Brut, Pollen und Honig frisst und zudem das Volk und damit auch den Honig durch seinen Kot verunreinigt. Noch ist er nicht in Deutschland angekommen, Wissenschaftler gehen jedoch fest davon aus, dass er weiter verbreitet wird.

Häufige Missverständnisse

Über die Imkerei sind in der Bevölkerung häufig Missverständnisse zu finden, die sich teils auf die Arbeitsabläufe, teils auf eine Unkenntnis der Verhaltensbiologie der Bienen beziehen.

Zuckerfütterung

Zuckerfütterung

Da der Honig – und damit der Wintervorrat – vom Imker geerntet wird, muss dieser für entsprechenden Ersatz sorgen, um das Verhungern des Volkes im Winter zu verhindern. Dieser Ersatz wird in der Regel durch Zucker (auch in Form von Zuckersirup) nach der Honigernte zugeführt. Es handelt sich dabei nicht um den Versuch, den Honig mit Zucker zu strecken, sondern um die Bereitstellung eines Ersatzvorrates für die Überwinterung des Volkes. Ebenfalls falsch ist, dass die Bienen im Winter ausschließlich von Zucker leben, denn neben dem Honig lagern die Bienen auch Pollen in den Waben ein, der wichtig für die Eiweiß- und Mineralstoffversorgung der Bienen ist. Dieser Pollen wird beim Schleudern nicht entnommen.

Winterfütterung

Der Imker füttert seine Bienen nicht im Winter, auch wenn von Winterfütterung die Rede ist. Die Einfütterung der Völker erfolgt ab dem Spätsommer bis zum Frühherbst. Unterhalb von etwa 10 Grad Celsius können die Bienen kein Futter mehr aufnehmen und als Wintervorrat einlagern.

Stockfindung

Bienen werden heute weltweit in Freiaufstellung in Magazin-Beuten gehalten. Speziell im deutschsprachigen Raum kommen auch noch gelegentlich Hinterbehandlungsbeuten in Bienenhäusern oder Bienenwagen vor. Die einzelnen Völker befinden sich oft in extremer Nähe zu einander. Viele Imker streichen die Bienenwohnungen oder Anflugbretter farbig mit der Absicht, den Bienen die Wiederfindung des eigenen Staates zu erleichtern. Bienen orientieren sich aber bei der Suche ihres eigenen Einflugloches nicht nur an Farben. Sie richten sich auch erheblich an der räumlichen Umgebung und über den eigenen, sogenannten Stockgeruch, der ihren Staat umgibt, aus.

„Beruhigender“ Rauch

Ein Missverständnis besteht in der Annahme, der Imker würde die Bienen mit Rauch beruhigen. Tatsächlich wird durch den Rauch nur die Stechbereitschaft der Bienen gesenkt. Die Aktivität der Bienen steigert sich aber deutlich, sie suchen die honiggefüllten Zellen auf, kriechen in sie hinein und füllen ihre Honigmägen. Daran beteiligen sich sämtliche beräucherten Bienen unabhängig vom Lebensalter. Beräucherte Drohnen verlassen den Stock fluchtartig und kehren nicht zurück. Dieses Verhalten ist damit zu erklären, dass eine Bedrohung durch Feuer nicht durch Verteidigung (Stechen) verhindert werden kann; den Bienen bliebe im Falle eines Waldbrands nur die Flucht aus dem Stock, die tatsächlich auch eintreten würde, wenn zum Rauch eine Temperaturerhöhung käme. Der gefüllte Honigmagen entspricht einem Rettungsversuch. Der Imker nutzt dieses Verhalten der Bienen aus, um ein ruhigeres und stichfreies Arbeiten am Volk zu ermöglichen. Die Bienen sind so abgelenkt und beschäftigt, dass sie sich ohne Gefahr mit den bloßen Fingern anfassen lassen.

