Ebonit ist aus Naturkautschuk und Schwefel gewonnener besonders harter Gummi. Der Name spielt auf Ebenholz (engl. ebony) an.

Verwendung

Verwendung findet Ebonit hauptsächlich für Mundstücke für Musikinstrumente und Tabakspfeifen, für Klaviertasten, aber auch für Schmuckstücke und Kämme. Mundstücke guter Blasinstrumente und Pfeifen sind oft aus hochwertigem Ebonit, da diese im Vergleich zu dem ansonsten verwendeten Acryl einen angenehmeren (weicheren) „Biss“ haben. Vereinzelt wurden auch Gitarrenplektren aus Ebonit hergestellt, da es vom Klang her als Referenzmaterial galt. Historisch belegt ist die naturwissenschaftliche Verwendung von Ebonit durch Alessandro Volta, der es für den Elektrophor, eine von ihm entwickelte frühe Form des Kondensators, als Dielektrikum einsetzte. In den nachfolgenden Jahrhunderten wurde Ebonit für die Herstellung von Schreibgeräten und Tintenleitern (von Füllfederhaltern) verwendet. Da es mit der Zeit brüchig werden kann, wird es seit den 1960er Jahren weitgehend von thermoplastischen Kunststoffen, welche billiger und leichter zu verarbeiten sind, abgelöst.

Eigenschaften

Obwohl es weicher als Phenolharze (Phenoplast, Bakelit) ist, ist Ebonit aufgrund seines sehr dichten Aufbaus extrem resistent gegen chemischen Angriff und generell sehr stabil. Unter Sonnenlicht verfärbt es sich aber mit der Zeit.

Herstellung

Zur Herstellung von Ebonit können nur stark ungesättigte Kautschuke (mit vielen C=C-Doppelbindungen) verwendet werden, um den für die Festigkeit erforderlichen hohen Vernetzungsgrad erreichen zu können.

Ein Naturkautschuk-Schwefelgemisch wird im Ofen geschmolzen. Der geschmolzene Kautschuk wird dann in eine metallene Form gegossen und zur Vulkanisierung für 15 Minuten auf 100 bis 200 Grad erhitzt. Danach wird die Form entfernt und der Inhalt wird im Ofen erneut für etwa eineinhalb Tage erhitzt. Die lange Reaktionsdauer führt zu einer vollständigen Reaktion des Gemisches, und damit zu einer größtmöglichen Vernetzung der verfügbaren Doppelbindungen der Kautschukketten mit Schwefelbrücken. So können der Naturkautschuk und der Schwefel vollständig miteinander reagieren. Durch diesen Vorgang erhält das Ebonit seine hohe Dichte und Beständigkeit.

Die Schwefelmengen zur Herstellung von Ebonit liegen zwischen 25 und 80, meist zwischen 30 und 40 Gewichtsteilen Schwefel auf 100 Teile Kautschuk.

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die letzten News aus den Naturwissenschaften

25.11.2021
Sonnensysteme | Exoplaneten
Wenig Kollisionsgefahr im Planetensystem TRAPPIST-1
Sieben erdgrosse Planeten umkreisen den Stern TRAPPIST-1 in nahezu perfekter Harmonie.
23.11.2021
Optik
„Maßgeschneidertes“ Licht
Ein Forscherteam entwickelt erstmals ein Lichtfeld, welches die Struktur des vierdimensionalen Raums widerspiegelt.
15.11.2021
Schwarze Löcher
Woher kommt das Gold?
Wie werden chemische Elemente in unserem Universum produziert?
08.11.2021
Teilchenphysik
Neue Einblicke in die Struktur des Neutrons
Sämtliche bekannte Atomkerne und damit fast die gesamte sichtbare Materie bestehen aus Protonen und Neutronen – und doch sind viele Eigenschaften dieser allgegenwärtigen Bausteine der Natur noch nicht verstanden.
08.11.2021
Physikdidaktik | Strömungsmechanik
Warum Teekannen immer tropfen
Strömungsmechanische Analysen der TU Wien beantworten eine alte Frage: Wie kommt es zum sogenannten „Teapot-Effekt“?
05.11.2021
Teilchenphysik | Thermodynamik
Elektronen-Familie erzeugt bisher unbekannten Aggregatzustand
Ein internationales Forschungsteam des Exzellenzclusters ct.
04.11.2021
Galaxien | Schwarze Löcher
Jet der Riesengalaxie M87
In verschiedenen Wellenlängen lässt sich ein gigantischer Teilchenstrahl beobachten, der von der Riesengalaxie M87 ausgestoßen wird.
04.11.2021
Galaxien
Am weitesten entfernter Nachweis von Fluor in sternbildender Galaxie
Eine neue Entdeckung gibt Aufschluss darüber, wie Fluor – ein Element, das in unseren Knochen und Zähnen als Fluorid vorkommt – im Universum entsteht.
02.11.2021
Monde | Kometen und Asteroiden
Planetologen erforschen schweres Bombardement des Mondes vor 3,9 Milliarden Jahren
Der Mond war vor 3,9 Milliarden Jahren einem schweren Bombardement mit Asteroiden ausgesetzt.
29.11.2021
Optik | Quantenoptik
Nur durch Billiardstel Sekunden getrennt
Ultrakurze Lichtblitze dauern weniger als eine Billiardstel Sekunde und haben eine wachsende technologische Bedeutung.