Coulomb-Eichung

Coulomb-Eichung

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Die Coulomb-Eichung (auch Strahlungseichung oder transversale Eichung) stellt eine mögliche Einschränkung des Vektorpotentials A→(r→,t) dar, das vom Ort r→ und von der Zeit t abhängt. Auf Grund der Coulomb-Eichung wird das Vektorpotential A→(r→,t) so gewählt, dass

divA→(r→,t)=0

gilt, d.h. dass die Divergenz des Vektorpotentials A→(r→,t) verschwindet.

Für ein zeitlich konstantes Vektorfeld v→(r→) im ℝ3, das im Unendlichen gegen Null geht, führt folgende Coulomb-Eichung zum gesuchten Potential:

A→(r→)=14π∫Vv→(r→′)|r→−r→′|d3r′

Zur Lösung der Maxwell-Gleichungen, der Grundgleichungen der Theorie des Elektromagnetismus, werden üblicherweise Potentialfunktionen eingeführt, nämlich das skalare Potential ϕ(r→,t) und das Vektorpotential A→(r→,t). Die Potentialfunktionen sind Hilfsfunktionen zur Lösung der Maxwell-Gleichungen. Das Vektorpotential A→(r→,t) wird durch die folgende Gleichung definiert:

B→(r→,t)=rotA→(r→,t).

also mit v→(r→) gleich der Ladungsstromdichte j→(r→)

B→(r→)=14π∇→×∫Vj→(r→′)|r→−r→′|d3r′

B→ repräsentiert die magnetische Induktion am Ort r→ zum Zeitpunkt t. Die Rotation des Vektorpotentials A→(r→,t) erzeugt die magnetische Induktion B→(r→,t).

Das skalare Potential ϕ(r→,t) wird durch folgende Gleichung definiert:

E→(r→,t)=−gradϕ(r→,t)−∂A→(r→,t)∂t.

E→ repräsentiert das elektrische Feld am Ort r→ zum Zeitpunkt t. Der Gradient des skalaren Potentials ϕ(r→,t) und die partielle Ableitung des Vektorpotentials A→(r→,t) nach der Zeit erzeugen das elektrische Feld E→.

Das Vektorpotential A→(r→,t) wird durch die vorstehende Definition und die Maxwell-Gleichungen nicht eindeutig festgelegt. Die Maxwell-Gleichungen lassen eine Menge von Lösungen für das Vektorpotential A→(r→,t) und das skalare Potential ϕ(r→,t) zu. Sofern eine bestimmte Lösung für das Vektorpotential gefunden wurde, können daraus durch Eichtransformation weitere Lösungen erzeugt werden. Die Eichtransformationen haben keine Auswirkung auf die resultierenden elektrischen und magnetischen Felder; sie haben keinerlei physikalische Auswirkung. Die zusätzlichen unphysikalischen Freiheitsgrade können durch Eichung des Vektorpotentials festgelegt werden. Zu den bekannten Eichungen in der Elektrodynamik zählen die Coulomb-Eichung und die Lorenz-Eichung.

Die Coulomb-Eichung legt nicht nur das Vektorpotential sondern auch das skalare Potential fest. Die Lösung für das skalare Potential ϕ(r→,t) entspricht im Falle der Coulomb-Eichung dem Coulombpotential, welches das Potential einer elektrostatischen Ladungsverteilung beschreibt. Daher rührt der Name Coulomb-Eichung.