Siehe auch

  • Bienenzüchtungskunde
  • Der Bienenzüchter (Film)
  • Der Tod eines Bienenzüchters (Roman)
  • Liste von Imkern
  • Deutscher Imkerbund
  • Carl Rehs

Literatur

  • Georg Petrausch: Imkern in der Stadt. Kosmos, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-440-12042-2.
  • Werner Gekeler: Honigbienenhaltung. Ulmer, Stuttgart 2006, ISBN 3-8001-4398-4.
  • Lieselotte Gettert: Mein Bienenjahr. Ulmer, Stuttgart 1991, ISBN 3-8001-7243-7.
  • Edmund Herold, Karl Weiss: Neue Imkerschule. Ehrenwirth, München 1965, 1999, ISBN 3-431-02739-3.
  • Franz Lampeitl: Bienen halten. Ulmer Verlag, Stuttgart 1982, ISBN 3-8001-7075-2.
  • Matthias Lehnherr: Imkerbuch. 5. Auflage. Aristaios-Verlag, Basel 2004, ISBN 3-9520322-0-4.
  • Gerhard Liebig: Einfach imkern. Selbstverlag, Stuttgart 1998, 2002, 2011(3.Aufl.).
  • Rudolf Moosbeckhofer, Josef Bretschko: Naturgemäße Bienenzucht. Stocker, Graz 1996, ISBN 3-7020-0740-7.
  • Armin Spürgin: Die Honigbiene – vom Bienenstaat zur Imkerei. Ulmer, Stuttgart, 1996, ISBN 3-8001-6852-9.
  • Jürgen Tautz, Helga R. Heilmann: Phänomen Honigbiene. Spektrum Akademischer Verlag 2007. ISBN 978-3-8274-1845-6
  • Karl Weiß: Der Wochenend-Imker – eine Schule für das Imkern mit Magazinen. Ehrenwirth, München 1980, ISBN 3-431-02275-8.
  • Enoch Zander, Friedrich K. Böttcher: Haltung und Zucht der Biene. Ulmer, Stuttgart 1989, ISBN 3-8001-7419-7.

Dokumentationen

Radiobeiträge

Weblinks

Commons: Imker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

Wikibooks Wikibooks: Einführung in die Imkerei – Lern- und Lehrmaterialien
Wiktionary Wiktionary: Imker – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Allgemeines

Museen

Einzelnachweise

  1. Das brandenburgische Länderinstitut für Bienenkunde in Hohen Neuendorf (Landkreis Oberhavel) erhielt im April 2009 einen Zuwendungsbescheid des Bundeslandwirtschaftsministeriums in Höhe von 400.000 Euro zur Entwicklung einer Konservierungsmethode BMELV fördert Entwicklung einer neuartigen Technik für die Honigbienenzucht.
  2. D. J. Son, J. W. Lee, Y. H. Lee, H. S. Song, C. K. Lee, J. T. Hong: Therapeutic application of anti-arthritis, pain-releasing, and anti-cancer effects of bee venom and its constituent compounds. In: Pharmacology & therapeutics. Band 115, Nummer 2, August 2007, S. 246–270, ISSN 0163-7258. doi:10.1016/j.pharmthera.2007.04.004. PMID 17555825. (Review)
  3. Katharina Finke: Bienenschwärmerei, in: Der Freitag, Nr. 29, 21. Juli 2011, S. 27.
  4. Vgl. Marc-Wilhelm Kohfink in ADIZ (Allgemeine Deutsche Imkerzeitschrift)/die biene/Imkerfreund. Ausgabe 10/2010. dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag. S. 7.
  5. Vgl. Marc-Wilhelm Kohfink: Bienen halten in der Stadt. 2010. ISBN 978-3-8001-6712-8.
  6. DER SPIEGEL 3/2009, S. 123
  7. Bienenseuchen-Verordnung (PDF). gesetze-im-internet.de. Abgerufen am 15. April 2012.